α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Zur Historizität des Trojanischen Krieges (105 Aufrufe)
Γραικίσκος schrieb am 10.04.2019 um 17:36 Uhr (Zitieren)
In dem Aufsatz "Zur Geschichtlichkeit des Troischen Krieges" von Wolfgang Schadewaldt (in: ders., Hellas und Hesperien. 2 Bde. Zürich/Stuttgart ²1970, S. 38-42) heißt es:
[...] Für das Epos Homers aber ist allmählich immer deutlicher geworden, daß die in ihm geschilderten Lebensverhältnisse verschwindend wenig Mykenisches enthalten und in der Hauptsache die Zeit Homers selbst, das achte Jahrhundert, widerspiegeln.
Der Troische Krieg also ein Phantsiegebilde, allenfalls ein dichterisch konkretisierter Reflex des Übergreifens der Hellenen auf die Küsten Kleinasiens um die Wende des zweiten zum ersten Jahrtausend?
[...]
Mag die von Homer in der Ilias geschilderte gesellschaftliche und kulturelle Welt noch so weit von der mykenischen entfernt sein und mag sein Gedicht vom Zorn des Achilleus auch eine völlig neue Problematik des alten Heldenwesens sichtbar machen: der Troische Krieg ist in beiden Epen Homers, der Ilias wie der Odyssee, als Grundgeschehen vorausgesetzt, und diese Voraussetzung verlangt nach allem, was die allgemeine und vergleichende Epenforschung lehrt, daß es den Troischen Krieg gegeben hat - gewiß nicht in der Form, wie er uns bei Homer entgegentritt, als großes allachaisches Unternehmen gegen die reiche mächtige Stadt Troja mit ihren Hilfsvölkern im Kampf über zehn Jahre hin und schließlich beendet durch die radikale Zerstörung Trojas und die Heimholung Helenas, um derentwillen der Krieg entbrannt war. Dies alles werden wir als Dichtung Homers und seiner uns nicht mehr faßbaren Vorgänger zu verstehen haben. Doch kann auf der anderen Seite das Ereignis, das die Sage vom Troischen Krieg ausgelöst hat, nicht nur ein unbedeutender Raubzug, ein Reflex vielfältiger späterer Kolonisationszüge gewesen sein. Damit eine Sage entstehen kann, muß eine Kunde vorhergegangen sein, und eine "Kunde" (griechisch kléos) kann nur entstehen, wenn ein Ereignis Aufsehen erregte und vielfältig besprochen, erzählt und weitererzählt wird. Das führt darauf, daß der Troische Krieg als primum movens ein bedeutendes, das Gefühl und Denken der Zeitgenossen und folgenden Geschlechter beschäftigendes Ereignis war. [...]

Mir leuchtet das ein. Aber ist das noch der Stand der Forschung?
Re: Zur Historizität des Trojanischen Krieges
Βοηθὸς Ἑλληνικός schrieb am 12.04.2019 um 06:31 Uhr (Zitieren)
Vor einigen Jahren habe ich mir ein Buch darüber gekauft:
Der trojanische Krieg, Mythos und Wahrheit; Barry Strauß, Theiss-Verlag, 2008.
Re: Zur Historizität des Trojanischen Krieges
Γραικίσκος schrieb am 12.04.2019 um 14:27 Uhr (Zitieren)
Theiss gehört zur WBG, nicht wahr? Mal sehen, ob es das noch gibt.
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: kapitolinische Wölfin

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.