Γραικύλος schrieb am 30.04.2025 um 23:21 Uhr (Zitieren)
(Die sogenannte Laudatio Turiae. Hrsg. v. Dieter Flach. Einleitung, Text, Übersetzung und Kommentar. Darmstadt 1991, S. 64-72)
Re: Eine dramatische Ehe #4
Patroklos schrieb am 01.05.2025 um 19:27 Uhr (Zitieren)
All diese längliche, verwickelte, konjunktivische Darlegung lässt mich folgendes vermuten:
Hier wird keine vergangene Wirklichkeit wiedergegeben. Das ist alles pure Fiktionalität. Jeder einzelne Satz erscheint mir unehrlich. Die Passage zur Kinderlosigkeit ist unerträglich falsch. Man möge mich widerlegen.
Re: Eine dramatische Ehe #4
Patroklos schrieb am 01.05.2025 um 20:06 Uhr (Zitieren)
Wer sollte wohl der Adressat dieser Ausführlichkeiten gewesen sein? Doch die Verblichene und die Passanten. Kurios.
Re: Eine dramatische Ehe #4
βροχή schrieb am 01.05.2025 um 21:24 Uhr (Zitieren)
Patro, warum findest du die Erzählung zur Kinderlosigkeit unehrlich? Meinst du es lag an ihm, was er durch Untreue herausgefunden hatte?
Re: Eine dramatische Ehe #4
Patroklos schrieb am 02.05.2025 um 11:24 Uhr (Zitieren)
Und wenn die Grabinschrift gegenteilig zu lesen wäre? Zumindest teilweise?
Ein Rachetext im Gewand der Lobrede?
Der Fruchtbarkeitsabschnitt könnte auch bedeuten, sie ließ ihm freien Lauf.
Wer diesen Endlostext las, mag breit gegrinst haben.
Re: Eine dramatische Ehe #4
βροχή schrieb am 02.05.2025 um 12:26 Uhr (Zitieren)
viell. ein vergiftetes Lob. Alles unangenehme im nachhinein einseitig auszubreiten, wirkt auf den Leser auch unamgenehm.
Re: Eine dramatische Ehe #4
Patroklos schrieb am 02.05.2025 um 18:39 Uhr (Zitieren)
Folgender Entlarvungssatz gibt mir zutiefst zu denken.
daß ich, wenn ich schon nicht von dir Kinder haben könne, sie wenigstens dank dir hätte und du mir aus Sorge, du werdest keine gebären, eine fruchtbare Ehe mit einer anderen verschafftest?
Re: Eine dramatische Ehe #4
Patroklos schrieb am 02.05.2025 um 20:02 Uhr (Zitieren)
Ich bitte um Mithilfe beim Beleg des“subtextes“.
Es geht womöglich um
1.die Richtungsstellung eines bekannten Erbschaftsprozesses
2. um eine politische Reinwaschung
3. um eine großzügige Lizenz zum Fremdgehen ex eventu.
Formal dürfte es sich um eine Rechtfertigung per expansionem handeln.
Re: Eine dramatische Ehe #4
βροχή schrieb am 02.05.2025 um 21:13 Uhr (Zitieren)
Keine Kinder zu bekommen, war damals für eine Frau ein Makel. Darauf sogar nach dem Tod noch rum zu hacken, ist kein Lob. Das sehe ich auch so.
Warum er das machte, ist schwer nach zu vollziehen. Viell. sogar etwas ganz anderes als 1-3?
Re: Eine dramatische Ehe #4
Patroklos schrieb am 02.05.2025 um 21:33 Uhr (Zitieren)
Können wir Argumente ins Feld führen,dass die gesamte Grabinschrift unehrlich und fälschlich ist? Ich glaube, man kann. Der Witwer wollte es so sehen und überliefern.
Re: Eine dramatische Ehe #4
βροχή schrieb am 03.05.2025 um 07:19 Uhr (Zitieren)
Das kann man. Aber ist es fair? Die können sich beide nicht wehren gegen unsere Interpretationen.
Hoffentlich, werden sie nicht sauer sein.
In diesem Sinne, Turia und Witwer bitte nehmt es nicht krumm. Wir kannten euch gar nicht, wie schön wäre es, wenn ein paar Zeilen vgon dir, Turia selbst gefunden werden und eine Facette hinzufügen könnten.
Wer den Partner liebt, will ihn nicht allein zurück lassen. Der Wunsch als erster zu gehen, ist nur zu verständlich, aber auch ein bisschen egoistisch.
Akuter Grabesschmerz erzeugt den Wunsch, dem Partner zu folgen.