α
β
γ
δ
ε
ζ
η
θ
ι
κ
λ
μ
ν
ξ
ο
π
ρ
ς
σ
τ
υ
φ
χ
ψ
ω
Α
Β
Γ
Δ
Ε
Ζ
Η
Θ
Ι
Κ
Λ
Μ
Ν
Ξ
Ο
Π
Ρ
C
Σ
Τ
Υ
Φ
Χ
Ψ
Ω
ἀ
ἁ
ά
ὰ
ᾶ
ἄ
ἅ
ἂ
ἃ
ἆ
ἇ
ᾳ
ᾷ
Ἀ
Ἁ
Ἄ
Ἅ
Ἂ
Ἃ
Ἆ
Ἇ
ἐ
ἑ
έ
ὲ
ἔ
ἕ
ἒ
ἓ
Ἐ
Ἑ
Ἔ
Ἕ
ἠ
ἡ
ή
ὴ
ῆ
ἤ
ἥ
ἢ
ἣ
ἦ
ἧ
ῃ
ῇ
ᾗ
Ἠ
Ἡ
Ἤ
Ἥ
Ἦ
Ἧ
ἰ
ἱ
ί
ὶ
ἴ
ἵ
ἲ
ἳ
ἶ
ἷ
ῖ
Ἰ
Ἱ
Ἴ
Ἵ
Ἶ
Ἷ
ὀ
ὁ
ό
ὸ
ὄ
ὅ
ὂ
ὃ
Ὀ
Ὁ
Ὄ
Ὅ
Ὂ
Ὃ
ῥ
ὐ
ὑ
ύ
ὺ
ὔ
ὕ
ὒ
ὓ
ὖ
ὗ
ῦ
Ὑ
Ὓ
Ὕ
Ὗ
Ῠ
Ῡ
Ὺ
Ύ
ὠ
ὡ
ώ
ὼ
ὤ
ὥ
ὢ
ὣ
ὦ
ὧ
ῳ
ῶ
ῷ
ᾧ
ᾤ
Ὠ
Ὡ
Ὤ
Ὥ
Ὢ
Ὣ
Ὦ
Ὧ
Schließen
Bewegen
?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Forumübersicht
/
Neuer Beitrag
/
Zurück zum Wörterbuch
Die Sklaverei in der religiösen Deutung des Islam
(228 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.03.2025 um 10:56 Uhr (
Zitieren
)
[...] Der Gelehrte Ahmad Baba (1556-1627) erlebte, wie die Marokkaner 1591/92 das muslimische Sultanat Songhay eroberten, Timbuktu zerstörten und massenhaft Unterworfene versklavten und deportierten, darunter auch ihn selbst. Schnell freigelassen lehrte er in Fes und Marrakesch. Um seine Meinung gefragt, wer versklavt werden dürfe, erteilte er 1614 ein umfassendes Rechtsgutachten (Fatwa), das später häufig zitiert wurde. Darin schreibt er:
„Der Grund der Sklaverei ist der Unglaube; und die Ungläubigen des Sudan sind wie andere ‚kafir‘, ob sie Christen, Juden, Perser, Berber oder andere sind, die am Unglauben festhalten und den Islam nicht annehmen ... Folglich besteht kein Unterschied zwischen all den ‚kafir‘ in dieser Hinsicht. Wer auch immer als Ungläubiger gefangen genommen wird, darf nach dem Gesetz in Besitz genommen werden, wer es auch sein mag, aber keinesfalls derjenige, der aus freiem Willen zum Islam übertrat, von Anfang an, gleichgültig welchem Volk er angehört – sei es Bornu, Kano, Songhai, Katsina, Gobir, Mali und einige von Zakzak. Diese sind freie Muslime, die zu versklaven auf keine Weise gestattet ist. Desgleichen die Mehrheit der Fulani, ausgenommen eine Gruppe jenseits von Gao, von denen es heißt, sie seien ‚kafir‘.“
Er stellt eine Liste auf, welche die versklavbaren Stämme vom Senegal bis zum Tschad ausdrücklich bezeichnet. Überdies nennt er, vorsichtig, auch muslimische Völker, deren Glaube anzweifelbar ist. Aber gerade der Zweifel, ob eine Ethnie ‚wirklich‘ islamisiert war, eröffnete alle Tore, um im Sudan weiterhin Muslime in großem Umfang zu versklaven.
Ahmad Baba folgt der Logik des Djihad: Den Angehörigen von ‚Buchreligionen‘ wurde zugestanden, als Dhimmi in religiöser Apartheid unter islamischer Herrschaft zu leben, so im Falle von Christen, Juden oder Parsen; den Völkern und Ethnien südlich der Sahara wurde diese Option nicht gewährt; sie wurden versklavt, wofern sie nicht rechtzeitig zum Islam konvertierten.
Für den interkulturellen Vergleich ist diese Fatwa von herausragender Bedeutung. Sie verdeutlicht, wie weit der Scharia-Islam abweicht von allen anderen bekannten Religionen. Ein religiöses Gutachten, welches Ethnien und Völker benennt, gegen die man Krieg führen darf, um sie zu versklaven, existiert in keiner anderen Religion.
Etwa 80 Jahre vor der Fatwa Ahmad Babas – während der heftigen Debatten in Spanien – hatte Papst Paul III. in sei-ner Bulle „Sublimis Deus“ (1537) bestimmt: „ungeachtet all dessen [,] was früher in Geltung stand und noch etwa entgegensteht, daß die Indios und alle Völker, die künftig mit den Christen bekannt werden, auch wenn sie den Glauben noch nicht angenommen haben, ihrer Freiheit und ihres Besitzes nicht beraubt werden dürfen ... Alles[,] was diesen Bestimmungen zuwiderläuft, sei null und nichtig.“ Anders die islamischen Rechtsgelehrten. Solange die sich an die Scharia hielten, konnten sie die Sklaverei nicht ablehnen. Daher gibt es bis heute keine Fatwa, die grundsätzlich die Sklaverei verbietet.
(Egon Flaig: Weltgeschichte der Sklaverei. München ³2018, S. 122 f.)
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild:
Sonnenuntergang
Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.
Forum Code:
[b]fett[/b]
[i]kursiv[/i]
[u]unterstrichen[/u]
[strike]durchgestrichen[/strike]
[sup]hochgestellt[/sup]
[sub]tiefgestellt[/sub]
[quote]Text zitieren[/quote]
[wb]Wörterbuch-Link[/wb]