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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Zwei Arten von Kindheit (76 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 21.06.2022 um 16:58 Uhr (Zitieren)
Demosthenes, Rede für Ktesiphon über den Kranz 257 f.:
Mir also war es vergönnt, Aischines, in meiner Kindheit standesgemäß zur Schule zu gehen und soviel zu besitzen, wie man braucht, um sich nicht aus Mangel schimpflichem Tun zuwenden zu müssen [Ἐμοὶ μὲν τοίνυν ὑπῆρξεν Αἰσχίνη παιδὶ μὲν ὄντι φοιτᾶν εἰς τὰ προσήκοντα διδασκαλεῖα καὶ ἔχειν ὅσα χρὴ τὸν μηδὲν αἰσχρὸν ποιήσοντα δι‘ ἔνδειαν], und, nachdem ich herangewachsen war, jenen Verhältnissen entsprechend zu handeln: Chöre zu finanzieren, Kriegsschiffe auszurüsten, freiwillige Steuerbeiträge zu spenden [χορηγεῖν τριηραρχεῖν εἰσφέρειν], kurz, weder im privaten noch im öffentlichen Leben es an Freigebigkeit fehlen zu lassen, vielmehr dem Staat sowohl als meinen Freunden mich nützlich zu erweisen, des ferneren, als ich mich zum Eintritt in die politische Laufbahn entschlossen hatte, mich auf solche Weise für den Staat zu engagieren, daß ich sowohl von der Vaterstadt wie auch von vielen anderen griechischen Staaten vielmals durch Verleihung eines Kranzes geehrt worden bin und daß nicht einmal ihr, meine Gegner, versucht habt zu behaupten, Weg und Ziel meiner Politik seien nicht wenigstens rühmlich gewesen.

Mich also hat ein solches Geschick [τύχη] durchs Leben geleitet, und ich könnte noch manches darüber sagen, übergehe es aber, um womöglich jeden Anstoß zu vermeiden, den meine Selbstwürdigung erregen könnte. Du aber, der würdige Mann, der du auf die andern mit Verachtung herabsiehst, prüfe im Vergleich damit, was du für eine Geschick gehabt hast: Drückend war die Armut, in der du als Knabe aufgewachsen bist, zusammen mit deinem Vater an die Schule gebunden, Tinte reibend und die Bänke abwischend und die Schulstube fegend [ἅμα τῷ πατρὶ πρὸς τῷ διδασκαλείῳ προσεδρεύων, τὸ μέλαν τρίβων καὶ τὰ βάθρα σπογγίζων καὶ τὸ παιδαγωγεῖον κορῶν], in der Stellung eines Sklaven, nicht eines frei geborenen Knaben [οἰκέτου τάξιν, οὐκ ἐλευθέρου παιδὸς ἔχων].
[...]

(Demosthenes: Rede für Ktesiphon über den Kranz. Hrsg. V. Walter Zürcher. Darmstadt 1983, S. 112 f.)
 
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