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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Frage zu einer Parabel (417 Aufrufe)
Γραικίσκος schrieb am 20.12.2011 um 19:40 Uhr (Zitieren)
Die bekannte Geschichte von dem Mann, seinem Sohn und einem Esel, die es niemandem, der ihnen begegnet, recht machen können - stammt die aus der Antike? Oder woher ist sie?
Re: Frage zu einer Parabel
διψαλέος schrieb am 20.12.2011 um 21:19 Uhr (Zitieren)
Ich meine, sie ist eher orientalischen (arabisch-türkisch-islamisch) Ursprungs
(was ja nicht bedeutet, daß die Parabel nicht aus der Antike stammt).

Es gibt doch den türkischen "Eulenspiegel", den Nasreddin Hodscha,
übe rihn wird erzählt:

Der Hodscha ist unterwegs zum Dorf. Er hat seinen Sohn auf den Esel gesetzt und geht selbst nebenher. Da kommen ein paar Leute vorbei und sagen: "Schau dir das an! Der alte Mann muss zu Fuß gehen und der Junge sitzt auf dem Esel. Er sollte sich was schämen!"
Der Hodscha, der dies hört, lässt seinen Sohn absteigen und setzt sich selbst auf den Esel. Doch schon nach einer Weile hört er, wie sich zwei, die am Wegrand sitzen, unterhalten: "Der große Kerl sitzt auf dem Esel und lässt den armen Jungen nebenher gehen. Gibt es denn kein Mitleid mehr auf der Welt?"
Da holt der Hodscha seinen Sohn mit auf den Esel und so reiten sie beide weiter. Kommt ein Bauer des Weges und meint: "muss dieses schwache Tier denn euch beide tragen? Das ist ja unglaublich. Der arme Esel wird sich das Rückgrat brechen."
Der Hodscha steigt daraufhin ab und nimmt auch seinen Sohn vom Esel herunter. So gehen sie weiter, der Esel voraus und die beiden hinterdrein. Als sie nicht mehr weit vom Dorf entfernt sind, hören sie, wie ein Mann zum anderen sagt: "Schau dir bloß die zwei Hohlköpfe an! Der Esel spaziert voraus und die zwei marschieren hinterher. Wie kann man nur so dumm sein?"
Da sagt der Hodscha zu seinem Sohn: "Du hast es gehört, das beste ist immer, man tut, was man selbst für richtig hält. Den anderen kann man nie etwas recht machen. Und der Mund ist auch kein Sack, dass man ihn einfach zubinden könnte."


Das ist die mir bekannte, ausformulierte Form der Parabel.
Re: Frage zu einer Parabel
διψαλέος schrieb am 20.12.2011 um 21:21 Uhr (Zitieren)
Es gibt dann noch die Variante, daß die beiden Menschen den Esel tragen....
B-)
Re: Frage zu einer Parabel
Βοηθός Ἑλληνικός schrieb am 20.12.2011 um 21:53 Uhr (Zitieren)
Die Parabel ist schön, aber:
Sie gilt nur, wenn man vernünftige Aussagen trifft.
Wenn nicht....ist man ziemlich einsam.
Re: Frage zu einer Parabel
Σαπφώ schrieb am 21.12.2011 um 23:34 Uhr (Zitieren)
Äsop ist es!

Hach, das hat jetzt aber gedauert! Des Rätsels Lösung ist, die Frau war nicht dabei!

Griechisch hab ich noch nicht gefunden, aber hier ist die englische Übersetzung: http://www.gutenberg.org/files/11339/11339-h/11339-h.htm#THE_MILLER,_HIS_SON,_AND_THEIR_ASS
Re: Frage zu einer Parabel
Σαπφώ schrieb am 21.12.2011 um 23:37 Uhr (Zitieren)
Re: Frage zu einer Parabel
Σαπφώ schrieb am 21.12.2011 um 23:38 Uhr (Zitieren)
Also kein Wunder, dass das Griechische nicht zu finden ist ; )
Re: Frage zu einer Parabel
ανδρέας schrieb am 22.12.2011 um 17:47 Uhr (Zitieren)

Vielleicht sollten wir die Geschichte an das Bundespräsidialamt schicken. Unser Ober-Hodscha hat da ja gerade das selbe Problem. Oder zumindest die Opposition mit ihm.
Re: Frage zu einer Parabel
Γραικίσκος schrieb am 22.12.2011 um 18:33 Uhr (Zitieren)
Äsop konnte es eigentlich nicht sein, denn es handelt sich ja nicht um eine Fabel (der Esel spricht nicht wie ein Mensch), sondern um eine Parabel.
Nasreddin Hodscha, ah ja.
Re: Frage zu einer Parabel
Σαπφώ schrieb am 23.12.2011 um 22:34 Uhr (Zitieren)
Dem Bundespräsidenten würde ich lieber die Fabel vom Raben und dem Fuchs schicken.
Re: Frage zu einer Parabel
ανδρέας schrieb am 23.12.2011 um 22:57 Uhr (Zitieren)

Und Herrn Gabriel die Fabel vom Fuchs und den Trauben ...
Re: Frage zu einer Parabel
Γραικίσκος schrieb am 06.09.2019 um 13:15 Uhr (Zitieren)
Diese Geschichte findet sich auch in J. P. Hebels "Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes":
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus, und läßt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. Kommt ein Wanderer, und sagt: „Das ist nicht recht, Vater, daß Ihr reitet, und laßt Euren Sohn laufen; Ihr habt stärkere Glieder.“ Da stieg der Vater vom Esel herab, und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann, und sagt: „Das ist nicht recht, Bursche, daß du reitest, und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine.“ Da saßen beide auf, und ritten eine Strecke. Kommt ein dritter Wandersmann, und sagt: „Was ist das für ein Unverstand: Zwei Kerle auf einem schwachen Tiere; sollte man nicht einen Stock nehmen, und euch beide hinabjagen?“ Da stiegen beide ab, und gingen selbdritt zu Fuß, rechts und links der Vater und Sohn, und in der Mitte der Esel. Kommt ein vierter Wandersmann, und sagt: „Ihr seid drei kuriose Gesellen. Ist’s nicht genug, wenn zwei zu Fuß gehen? Geht’s nicht leichter, wenn einer von euch reitet?“ Da band der Vater dem Esel die vordern Beine zusammen, und der Sohn band ihm die hintern Beine zusammen, zogen einen starken Baumpfahl durch, der an der Straße stand, und trugen den Esel auf der Achsel heim.
So weit kann’s kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
[1808]

[Johann Peter Hebel, Poetische Werke. Darmstadt (München) 1968, S. 103 f.]
 
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