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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
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Quellen zum Thema Vergewaltigung #12
(59 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 04.08.2026 um 13:52 Uhr (
Zitieren
)
17. Corpus priapeorum
Praedictum tibi ne negare possis:
si fur veneris, inpudicus exis.
Sag nicht, du habest meine Warnung übersehn:
wenn du zum Stehlen kommst, wirst du geschändet gehn!
[Carmina Priapea. Dichtungen und Nachdichtungen an den Gartengott. Hrsg. v. Bernhard Kytzler und Carl Fischer. Zürich/München 1978, S. 138 f.]
18. Ovid: Metamorphosen
Daphne, Penëus‘ Kind, war die erste Liebe Apolls; nicht
blinder Zufall schuf’s. – Nein: wilder Zorn des Cupido.
Phœbus, stolz, daß der Drache besiegt, hatte jenen gesehen
krümmen zur Sehne das Horn des Bogens und hatte gesprochen:
„Geiler Knabe [lascive puer], was soll bei die die wackere Waffe?
Meinen Schultern geziemt, die männliche Bürde zu tragen,
der zu treffen ich weiß das Wild, zu treffen den Gegner,
der ich mit zahllosen Pfeilen nun auch den Python erlegt, der
giftgedunsenen Leibes so vieles Gevierte gedrückt hat.
Dir sei genug, mit der Fackel zu zünden, ich weiß es nicht was für
Liebesflammen, und laß nach meinem Ruhm dich nicht lüsten!“
Ihm entgegnet der Venus Sohn: „Dein Bogen, er treffe
alles, o Phœbus, doch dich der meine, und so wie die andern
Wesen vor Göttern, so muß dein Ruhm vor meinem zurückstehn!“
Sprach es, durchschnitt mit dem heftigen Schlag seiner Flügel die Lüfte,
setzte den eilenden Fuß auf das schattige Haupt des Parnassus,
nahm aus dem Köcher zwei seiner Pfeile, entgegengesetzter
Wirkung: der eine erweckt, es vertreibt der andre die Liebe.
Der sie erweckt, ist von Gold und funkelt mit schneidender Spitze,
der sie vertreibt, ist stumpf, und Blei verbirgt sich im Schafte.
Diesen heftet der Gott auf das Kind des Penëus, doch jenen
jagt er Apoll durchs Gebein und trifft ihn im innersten Marke.
Liebte der Eine sogleich, die Andre fliegt schon beim Worte
‚Lieben‘, freut sich allein, wie die unvermählte Diana,
Beute vom wilden Getier im dunklen Wald zu gewinnen.
Nur eine Binde umschließt die schlicht ihr fallenden Haare,
viele warben um sie; sie meidet die Freier und duldet
keinen Mann als Geleit, wenn sie schweift durch die einsamen Haine,
keinen Gedanken gewandt an Hochzeit, Liebe und Ehe.
Oftmals spricht der Vater: „Du schuldest mir, Tochter, den Eidam.“
Doch wie Befleckung scheut sie den Schein der Fackel des Hymen;
und von der Röte der Scham das schöne Gesicht übergossen,
schlingt sie schmeichelnd den Arm um des Vaters Nacken und bittet:
„Laß mich, o teurer Erzeuger, als Jungfrau genießen mein ganzes
Leben: den gleichen Wunsch hat ihr Vater erfüllt der Diana.“
[„da mihi perpetua, genitor carissime,“ dixit,
„virginitate frui: dedit hoc pater ante Dianae.”]
Zwar Penëus willfährt. Jedoch deine eigene Anmut
wehrt dir zu sein, was du willst, deinem Wunsche ist feind deine Schönheit.
Phœbus liebt, sieht Daphne, begehrt sich mit ihr zu vereinen,
hofft es, was er begehrt; ihn trügt sein eigen Orakel [suaque illum
oracula fallunt].
(Fortsetzung folgt)
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