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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
War Konstantin tolerant? (80 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 29.07.2020 um 15:21 Uhr (Zitieren)
Konstantin d. Gr. bringt man hauptsächlich mit dem Mailänder Toleranzedikt von 313 in Verbindung, in dem es u.a. heißt:
Dies haben Wir verfügt, damit es nicht den Anschein erwecke, als würde irgendein Kult oder irgendeine Religion durch Uns zurückgesetzt werden.

Nun finde ich aber eine bemerkenswerte Ausnahme; in einem Buch über Byzanz werden drei wichtige Aspekte der neugegründeten Hauptstadt Konstantinopel genannt. Deren dritter:
Der dritte Faktor, der allerwichtigste, bestand darin, daß Konstantinopel von Beginn an eine christliche Stadt war, die erste derartige Gründung in der Geschichte. Konstantin ließ niemals heidnische Kultausübung in der Stadt zu, die bestehenden heidnischen Tempel wurden fortan nicht mehr benutzt.

(Paul Hetherington: Byzanz. Stadt des Goldes, Welt des Glaubens. Luzern 1982, S. 8)

Das kurze Jahrhundert der Toleranz, das 4., war anscheinend bereits von Anfang an mit Intoleranz durchlöchert.
Re: War Konstantin tolerant?
Platon schrieb am 29.07.2020 um 18:14 Uhr (Zitieren)
Für Konstantin war das Christentum vorrangig
Mittel zum Zweck.
Intoleranz gehörte zur Anbiederung an die
neue Religion, die er u.a. benutzte, das Reich
zusammenzuhalten.
Ein Volk, ein Reich, ein Führer, eine Religion!
Re: War Konstantin tolerant?
Marcella schrieb am 01.08.2020 um 20:26 Uhr (Zitieren)
Konstantins Werk ist ja auch das Nizäanische Konzil zur Vereinheitlichung der Kirche.
Der Ablauf wird von Jacob Burkhardt so geschildert:
...als sich außer den Bischöfen auch ein zahlreiches priesterliches Geleit und eine Menge " der Dialektik erfahrene Laien" in Nicäa eingefunden, eröffnete Constantin in Person die Synode. Er starrte von Purpur, Gold und Edelsteinen, und Euseb vergleicht ihn in diesem Aufzug mit einem Engel des Herrn von Himmel. Aber es blieb nicht bei diesem persönlich imposanten Auftreten. Im Verlauf der Verhandlungen zeigte es ich , dass Hosius den Kaiser gegen die Arianer gestimmt hatte und daß er und seine Partei die große Masse der Unentschiedenen auf alle Weise, namentlich mit Hinweis auf kaiserliche Gunst in diesem Sinne mir Erfolgb bearbeitete. ..Die Debatte wurde zuletzt durch ein kaiserliches Machtgebot beendigt,indem Constantin auf dem fraglichen Ausdruck Homousios gegen den Willen der Majorität bestand, worauf diese Majorität sich geduldig fügte. Nur zwei Bischöfe verweigerten ihre Unterschrift und verdienen deshalb genannt zu werden: Theonas von Marmarica und Secundus von Ptolemais. Ihr Lohn war Absetzung und Verbannung....
Constantin aber hatte seinen orientalischen Klerus nun kennen und großenteils verachten gelernt.

So weit Burckhardt in seinem immer noch sehr lesenswerten Werk: Constantin der Große und seine Zeit, im Kapitel: Constantin und die Kirche.
So also kam der Christ zu seinem Glaubensbekenntnis.
Re: War Konstantin tolerant?
Γραικύλος schrieb am 01.08.2020 um 23:01 Uhr (Zitieren)
Das ist ein Buch, das auch ich mit Gewinn gelesen habe. J. Burckhardt ist eigentlich immer ein Genuß (ganz im Gegensatz zu Eusebius).
 
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