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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Mythen der Griechen (449 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 17.01.2021 um 18:52 Uhr (Zitieren)
Heute von 20.15 bis 21.45 Uhr auf phoenix:
Teil 1: Die Wiege des Zeus
Teil 2: Der Kampf mit den Riesen
Re: Die Mythen der Griechen
Γραικύλος schrieb am 17.01.2021 um 22:45 Uhr (Zitieren)
Handelt von der Übernahme hethitischer Mythen durch die Griechen unter Vermittlung der Euböer.

Film von Robin Lane Fox, dem bekannten Althistoriker.
Re: Die Mythen der Griechen
Aurora schrieb am 18.01.2021 um 08:04 Uhr (Zitieren)
Wiederholung heute ab 18:30 Uhr und 21.01. ab
02:15 Uhr

Danach wohl auch in der Mediathel des Senders
verfügbar.
Re: Die Mythen der Griechen
Γραικύλος schrieb am 18.01.2021 um 13:25 Uhr (Zitieren)
Danke für den Hinweis.
Die Bedeutung der Hethiter und der Euböer bei der Entstehung griechischer Mthen war mir jedenfalls nicht bewußt.
Re: Die Mythen der Griechen
Marcella schrieb am 19.01.2021 um 13:15 Uhr (Zitieren)
Den Film habe ich nicht gesehen, aber die Religionswissenschaft hat allerlei zu Topoi der alten Religionen zu sagen, ob Archetypos oder abhängige Entwicklung.
Zusätzlich zitiere ich mal als anregenden Hinweis (aus F.Cornelius, Geschichte der Hethiter, Darmstadt 1973 . - Ist das noch aktuell?) über Ares:
Von anderen indogermanischen Gottheiten sei noch der Kriegsgott, griechisch ´Ares´, altbayerisch ´Er´,hethitsch ´Jarris´, herausgehoben. Von seinem Namen scheint griechisch ´arete´ , ´Tapferkeit´und deutsch ´Ehre´ abgeleitet. Er ist es, durch den ein Mann zu den ´Ersten´ (griech.:zu den ´aristoi´, den `Besten´ emporsteigt. In diesem Sinn ist diese Gottheit zu verstehen. Und die im Namenszusammenhang durchscheinende Gesinnung gibt uns einen Grund an, warum die Geschichte der indogermanischen Völker so blutig verlaufen ist.
(Nietzsche würde das erbauen.)
Re: Die Mythen der Griechen
Γραικύλος schrieb am 19.01.2021 um 14:24 Uhr (Zitieren)
Das ist interessant, auch die Verbindung mit arete und aristoi.
"altbayerisch" kann ich kaum glauben - "altbabylonisch"?

Im Film geht es um die Herkunft des Zeus aus dem Hethitischen.
Re: Die Mythen der Griechen
Andreas schrieb am 19.01.2021 um 14:31 Uhr (Zitieren)
Der Bremer Ethnologe und Kulturgeschichtler Hans Peter Duerr
hat ein neues Buch veröffentlicht zum Thema Religion:

H.P. Duerr, Diesseits von Eden, Über den Ursprung
der Religion, 751 S. (davon 280 Seiten Anmerkungen), Insel-Verlag, 38 Euro
Re: Die Mythen der Griechen
Marcella schrieb am 19.01.2021 um 15:32 Uhr (Zitieren)
Vielleicht ist die Ares-arete-Geschichte auch wilde Etymologie.

Altbabylonisch ist das auf keinen Fall. Oder will man auch noch "erru(m)", Darm, damit in Verbindung bringen? -u(m) ist jeweils die Nominativ-Endung.
Re: Die Mythen der Griechen
Γραικύλος schrieb am 19.01.2021 um 15:51 Uhr (Zitieren)
Das war nur eine laienhafte Frage meinerseits. Du meintest also wirklich altbayerisch?
Re: Die Mythen der Griechen
Marcella schrieb am 19.01.2021 um 19:00 Uhr (Zitieren)
So steht es da.
Vielleicht entstammt der altbayerische Kriegsgott Er auch der, wie ich seit heute weiß, soliden völkischen Forschung des Verfassers:

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Cornelius
Re: Die Mythen der Griechen
filix schrieb am 19.01.2021 um 20:07 Uhr (Zitieren)
Dass Er auf Ares zurückgeht, ist bis heute Bestandteil der Etymologie der bairischen Ausdrücke für den Dienstag.

