Γραικύλος schrieb am 11.01.2026 um 00:40 Uhr (Zitieren)
Phaëton war der Sohn des Sonnengottes Helios, der von seinem Vater widerwillig die Erlaubnis erhält, für einen Tag den Sonnenwagen über den Himmel zu lenken und dabei eine Katastrophe auslöst.
Im 19. Jhdt. wurde als Phaëton eine offene, meist zweisitzige Kutsche, Anfang des 20. Jhdts. dann danach ein offenes Automobil bezeichnet.
Es gab viele Kutschentypen mit eigenen Namen. Mir ist unklar, warum gerade dieser Typus als Phaëton firmiert. Weil man sich den Wagen des Helios ohne Dach vorstellte?
Hier ein Kupferstich des stürzenden Phaeton, winzig klein die stürzenden Pferde und der Wagen im Hintergrund - von Hendrick Goltzius, einem niederländischen Kupferstecher und Maler mit verkrüppelter Hand. https://www.metmuseum.org/art/collection/search/343581
Für mich ein Symbolbild für das Lebensgefühl vieler im Zeitalter der Glaubensspaltung und vor dem 30jährigen Krieg.
Man muss es sich in der Vergrößerung anschauen, um die unglaublich virtuosen Schaffuren von Goltzius auf den Muskeln des Stürzenden zu erkennen, außerdem den Großbrand im Vordergrund, das Rad, das sich vom Sonnenwagen gelöst hat ... Für mich ein absolutes Meisterwerk!
Re: Phaëton
Patroklos schrieb am 11.01.2026 um 14:20 Uhr (Zitieren)
Etymonline fügt hinzu:
Earlier as a name for a reckless driver (1590s).
Fast=schnell kommt ca1200 auf. Vorher „firm, solid“. Ungeklärt; womöglich, so Etymonline, skandinavischer Einfluss.
Re: Phaëton
Arne Jausberg schrieb am 11.01.2026 um 15:47 Uhr (Zitieren)
Über diese virtuose, aber unnatürliche wulstige Anatomie spottete schon Leonardo und verglich das Ergebnis mit einem Sack Nüsse. So plump fällt Phaeton denn auch bei Götzis und Cornelisz van Haarlem aus den Wolken.
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Re: Phaëton
Arne Jausberg schrieb am 11.01.2026 um 15:48 Uhr (Zitieren)
Arne Jausberg schrieb am 11.01.2026 um 17:19 Uhr (Zitieren)
Mit Anatomie war diese Art der anatomischen Darstellung gemeint, die existierte schon zu Leonardos Zeiten und reizte ihn zum Spott. Goltzius‘ und Cornelisz van Haarlems Phaeton ist nur ein späteres Beispiel dafür.