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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
In eigener Sache (254 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 09.12.2025 um 17:02 Uhr (Zitieren)
Derzeit betreibe ich meine Arbeit für dieses Forum mit gebremstem Schaum, d.h. ich halte meine Norm - zwei neue Themen pro Tag - nicht immer ein. Auch die vielen Rätsel gehören dazu, denn sowas ist flott vorbereitet.

Das liegt daran, daß sich die Arbeit an einem neuen Buch in der Endphase befindet. Erscheinen wird es wohl im kommenden Frühjahr.
Re: In eigener Sache
Udo schrieb am 09.12.2025 um 17:23 Uhr (Zitieren)
Das liegt daran, daß sich die Arbeit an einem neuen Buch in der Endphase befindet.

Zu welchem Thema?
Re: In eigener Sache
Γραικύλος schrieb am 09.12.2025 um 17:29 Uhr (Zitieren)
Tod.
Re: In eigener Sache
βροχή schrieb am 09.12.2025 um 17:57 Uhr (Zitieren)
Alles Gute für das Buch :)


Re: In eigener Sache
Patroklos schrieb am 09.12.2025 um 19:33 Uhr (Zitieren)
Tod wo ist dein Stachel?
Erster Brief an die Korinther, Kapitel 15, Vers 55.
Stachel=κέντρον
Zentrum, Mittelpunkt, Stachel des Zirkels
Re: In eigener Sache
Aurora schrieb am 10.12.2025 um 06:46 Uhr (Zitieren)
Tod wo ist dein Stachel?

Mit naiver Theologie lässt sich dieser Stachel
nicht ziehen und wegbeten schon gar nicht.

Zur Auferstehung sagte einst Willy Marxen:

Marxsen formulierte in seinen Lehrveranstaltungen sinngemäß stets: „Ostern bedeutet, dass der am Kreuz ‚gescheiterte‘ Glaube neu gewagt wurde“, wobei er die Inhalte des nachösterlichen Glaubens als im Prinzip die gleichen sah wie diejenigen zur Zeit des Lebens und Wirkens Jesu. Er bezeichnete die Auferstehung Jesu als „Widerfahrnis des Sehens“ gegenüber seinen Jüngern und als ein „zeitbedingtes Interpretament“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Marxsen#Theologie
Re: In eigener Sache
Γραικύλος schrieb am 10.12.2025 um 16:25 Uhr (Zitieren)
Ich danke für die guten Wünsche. Der Vertrag ist unterschrieben; ich muß den Text nur nochmal durchgehen.
Re: In eigener Sache
Patroklos schrieb am 10.12.2025 um 17:21 Uhr (Zitieren)
Gemessen am Thema müsste jeder das Buch erstehen. Derzeit allein in Deutschland 83,6 Mio! Mors certa, hora incerta. Somit ein Longseller.
Re: In eigener Sache
Γραικύλος schrieb am 11.12.2025 um 20:24 Uhr (Zitieren)
Diese Deutung des Paulus-Zitates verstehe ich nicht.

Es lautet ja unverkürzt: "Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?"
Das verstehe ich. Der Tod ist ein Stachel in unserem Fleisch, der schmerzt und ängstigt.
Durch seine Auferstehung hat Jesus - so behauptet Paulus - den Tod besiegt und den Stachel aus unserem Fleisch gezogen.

Ersetzt man nun "Stachel" durch "Zentrum", verstehe ich den Satz nicht mehr. "Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Zentrum?"
Was soll denn das heißen?
Re: In eigener Sache
βροχή schrieb am 12.12.2025 um 00:25 Uhr (Zitieren)
Es ist ein giftiger Stachel der tötet, wahrscheinlich ein Skorpion oder ein Stachelrochen. Wenn dieser Stachel abgebrochen ist, kann er nicht mehr stechen, er verliert seine Gefährlichkeit.

Re: In eigener Sache
βροχή schrieb am 12.12.2025 um 05:41 Uhr (Zitieren)
Mit diesem Spruch sollte man vorsichtig sein. Er ist eine Herausforderung an den Tod. Manchmal nimmt der sie an und setzt das Symbol buchstäblich um. Steve Irwin wurde von einem Stachelrochen direkt ins Herz (Zentrum) gestochen, er war sofort tot :(
Re: In eigener Sache
βροχή schrieb am 12.12.2025 um 06:15 Uhr (Zitieren)
@Patroklos

Stachel=κέντρον
Zentrum, Mittelpunkt, Stachel des Zirkels


Meinst du damit, dass der Eistichpunkt mit der Spitze des Zirkels mit dem selben Wort gleichgesetzt wird?

