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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Caracallas Massaker in Alexandria #1 (74 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 28.06.2020 um 23:41 Uhr (Zitieren)
Den Bericht des Herodian über dieses Ereignis habe ich kürzlich schon vorgestellt:
https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=5918

Hier nun das Zeugnis des Cassius Dio (LXXVIII 22 f. in der Epitome des Xiphilinos):
Antoninus [sc. Caracalla] aber richtete trotz seiner angeblichen großen Vorliebe für Alexander beinahe sämtliche Bürger seine Stadt völlig zugrunde. Denn als er erfuhr, daß die Einwohner schlecht von ihm redeten und ihn aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt wegen des Brudermordes [sc. an Geta] verhöhnten, begab er sich nach Alexandria; von seinem Groll ließ er zunächst nichts merken, tat vielmehr so, als verlange ihn, einmal die Leute zu sehen.

Als er dann die Vorstadt erreicht hatte, wohin die vornehmsten Bürger mit gewissen heiligen und geheimnisvollen Zeichen ihm entgegengezogen waren, begrüßte er sie zunächst herzlich, holte sie sogar als Gäste an seine Tafel – und ließ sie dann hinrichten. Hierauf wappnete er sein ganzes Heer und rückte in Alexandria ein, nachdem er zuvor alle Einwohner angewiesen hatte, ihre Häuser nicht zu verlassen, und sämtliche Straßen wie auch Dächer von ihm besetzt waren.

Ich will von all den einzelnen Unglücksfällen, welche damals die arme Stadt trafen, nichts weiter berichten, [nur so viel:] Er ließ eine derartige Menge von Menschen hinschlachten, daß er es nicht einmal wagte, genauere Angaben über ihre Zahl zu machen, vielmehr dem Senat nur schrieb, es sei ganz und gar gleichgültig, wie viele Menschen den Tod fanden und wer diese waren; denn alle hätten dieses Schicksal verdient [πάντες γὰρ τοῦτο παθεῖν ἄξιοι ἦσαν]. Was sich an Schätzen in der Stadt fand, wurde teils geplündert, teils vernichtet.

Mit den Bürgern zusammen kamen auch viele Fremde um, und ebenso zählte eine Menge von denen, die in Antoninus‘ Begleitung gekommen waren – man konnte sie ja als solche nicht erkennen –[,] zu den Opfern. Denn da die Stadt eine riesige Ausdehnung hatte und in allen ihren Teilen zugleich bei Tag und Nacht der Menschenmord währte, so konnte man auch beim besten Willen keinen Unterschied machen; die Leute starben, wie es eben gerade der Zufall brachte, und ihre Leichen wurden sogleich in tiefe Gräben geworfen, damit der Rest der Bevölkerung nichts von der Größe des Unglücks merkte.

Solch ein Schicksal traf die Einheimischen, die Fremden aber wurden sämtlich verbannt mit Ausnahme der Kaufleute, und natürlich wurde auch deren ganzer Besitz geplündert; blieben doch selbst einige Heiligtümer nicht von Raub verschont. Antoninus war bei der Mehrzahl dieser Mordtaten und Plünderungen persönlich zugegen und schaute zu und legte mit Hand an; im übrigen erteilte er die entsprechenden Weisungen an einige Personen auch vom Serapeion aus, in dessen heiligem Bezirk sich der Kaiser sogar in den Tagen und Nächten des unmittelbaren Mordens aufhielt.

(Cassius Dio: Römische Geschichte. Herausgegeben von Otto Veh. 5 Bde. Zürich/München 1987; Bd. 5, S. 411 f.)
 
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