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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Alexander der Große in persischer Sicht #1 (137 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 16.05.2021 um 13:23 Uhr (Zitieren)
Der persische Dichter Nizami (1141-1209) schildert in der Gestalt Alexanders des Großen die Entwicklung eines Fürsten zum idealen Herrscher über die drei Stufen des Heerführers, des Philosophen und des Propheten - ausgerechnet der Zerstörer des persischen Reiches der Achämeniden.

Auf eine lange, persönliche Einleitung folgte die Übersicht, die ich hier wiedergebe, bevor Nizami dann über mehrere hundert Seiten in die Details geht.
Die Geschichte Alexanders auf einem Blatt Papier

Alexander, der die Welt durchmessen hat, war ständig auf Reisen und lebte von Reisebrot. Alle vier Grenzen der Welt hat er bereist und erkannt, daß man kein Reich gewinnen kann ohne seine vier Grenzen. An allen Höfen, die er eroberte, ließ er die Etikette der kayanidischen Könige bestehen. Außer dem zoroastrischen Feuerkult schaffte er keine Zeremonien ab.
Er war der erste, der Hofstaat einführte und Goldmünzen prägen ließ; auf sein Gebot hin wurde von tüchtigen Schmieden Silber vergoldet. Die persischen Bücher der Weisheit ließ er in griechische Sprache kleiden; ebenso kam der morgens und abends geübte Brauch des Trommelwirbels der Wache durch ihn zu Ruhm. Er machte die Menschheit mit dem Spiegel bekannt und brachte Juwelen aus dem Dunkel hervor. Er reinigte die Welt von Rost, indem er den Aufruhr der Neger erstickte und Darius Krone und Thron entriß.

Auch verwandelte er, indem er das indische Schwarz und das russische Gelb von ihr abwusch wie Schwarze und Gelbe Galle, die Welt in ein schimmerndes Brautzelt. Der chinesische Spiegel wurde zu seinem Ratgeber, der Thron des Kaichosrou zu seinem Pfühl.

Er zählte erst zwanzig Jahre, als er die Pauken schlagen ließ, um den Thron zu besteigen. Sieben Jahre später schnürte er sein Bündel und trat seinen Weg als Prophet an. Mit dem Tage seiner Herrschaft beginnt die Alexandrinische Ära.
Als er die wahre Religion zu lehren begann, besiegte er, der Macht des Glückes gleich, die Horizonte. Viele Beweise brachte er für die reine Religion und errichtete zahlreiche Bauten, gründete Städte rings um Rum auf jeder Reise. Er war es, der Samarkand seine Pracht verlieh, und nicht nur Samarkand, sondern auch vielen ähnlichen Städten, zum Beispiel Herat. Die Gründung solcher Städte ist wahrhaftig von Nutzen. Auch Darband stammt nach dem Urteil des Verstandes von diesem Verständigen, zu schweigen von Bolghar, das gleichfalls von ihm herrührt und ursprünglich Bun-i Ghar hieß.

Auch ist der Damm, der die zwei Berge Gog und Magog verbindet, von ihm errichtet worden; und vieles weitere mehr, das man nicht alles aufzählen kann.

(Nizami: Das Alexanderbuch. Iskandarname. Aus dem Persischen übersetzt von J. Christoph Bürgel. Zürich 1991, S. 38 f.)
Re: Alexander der Große in persischer Sicht #1
Γραικύλος schrieb am 16.05.2021 um 14:19 Uhr (Zitieren)
Gog und Magog: Vgl. Sura 18, 94
Re: Alexander der Große in persischer Sicht #1
Γραικύλος schrieb am 16.05.2021 um 15:57 Uhr (Zitieren)
Kaichosrou = Kyros? Der wird nämlich in der genannten Koran-Stelle erwähnt.
 
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