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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Ovid über Atalanta und Hippomenes #2 (127 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 03.06.2024 um 14:07 Uhr (Zitieren)
Ovid, Metamorphosen X 506-707:
Aber der Jüngling, nicht geschreckt durch ihr Schicksal, er trat schon
mitten hinein in den Kreis und sprach, auf die Jungfrau die Blicke
heftend: „Was suchst du billigen Ruhm im Sieg über Schwache?
Miß dich mit mir, und wenn das Schicksal mir dann den Sieg gibt,
ist es nicht Schande für dich, einem solchen Mann zu erliegen:
Megareus ist mein Erzeuger, der Herr von Onchestus, und dessen
Ahn war Neptunus, ich bin Urenkel des Königs der Wasser.
Und mein Wert entspricht dem Geschlecht. Unterlieg‘ ich, dann hast du
unvergeßlichen Ruhm, da Hippomenes dir unterlegen.“
Sanften Blickes schaut des Schœneus Kind auf den Redner,
zweifelt, ob sie sich Sieg oder Niederlage soll wünschen.
„Welcher dem Schönen feindliche Gott will diesen verderben?“
fragt sie, „und heißt als Braut ihn mich mit Gefahr seines teuren
Lebens begehren. Ich bin so viel nicht wert, will mir scheinen.
Nicht seine Schönheit rührt mich, obgleich auch die könnte rühren,
nein, daß er Knabe noch ist, nicht er, seine Jugend bewegt mich!
Lebt nicht Mut auch in ihm und ein Sinn, der vom Tod nicht geschreckt wird?
Stammt er im vierten Glied nicht ab vom Beherrscher des Meeres?
Liebt er mich nicht und schätzt so hoch die Vereinung mit mir ein,
daß er zu sterben bereit, wenn das Los mich hart ihm verweigert? –
Fliehe, o Gastfreund, solange du kannst, die blutige Hochzeit!
Bin eine grausame Braut [coniugium crudele meum est]. Die Deine zu werden wird Keine
weigern; nach dir kann wohl ein verständiges Mädchen verlangen. –
Doch, warum sorg ich um dich, nachdem so viele geopfert?
Sehe er zu! Verderbe, da soviel getötete Freier
ihm nicht zur Warnung genügt und er überdrüssig des Lebens! –
Soll er denn fallen, weil mit mir er zu leben verlangt hat,
und einen schnöden Tod als Lohn seiner Liebe erleiden?
Unerträglichen Haß wird dieser Sieg mir gewinnen. –
Doch nicht mein ist die Schuld! – O, wolltest du abstehn, - oder,
da dein Sinn doch verwirrt, o wolltest du schneller dich zeigen!
Ach, wie mädchenzart die Züge im Antlitz des Knaben!
Armer Hippomenes, ach, o hättest du nie mich gesehen!
Warest du doch des Lebens so wert! Wenn ich glücklicher wäre,
nicht ein leidig Geschick mir die Ehe versagte, dann wärest
du der Eine, mit dem ich teilen wollte das Lager.“

Re: Ovid über Atalanta und Hippomenes #2
Γραικύλος schrieb am 04.06.2024 um 13:26 Uhr (Zitieren)
X 506 - 707 --> X 560-707
 
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