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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Perikles in Düsseldorf #3 (92 Aufrufe)
Γραικίσκος schrieb am 05.10.2019 um 13:43 Uhr (Zitieren)
Ist dies nun wahrlich der Zwiebelkopf oder ein vom letzten Karneval übriggebliebener Jeck? Aber nein, dieses reine Attisch! Gewiß, etwas hastig und undeutlich in den Endsilben ausgesprochen, aber davon abgesehen könnte ich es nicht besser. Die Kleidung ist passend, doch wo ist sein Helm? Wie Bengtson schon 1958 nachgewiesen hat, trug er den doch immer, aus Eitelkeit wegen seiner Schädelform und gleichsam als – sit venia verbo - Branding, um mich dieses Modebegriffs zu bedienen. Kann man diese Geschichte von der Pythia ernstnehmen, und wie geht es zu, daß ihn – hört, hört! – Apollon zur Strafe nach Düsseldorf versetzt hat? Ich muß so tun, als ob ich ihm glaubte, um Genaueres zu erfahren.

„Laß uns aber“, so sagte der Barbar, „zu einem Orte wandeln (zu einem Orte wandeln! Hat der Griechisch bei den Komödianten gelernt?), der sich unweit von hier befindet und an dem wir uns in Ruhe unterhalten können. Deine Frage nach dem nächsten Apollontempel ist, bedauernd sage ich es, nicht leicht zu beantworten.“

Kein Apollontempel. Kein Sühneopfer. Keine Rückkehr in die heimatliche Stadt. Perikles seufzte, stimmte aber resignierend zu. So wandelten sie denn zu einem Gebäude – die pferdelosen Wagen und die Stangen mit den Lichtern beeindruckten seinen Begleiter anscheinend nicht –, in dem sich ein Gasthaus mit vielen Tischen und noch mehr geschwätzigen Barbaren befand. Sie fanden eine Gelegenheit zum Sitzen und wurden bald von einer jungen Frau angesprochen, die sich, wie Perikles vermutete, nach ihrem Begehr erkundigte.

„Ich fürchte“, wandte sich der Barbar an Perikles, „daß wir keinen geharzten und mit Wasser verdünnten Wein bekommen werden. Es handelt sich hier um ein – das Wort klang wie καφή -, und wir werden einen guten καφή bekommen, auch wenn du dergleichen noch nicht zu kennen vermagst.“
„Einen καφή im καφή, so sei es. Aber was genau ist das?“ fragte Perikles, und fügte mit einem Blick auf die junge Frau hinzu: „Die Sklavin ist reizend. Was mag sie gekostet haben?“
Bedenklich schüttelte sein Gegenüber den Kopf: „Der Kaffee ist ein Getränk, das aus Bohnen zubereitet wird, und die junge Frau ist weder eine Sklavin noch anderweitig käuflich. Ich bitte das im Umgang mit ihr zu beachten.“

Ein Getränk aus Bohnen, dachte Perikles – ich bin wahrlich in ein barbarisches Land geraten.

(Fortsetzung folgt)
 
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