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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Geschwindigkeit antiker Schiffe (52 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 22.02.2021 um 14:05 Uhr (Zitieren)
Auch über die Geschwindigkeit der antiken Schiffe lassen sich sehr gut Berechnungen anstellen. Herodot (IV 86) er-zählt, daß ein Schiff in den langen Tagen bei Tage 70000 Klafter, bei Nacht 60000 macht.

Ein Segelschiff, das eine Fahrt von 9 Tagen und 8 Nächten hinter sich hat, hat in dieser Zeit 11000 Stadien zurückgelegt, was 1300 Stadien in 24 Stunden entspricht. Es ergibt sich somit eine Geschwindigkeit von 9,6 km pro Stunde, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß die Länge des Stadions nicht genau feststeht. Sie betrug für das Stadion als Wegemaß (Itinerarstadion) 240 Schritt = 157 m (nach Eratosthenes um 200 v. Chr.), während die des olympischen Stadions 192,27 m, die des römischen 185 m betrug. Dörpfeld berechnet aus den von Strabo und Ptolemäus mitgeteilten Entfernungen die Länge des Stadions auf 166 m.

Aus den Angaben des Xenophon (Anabasis VI 4, 2) läßt sich für eine Triere sogar eine Geschwindigkeit von 15,3 km Geschwindigkeit pro Stunde berechnen. Ganze Flotten fahren natürlich langsamer, sie legen in der Stunde nur etwa 3,7 km zurück. Als mittlere Leistung kann man nach Weber 7,8 km pro Stunde annehmen.

Busley geht bei seinen eingehenden Betrachtungen und Berechnungen über die Geschwindigkeit der Trieren von der Zahl der in der Minute ausführbaren Schläge und der Verteilung der Zeit auf Schlag, Durchzug und Pause aus, wobei er für die Triere unter Berücksichtigung ihrer Schwere 20 Schläge in der Minute annimmt. Er kommt auf Grund dieser seiner Berechnungen sowie sonstiger Unterlagen zu folgenden Schlüssen: „Als Ergebnis der auf verschiedene Weise abgeleiteten Geschwindigkeit der Trieren erscheint daher eine mittlere nur durch Rudern erreichte Fahrt von 4 Knoten (1 Knoten = eine Seemeile = 1852 Meter auf die Stunde berechnet; 4 Knoten also 7408 Meter in der Stunde, Anm. d. Verf.) durchaus möglich.
Unter Zuhilfenahme der Segel konnte auch bei günstigem, d.h. achterlichen Winde und nicht zu hoher See eine Durchschnittsfahrt von 5 Knoten innegehalten werden, was aber schon als eine besonders günstige Reisegeschwindigkeit galt.
Als klassisches Beispiel hierfür läßt sich die Fahrt der Triere anführen, die 405 v. Chr. nach der den peloponnesischen Krieg entscheidenden Seeschlacht von Aegos-Potamos die Nachricht von der Niederlage nach Athen brachte. Diese Reise wird als hervorragend schnell bezeichnet, die Triere hat dabei etwa 5 Knoten gelaufen. Mehr als höchstens 6 Knoten können nur für ganz kurze Zeit unter äußerster Anspannung der Kräfte aller Ruderer erreicht worden sein, z.B. bei Ausführung eines Rammanövers während der Seeschlacht.“

(Dr. Albert Neuburger: Die Technik des Altertums. Leipzig 1919; Nachdr. Leipzig 1983, S. 506)

- 1 Klafter = 1,883 m
 
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