Γραικύλος schrieb am 28.04.2025 um 00:06 Uhr (Zitieren)
Die sogenannte Laudatio Turiae:
Hierbei handelt es sich um eine wohl im Jahre 9 v.u.Z. entstandene Grabinschrift, die ein Mann seiner verstorbenen Ehefrau nach einer sehr dramatisch, aber glücklich verlaufenen Ehe gesetzt hat. Große Teile davon sind erhalten, und es handelt sich um die längste bekannte Grabinschrift aus der Antike.
Weder der Name des Mannes noch der der Frau sind bekannt; die frühere Vermutung, es handele sich um eine bei Appian (b.c. IV 44) und Valerius Maximus (VI 7, 2) erwähnte Frau namens Turia (mit einem ähnlichen Schicksal), hat zu dem heutigen Titel geführt.
(Die sogenannte Laudatio Turiae. Hrsg. v. Dieter Flach. Einleitung, Text, Übersetzung und Kommentar. Darmstadt 1991, S. 64-72)
Re: Eine dramatische Ehe #1
Patroklos schrieb am 28.04.2025 um 11:29 Uhr (Zitieren)
Der Witwer kann nur ein Anwalt gewesen sein. Die Grabinschrift ist eine kuriose Verteidigungs- bzw Rechtfertigungsrede post mortem.
Ein Pendant der „Turia“ ist leider nicht überliefert.Deren Darstellung wäre womöglich kürzer. (Schwarze Witwe?)
Re: Eine dramatische Ehe #1
Patroklos schrieb am 28.04.2025 um 11:48 Uhr (Zitieren)
WP erläutert die Kaufehe folgendermaßen:
Die Eheschließung erfolgte so, dass sie das Gewaltverhältnis des Vaters verließ und in das des zukünftigen Ehemannes wechselte (conventio in manum). Im Libralakt legt der zukünftige Ehemann einen symbolischen „Kaufpreis“ auf die Waage, der pater familias der Braut tritt sodann seine Gewaltherrschaft (manus) an den Bräutigam ab. Diese sogenannte „Kaufehe“ war vermutlich in der frührömischen Zeit tatsächlich als Kauf vollzogen worden.
Re: Eine dramatische Ehe #1
Γραικύλος schrieb am 28.04.2025 um 14:12 Uhr (Zitieren)
Danke für die Erläuterung.
Die weiteren Teile der Laudatio sind dann weniger juristisch.