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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der König, die Götter und die Verehrung #9 (75 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 05.08.2022 um 13:02 Uhr (Zitieren)
Q. Curtius Rufus, HISTORIAE ALEXANDRI MAGNI MACEDONIS (Geschichte Alexanders des Großen) VIII 5, 9 – 8, 18:
8. Aber der König sagte: „Wie falsch das ist, was der da von seinem Lehrer gehört und hier wiederholt hat, zeigt meine Geduld.
Denn ihn, der sich zu äußersten Schandtat bekannt hat, habe ich nicht nur angehört, sondern auch euch dazu gezwungen, ihn anzuhören. Denn ich wusste genau, wenn ich diesem Mordgesellen zu reden erlaubte, so werde er seine Wut offenbaren, die ihn dazu getrieben hat, mich, den er wie einen Vater ehren müsste, ermorden zu wollen.

Als er sich neulich auf der Jagd allzu unverschämt benommen hatte, habe ich ihm nach heimischer Sitte, die schon von den ältesten makedonischen Königen ausgeübt wurde, züchtigen lassen. Das muss so sein, und das ertragen von ihren Vormündern die Mündel, von ihren Gatten die Ehefrauen; wir gestatten sogar Sklaven, Knaben dieses Alter zu schlagen.
Dies ist meine Grausamkeit gegen ihn, die er durch ruchlosen Mord rächen wollte. Denn wie mild ich gegen die Übrigen bin, die mir gestatten, meiner Sinnesart zu folgen, das wisst ihr genau, und es ist überflüssig, davon zu sprechen.

Dass Hermolaos die Bestrafung der Hochverräter nicht billigt, da er selbst Gleiches verdient hat, wundert mich wahrlich nicht im Geringsten. Denn wenn er Philotas und Parmenion lobt, so dient er damit seiner eigenen Sache.

Den Lynkesten Alexander aber habe ich, obwohl er zweimal meinem Leben nachstellte, freigesprochen. Als er dann von zwei Anzeigen wiederum überführt war, habe ich es dennoch drei Jahre lang aufgeschoben, bis ihr fordertet, dass er endlich sein Verbrechen durch die verdiente Strafe büße.

Von Attalos erinnert ihr euch doch, dass er, bevor ich König wurde, mein Todfeind gewesen ist. Hätte doch Kleitos mich nicht gezwungen, ihm zu zürnen! Seine unbesonnene Rede, als er gegen mich und euch Schmähungen vorbrachte, habe ich länger ertragen, als er es ertragen hätte, wenn ich dergleichen gesagt hätte.

Die Milde der Könige und Fürsten beruht nicht bloß auf ihrer eigenen Sinnesart, sondern auch auf der jener Leute, die ihnen untergeben sind. Folgsamkeit mildert die Strenge der Herrschaft; wenn aber die Ehrfurcht aus dem Herzen ent-schwunden ist und man sieht, wie sich das Höchste mit dem Niedrigsten vermischt, dann bedarf es der Gewalt, um Gewalt abzuwehren [vi opus est, ut vim repellamus].

Doch was wundere ich mich, dass mir der da Grausamkeit vorwirft, da er es ja auch gewagt hat, mir Habgier vorzuwerfen? Ich will nicht jeden Einzelnen von euch aufrufen, um mir nicht meine Freigebigkeit verhasst zu machen, wenn ich sie auf eurem Schamgefühl schon schwer lasten gelassen habe. Seht das ganze Heer an: Diejenigen, die kurz zuvor nur ihre Waffen hatten, ruhen jetzt auf silberverzierten Lagern, beladen ihre Tische mit Gold, führen Herden von Sklaven mit sich und können ihre beim Feind gemachte Beute kaum schleppen.

Ja, aber die von uns besiegten Perser stehen bei mir in großen Ehren [At enim Persae, quos vicimus, in magno honore sunt apud me]! Gewiss, das sicherste Zeichen meiner Mäßigung ist es, dass ich nicht einmal über die Besiegten mit Hochmut herrsche. Denn ich bin nicht nach Asien gekommen, um ganze Völker von Grund auf auszurotten, auch nicht, um aus der Hälfte des Erdkreises eine Einöde zu machen, sondern damit jene, die ich im Krieg unterworfen habe, meinen Sieg nicht bereuen [Veni enim in Asiam, non ut funditus everterem gentes nec ut dimidia parte terrarum solitudinem facerem, sed ut illos, quos bello subegissem, victoriae meae non paeniteret].

 
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