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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Über christliche Rechtgläubigkeit (73 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 09.05.2022 um 14:21 Uhr (Zitieren)
Dionysios war Bischof von Alexandria (248-264/5, u.a. während der Christenverfolgung des Kaisers Decius), Stephanus I. Bischof von Rom (254-257).
Der Brief ist in syrischer Sprache überliefert, bei einer griechischen und armenischen Parallele.
Vom heiligen Dionysius, dem Oberhaupt der Bischöfe Alexandrias, aus einem Brief an Stephanus, das Oberhaupt der Bischöfe Roms, über die Taufe, welcher beginnt: Das, was früher Brauch war, will ich Dir, unserem verehrten Bruder, kundtun.

Wenn es jemanden gibt, der etwas Unziemliches über Gott sagt wie jene, die ihn unbarmherzig nennen (1), oder jemand möchte die Verehrung fremder Götter einführen, (dann) soll er, wie das Gesetz befiehlt, gesteinigt werden. (2) Wir aber wollen jene mit kräftigen Worten des Glaubens „steinigen“.

Oder wenn jemand das Mysterium Christi nicht vollständig annehmen will oder es verändert oder verfälscht; oder (wenn er sagt): er sei nicht Gott – oder: er sei nicht Mensch – oder: er sei nicht gestorben – oder: er sei nicht auferstan-den – oder: er werde nicht kommen, Lebendige und Tote zu richten – oder: er predigt etwas anderes außerhalb dessen, was wir ihm gepredigt haben -, dann sei er verflucht, sagt Paulus. (3) Oder wenn er das Wort von der Auferstehung des Leibes verfälscht – dann soll er bereits zu den Toten gerechnet werden.

Damit darüber Klarheit herrsche, möchten wir in Übereinstimmung miteinander sein, Kirchen mit Kirchen, Bischöfe mit Bischöfen, Presbyter mit Presbytern; mit Sorgfalt wollen wir darüber sprechen. Bezüglich der Kriterien und Angelegenheiten über Dinge, die einzelne Personen betreffen, in welcher Weise es nötig ist, jene aufzunehmen, die von außen hinzu-kommen, und in welcher Weise jene, die in (der Kirche) sind (4), begnügen wir uns, jenen zu gehorchen, die an der Spitze eines jeden Ortes stehen, jenen, die durch göttliche Ordination (5) in diesen priesterlichen Dienst eingesetzt sind, wobei wir das Urteil über alles, was sie tun, unserem Herrn anheimstellen.

(Dionysius von Alexandrien, Das erhaltene Werk. Hrsg. v. Wolfgang A. Bienert. Stuttgart 1972, S. 42)

(1) Dies richtet sich gegen Novatian, den Führer der rigoristischen Novatianer.
(2) Vgl. Lev 24, 13-16
(3) Vgl. 1 Kor 16, 22; Gal 1, 8 f.
(4) Hiermit sind diejenigen gemeint, die während der Christenverfolgung vom Glauben abgefallen waren.
(5) Im Text findet sich eine syrische Umschrift des Wortes χειροτονία.
Re: Über christliche Rechtgläubigkeit
Marcella schrieb am 09.05.2022 um 15:27 Uhr (Zitieren)
Ein furchtbarer Dogmatiker! Gut, dass die Römer
gegen solche Fanatiker einschritten.

Und wieso soll Gott eingentlich nicht unbarmherzig genannt werden? Wie kann ein fleißiger Bibelleser sowas behaupten?
Ich las neulich den Propheten Amos und war erstaunt über die gnadenlosen Vernichtungsdrohungen.
Re: Über christliche Rechtgläubigkeit
Γραικύλος schrieb am 09.05.2022 um 23:04 Uhr (Zitieren)
Nach meinem Eindruck hat er gegen Gottes Unbarmherzigkeit keine prinzipiellen Einwände (Steinigung etc.), aber damals - nach der Christenverfolgung unter Decius - drohte die christliche Gemeinschaft zerrissen zu werden durch die Aufarbeitung der Geschehnisse. Die Donatisten bestritten, daß die von später abgefallenen Priestern gespendeten Sakramente gültig seien, die Novatianer wollten (unbarmherzig!) die Abgefallenen auch beim Vorliegen von Reue nicht wieder in die Gemeinde aufnehmen.
Zu dieser Frage bezieht Dionysius Stellung.
Jesus zumindest scheint ja bei Sündern, die Buße taten, großzügig gewesen zu sein. Den anderen blieb die Hölle.
Re: Über christliche Rechtgläubigkeit
Marcella schrieb am 10.05.2022 um 12:55 Uhr (Zitieren)
...Den anderen bleibt die Hölle...Und zwar betrifft das die ganz überwiegende Mehrheit.
Ausgenommen sind lediglich diejenigen, die Gott in seinem unerforschlichen Ratschluss von der zeitlichen und ewigen Verdammnis ausgenommen hat (sog. Gnadenwahl) , und zwar unabhängig vom Verdienst. Aus Liebe und Barmherzigkeit So habe ich es im Anschluss an Augustinus in der Schule gelernt.

Der gescheite Kurt Flasch stellt dazu die Frage, wieso Gott dann so grausam ist, immer neue Generationen von Menschen zur Welt kommen zu lassen, die fast ausnahmslos in der Hölle landen und ewige furchtbare Qualen dulden müssen.

Die Zweinaturenlehre Christi hat hier, was mich erstaunt, so früh bereits Dogmenwert.

Ja, es ist nicht leicht, ein Christ zu sein.
 
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