Das als bairisches Kennwort geltende Ertag ist erst seit dem 12. Jahrhundert belegt; die mittelhochdeutschen Formen lauten eritag, ergetag, erchtag, erichtag, eretag. Sie zeigen jedenfalls Umlaut von a zu e und werden daher auf eine voralthochdeutsche Form *arjo-tag zurückgeführt. Zu ihrer Erklärung wird in der etymologischen Literatur auf die griechische Bezeichnung des Dienstag zurückgegriffen, nämlich Áreōs hēméra 'Tag des Ares'. Als vermittelnde Zwischenstufe wird eine gotische Form *arjausdags angenommen.
Es würde sich dann um eine mit Saterdag vergleichbare Bildungsweise handeln, nämlich die Kombination eines entlehnten Götternamens mit dem germanischen Grundwort dags, das griechisch hēméra übersetzt. Ob die Goten bei dieser Übernahme an Bischof Arius, dachten, den Begründer des Arianismus, dem sie anhingen, muss offen bleiben.

Rolf Bergmann, Stefanie Stricker: Römer - Baiern - Franken: Archäologie, Namenforschung, Sprachgeschichte im Main-Donau-Raum, (2016) S. 99
Re: Die Mythen der Griechen
Marcello schrieb am 19.01.2021 um 22:05 Uhr (Zitieren)
Marte mio, wie kommt filix bloß auf solche Fundstellen?
Re: Die Mythen der Griechen
Minoides schrieb am 19.01.2021 um 22:09 Uhr (Zitieren)
Abseits des verbaierten Ares (Cornelius' Annahme eines eines bajuwarischen Gottes Er, wenn sie sich allein darauf stützen soll, erscheint aber doch eher gewagt) führt von Jarri/Iyarri auch ein Link nach Babylonien. Volkert Haas (Geschichte der hethitischen Religion, Leiden 1994) schreibt: "Der in Südanatolien beheimatete Gott scheint mit dem babylonischen Pest- und Kriegsgott Erra identisch zu sein."

Die eher assoziativ wirkende Verbindung von Ἀρης und ἀρετή, wie Cornelius sie herstellt, wird heute nicht mehr angenommen. Lt. Beekes (Etymological Dictionary of Greek) ist der Ursprung des Götternamens Ἄρης pre-greek, also nicht-indoeuropäisch. Für ἀρετή werden zwei jüngere (1998 und 2005) mögliche Herleitungen angegeben, die das Wort entweder mit ἀραρίσκω oder mit ἀνήρ in Verbindung bringen.
Re: Die Mythen der Griechen
Marcella schrieb am 19.01.2021 um 22:47 Uhr (Zitieren)
...und der eigentlich sumerische Unterweltsgott Nergal wird wiederum gleichgesetzt "mit dem semitischen Seuchengott Erra" (M. Hutter, Religionen in der Umwelt des AT, I, Stuttgart 1996.)
Und in der Rolle des bogenschießenden Pestgottes Erra gefällt sich auch Apollon. So geht Synkretismus.
Re: Die Mythen der Griechen
Marcella schrieb am 19.01.2021 um 23:01 Uhr (Zitieren)
Jahwe kann es auch:

Von Teman kommt er, der heilige Gott, vom Bergland Paran zieht er heran. Sein Glanz strahlt über den Himmel, und sein Ruhm erfüllt die ganze Erde. 4 Wie das Sonnenlicht bricht seine Herrlichkeit hervor, um ihn leuchtet es hell, und in den Strahlen verbirgt sich seine Macht! 5 Vor ihm her geht die Pest, und wo er vorbeigezogen ist, greift die Seuche um sich. 6 Wo immer sein Fuß hintritt, bebt die Erde; trifft sein Blick die Völker, so erschrecken sie. Berge aus grauer Vorzeit bersten auseinander, uralte Hügel sinken in sich zusammen; so schreitet er wie früher über unsere Erde. 7
Re: Die Mythen der Griechen
Marcella schrieb am 19.01.2021 um 23:01 Uhr (Zitieren)
Habakuk 3-5
Re: Die Mythen der Griechen
Minoides schrieb am 20.01.2021 um 11:28 Uhr (Zitieren)
Zitat von Marcella am 19.1.21, 22:47...und

Vergleichbare Funktionen bei unterschiedlichen Göttern sind freilich etwas anderes als der Übergang eines Götternamens von einem in einen anderen Sprachraum.
 
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