Ist dieser biblische Stachel künstlich, also eine Spitze? Dann könnte eine Waffe gemeint sein, Speer, Schwert ua.

Re: In eigener tSache
βροχή schrieb am 12.12.2025 um 06:17 Uhr (Zitieren)
Sry. Tippo

Einstichpunkt

Re: In eigener Sache
Patroklos schrieb am 12.12.2025 um 11:54 Uhr (Zitieren)
Ich hatte zuvor ebenfalls immer an einen Skorpion gedacht. Das griechische Wort belehrt eines Besseren.
Re: In eigener Sache
βροχή schrieb am 12.12.2025 um 12:16 Uhr (Zitieren)
Die Assoziation mit "Stachel im Fleisch" führt in die Irre.

Sensenmann wo ist deine Sense?

Re: In eigener Sache
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 12.12.2025 um 12:44 Uhr (Zitieren)
Wenn also der Tod nicht mit dem Stachel des Skorpions (bspw.) ausgestattet ist, sondern mit dem eines Zirkels, dann besagt der Satz also, daß der Tod dadurch nicht mehr töten kann, sondern daß ihm die Macht genommen wurde, den Zirkel einzustechen, um den betroffenen Menschen nicht mehr mit der Sünde, die für "die Sünder allzumal" aus dem Gesetz notwendig fließt, umreißen zu können.

Ehrlich gesagt: habe den Text noch nie so gelesen - danke Dir, Patrokle, für den Hinweis auf den Urtext (ad fontes!), der wahrlich die Augen öffnet.
Re: In eigener Sache
Patroklos schrieb am 12.12.2025 um 13:31 Uhr (Zitieren)
Zum Zirkel dieser Hinweis:
„Für Dürer wie für sein Zeitalter ist die Geometrie die Wissenschaft par excellence.“
Dazu als Fußnote:
„Es ist bezeichnend, daß auch der Künstler sich jetzt gern mit dem Zirkel in der Hand porträtiert;“
(Saturn und Melancholie, S. 477)
Re: In eigener Sache
Info schrieb am 12.12.2025 um 13:35 Uhr (Zitieren)
Hier noch ein STACHEL beim Völkerapostel:
Der Text: In 2. Korinther 12,7 heißt es (nach Einheitsübersetzung): „Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.“
Die Bedeutung: Der Stachel ist kein Zufall, sondern wurde Paulus mit Erlaubnis Gottes gegeben. Er dient als ständige Mahnung zur Demut und soll verhindern, dass er aufgrund seiner besonderen Erfahrungen überheblich wird.
Die Natur des Stachels: Die Bibel beschreibt die genaue Art des Stachels nicht weiter, aber es wird allgemein angenommen, dass es sich um eine schmerzhafte Krankheit, eine chronische Prüfung oder ein ähnliches Leiden handelte.


7.διὸ ἵνα μὴ ὑπεραίρωμαι, ἐδόθη μοι σκόλοψ τῇ σαρκί, ἄγγελος σατανᾶ, ἵνα με κολαφίζῃ, ἵνα μὴ ὑπεραίρωμαι.
8. ὑπὲρ τούτου τρὶς τὸν κύριον παρεκάλεσα ἵνα ἀποστῇ ἀπ’ ἐμοῦ.
9. καὶ εἴρηκέν μοι· ἀρκεῖ σοι ἡ χάρις μου, ἡ γὰρ δύναμις ἐν ἀσθενείᾳ τελεῖται. μᾶλλον καυχήσομαι ἐν ταῖς ἀσθενείαις μου, ἵνα ἐπισκηνώσῃ ἐπ’ ἐμὲ ἡ δύναμις τοῦ Χριστοῦ.
10. διὸ εὐδοκῶ ἐν ἀσθενείαις, ἐν ὕβρεσιν, ἐν ἀνάγκαις, ἐν διωγμοῖς καὶ στενοχωρίαις,
Re: In eigener Sache
Patroklos schrieb am 12.12.2025 um 15:36 Uhr (Zitieren)
Ich hatte mir die Freiheit genommen, in den griechischen Urtext zu schauen.

