Latein Wörterbuch - Forum
habiturus fuerit — 182 Aufrufe
Paula am 6.12.19 um 0:15 Uhr (Zitieren)
So ganz dunkel blinkt es noch, dass habiturus fuerit irgendeine nicht ganz so übliche Form war. Oder doch? Was für eine Zeitform ist das?

Der komplette Text heißt
Notum sit, quod Theodericus, filius predicti Appollonii et Gertrudis, frater domus Theutonice ultramarine post mortem matris sue predicte cum magistratum sue et fratribus suis super omni hereditate, que ad ipsum de morte matris sue predicte in parrochia Orsburg iam devoluta fuit, vel de morte patris sui adhuc devolvi poterit et super omnibus mobilibus et suppelectibus, que idem pater suus nunc habet vel in posterum habiturus fuerit ad manus patris sui penitus effestucavit, ita quod liberam quocumque voluerit divertendi habebit potestatem.
Re: habiturus fuerit
adiutor am 6.12.19 um 9:02 Uhr (Zitieren)
cum magistratu suo ??

ad manus patris sui penitus effestucavit

Was soll das bedeuten?
Du hast in diesem Satz zwei Prädikate, die unverbunden sind.

Was für eine Zeitform ist das?

Es gibt zwei Möglichkeiten:
http://members.aon.at/latein/UFutur.htm
Re: habiturus fuerit
Paula am 6.12.19 um 15:09 Uhr (Zitieren)
Dankeschön!

Es wird wohl tatsächlich magistratu suo heißen. Der letzte Buchstabe ist schlecht zu lesen.

https://www.directupload.net/file/d/5659/7m969h8v_pdf.htm

Ich würde den Satz so gliedern:
Notum sit,
... quod Theodericus,
...... filius predicti Appollonii [der wurde im Eintrag davor schon erwähnt] et Gertrudis,
frater domus Theutonice ultramarine,
... post mortem matris sue predicte cum magistratum suo et fratribus suis super omni
hereditate,
...... que ad ipsum de morte matris sue predicte in parrochia Orsburg iam devoluta fuit,
vel de morte patris sui adhuc devolvi poterit
... et super omnibus mobilibus et suppelectibus,
...... que pater suus nunc habet vel in posterum habiturus fuerit,
... ad manus patris sui penitus effestucavit,
...ita quod liberam quocumque voluerit divertendi habebit potestatem.

Bekannt sei,
... dass Dietrich,
...... Sohn des vorgenannten Appollonius und Gertrud,
...... Bruder des Deutschordenshauses jenseits des Meeres,
... nach dem Tod seiner Mutter mit seinem Magistrat und seinen Brüdern auf das gesamte
Erbe,
...... das ihm nach dem Tod seiner Mutter in der Pfarre Orsburg schon zugefallen ist,
...... oder ihm nach dem Tod seines Vaters zufallen könnte
... und bezüglich allen Mobilien und Hausrat,
...... das sein Vater nun hat oder in Zukunft haben wird
... zu Händen seines Vaters vollständig verzichtet,
... so dass er die Macht hat, darüber frei zu verfügen, wie er will.

Zwei Prädikate in einem Satz hätte ich demnach nicht. Nach meiner Übersetzung würde Dietrich aber nach dem Tod seines Vaters zugunsten seines Vaters auf das Erbe verzichten. Was soll der Tote mit dem Erbe? Logisch wäre gewesen, wenn er zugunsten der Brüder verzichtet hätte. Ich lese beim besten Willen aber kein „ad manus fratrum sui“ aus dem Scan.

Re: habiturus fuerit
arbiter am 6.12.19 um 17:28 Uhr (Zitieren)
Der Vater lebt. Es ist sozusagen ein Berliner Testament.
Re: habiturus fuerit
Paula am 6.12.19 um 17:46 Uhr, überarbeitet am 6.12.19 um 17:47 Uhr (Zitieren)
Ja, im Zeitpunkt des Eintrages lebt der Vater noch. Aber nach dem, was ich da lese, verfügt Dietrich auch über das Erbe, dass ihm nach dem Tode seines Vaters zusteht [que ad ipsum ... de morte patris sui adhuc devolvi poterit]. Nach seinem Tod lebt der Vater nicht mehr, ihm soll aber trotzdem alles zugesprochen werden [ad manus patris sui penitus effestucavit].
 
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