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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Aristoteles über die Lebensalter #3 (78 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 22.06.2022 um 14:43 Uhr (Zitieren)
Aristoteles, Rhetorik 2. Buch Kap. 12-14 (1389a – 1390b):
14. Offensichtlich werden diejenigen, die sich in der Blüte (ihres Lebens) befinden, ihrem Charakter nach die Mitte zwischen diesen einnehmen, da sie von beiden die Übertreibung vermeiden, und weder zu zuversichtlich sind – denn Derartiges ist Kühnheit – noch sich zu sehr fürchten, sich aber nach beiden Seiten hin richtig verhalten. Auch (vermeiden sie die Übertreibung), indem sie weder allen trauen noch allen misstrauen, sondern mehr der Wahrheit entsprechend urteilen. Auch (vermeiden sie die Übertreibung), indem sie weder für das Schöne allein noch für das Nützliche leben, sondern für beides. Auch (vermeiden sie die Übertreibung), indem sie weder zur Knauserei noch zur Ausschweifung neigen, sondern zum Angemessenen. Ebenso (verhalten sie sich) gegenüber der Wut und dem Begehren. Auch sind sie besonnen in Verbindung mit Tapferkeit und tapfer in Verbindung mit Besonnenheit. Bei den Jungen und den Alten nämlich sind diese (Eigenschaften) getrennt; denn die Jungen sind tapfer und zügellos, die Alten aber besonnen und feige.

Um es allgemein zu sagen: Alle die nützlichen (Eigenschaften), welche die Jugend und das Alter unter sich aufgeteilt haben, diese haben sie jeweils beide, was jene aber im Übermaß oder zuwenig haben, davon haben sie ein mittleres Maß und das Angemessene.

Der Körper erreicht seine Blütezeit zwischen dem dreißigsten und fünfunddreißigsten Lebensjahr, die Seele um das neunundvierzigste Lebensjahr. Über Jugend, Alter und Blütezeit, von was für einem Charakter jeder dieser Altersabschnitte ist, darüber sei nun so viel gesagt.

(Aristoteles: Werke Band 4, Rhetorik. Hrsg. v. Christof Rapp. Erster Halbband. Darmstadt 2002, S.98-101)

 
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