Erster Brief an die Korinther, Kapitel 15, Vers 55.
Stachel=κέντρον
Zentrum, Mittelpunkt, Stachel des Zirkels
UA!
Re: In eigener Sache
Γραικύλος schrieb am 12.12.2025 um 16:55 Uhr (Zitieren)
Zu τὸ κέντρον gibt der Passow an:
Spitze, Stachel, alles Stechende, bes. a) der Stachel, mit dem Pferde, Rinder u. andere Zug- u. Lastthiere angetrieben werden [...], b) die Spitze des Wurfspießes, c) die Spitze eines Cirkelschenkels, eines Kreisels, d) der Sporn der Hähne u. ähnl. Vögel.
Dann: häufig sinnbildlich [...], Stachel als Bezeichnung für stechenden, heftigen Schmerz, sowohl des Körpers als der Seele; als Symbol der Herrschaft [...], eine Stachelknute, als Züchtigungs- und Marterwerkzeug [...]
Dann: der Ort, wo man einen Schenkel des Cirkels ansetzt, um mit dem andern einen Kreis zu beschreiben; dah. der Mittelpunkt, das Centrum einer Fläche oder eines Körpers.

Es gibt also keine Notwendigkeit, die biblische Aussage auf einen Zirkel zu beziehen, und ich habe mit ihrem Sinn Schwierigkeiten, wenn man das als "Tod, wo ist dein Zentrum?" deutet.
Was στρουθίον οἰκιακόν dazu schreibt, erscheint mir etwas weit hergeholt.
Re: In eigener Sache
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 12.12.2025 um 17:01 Uhr (Zitieren)
Was στρουθίον οἰκιακόν dazu schreibt, erscheint mir etwas weit hergeholt.
Siehe dazu https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=11920#2
Re: In eigener Sache
Patroklos schrieb am 12.12.2025 um 17:04 Uhr (Zitieren)
Mir ging es in aller Bescheidenheit um die Etymologie bzw Weiterbildung von κέντρον.
Re: In eigener Sache
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 12.12.2025 um 17:08 Uhr (Zitieren)
Dürfte ich dann in aller Bescheidenheit anregen, daß Du Deine Absicht schon beim ersten Post etwas deutlicher formulierst, Patrokle?
Aufschlußreich sind solche etymologischen Hinweise ja allemal.
Re: In eigener Sache
Patroklos schrieb am 12.12.2025 um 17:17 Uhr (Zitieren)
στρουθίον οἰκιακόν,
“Dein Wille geschehe“
(θέλημά σου)
Re: In eigener Sache
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 12.12.2025 um 17:26 Uhr (Zitieren)
:-)
Re: In eigener Sache
Γραικύλος schrieb am 12.12.2025 um 18:16 Uhr (Zitieren)
Der Tod ist, vor allem in der "vegetativen Todesangst" (Ernst Tugendhat), eine unmittelbare, stark emotionale Bedrohung.
Wenn Jesus durch seine Auferstehung diese besiegt hat, muß die Wirkung auf uns weit stärker sein als bei einer theologischen Reflexion auf unsere Sündhaftigkeit.

Aber στρουθίον οἰκιακόν hat seine Deutung ja bereits zurückgezogen.

Die Verbindung von κέντρον mit dem Zirkel und daher mit unserem "Zentrum" halte ich für sekundär, für abgeleitet.
Das etymologische Wörterbuch von Frisk bestätigt diese Annahme in seinen Ausführungen zum Verb κεντέω. Ursprünglich: stacheln, stechen.
Re: In eigener Sache
Bukolos schrieb am 13.12.2025 um 05:46 Uhr (Zitieren)
Zitat von Patroklos am 12.12.25, 11:54Ich hatte zuvor ebenfalls immer an einen Skorpion gedacht. Das griechische Wort belehrt eines Besseren.

Paulus zitiert ja - ein wenig frei - aus der Septuaginta-Übersetzung von Hosea 13,14 (ποῦ ἡ δίκη σου, θάνατε; ποῦ τὸ κέντρον σου, ᾅδη;). Aus dem Vergleich mit dem hebräischen Text (auf deutsch: "Wo sind deine Seuchen, Tod? Wo ist deine Pest, Hölle?") wird deutlich, dass hier wohl eher nicht an den Tod als Geometer gedacht wurde. Entsprechend gibt Andreas Lindemann (Der Erste Korintherbrief [= HNT 9/I], Tübingen 2000, S. 371) mit Verweis auf weitere Bibelstellen als in Betracht zu ziehende Bedeutungen an:
κέντρον entweder der Stachel des Treibers, Spr 26,3; vgl. Hos 5,12 LXX; Apg 26,14, oder der lebensgefährliche Stachel des Skorpions, Apk 9,10
Re: In eigener Sache
βροχή schrieb am 13.12.2025 um 07:24 Uhr (Zitieren)
Der Tod ist, vor allem in der "vegetativen Todesangst" (Ernst Tugendhat), eine unmittelbare, stark emotionale Bedrohung.


Die vegetative Todesangst wird durch einen starken körperlichen oder seelischen Schmerz besiegt.

Diese Erfahrung machte auch Jesus.




 
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