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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten (287 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.02.2026 um 03:11 Uhr (Zitieren)
Bei Menschen, die zum Tode verurteilt sind - und das sind wir ja alle -, gibt es zwei Arten, sich dazu zu verhalten. Während die einen bemüht sind, den Zeitpunkt ihrer Hinrichtung möglichst lange hinauszuschieben, und sich mit aller Anstrengung um weitere Jahre, Monate oder wenigstens Tage bemühen, sagen die anderen: Gut, es soll so sein. Bringen wir es hinter uns!

(Nikobulos von Rhodos: Fragmente. Hrsg. v. Eduard Holzhausen. Leipzig 1908, S. 12)
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
Aurora schrieb am 01.02.2026 um 06:19 Uhr (Zitieren)
Nikobulos von Rhodos

Wer soll das sein? Im Netz finde ich nichts über ihn.
Ich stieß auf einen Nikobulos, gegen den Demosthenes eine Rede gehalten haben soll.
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
Γραικύλος schrieb am 01.02.2026 um 23:03 Uhr (Zitieren)
Es handelt sich um eine Falle. Ich hatte die Hoffnung, daß unser Gemini-Freund seine KI damit befaßt, und war auf das Ergebnis gespannt.
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
Aurora schrieb am 02.02.2026 um 06:33 Uhr (Zitieren)
Wenn ich bei Gemini anfrage, kommt diese Antwort:

Es scheint, dass der Name Nikobulos von Rhodos (oder auch Nikoboulos) in den gängigen historischen Standardwerken nicht als prominente Einzelfigur geführt wird. In antiken Quellen taucht der Name jedoch im Zusammenhang mit militärischen oder diplomatischen Kontexten auf.

Hier sind die wichtigsten Informationen, die sich dazu finden lassen:
Historischer Kontext

Teilnahme an Feldzügen: Es gibt Hinweise darauf, dass ein Nikobulos (teils als „Nikobulos senior“ bezeichnet) am Feldzug gegen die Perser teilgenommen hat. Dies deutet auf die Zeit Alexanders des Großen oder die darauffolgenden Diadochenkriege hin.

Geographische Zuordnung: Der Beiname „von Rhodos“ weist darauf hin, dass er entweder Bürger der mächtigen Inselrepublik Rhodos war oder dort eine bedeutende Rolle spielte. Rhodos war in der Antike ein wichtiges maritimes und kulturelles Zentrum.

Mögliche Verwechslungen

Häufig werden bei der Suche nach Persönlichkeiten aus Rhodos folgende bekanntere Namen genannt:

Kleobulos von Lindos: Einer der „Sieben Weisen“, der auf Rhodos lebte.

Apollonios von Rhodos: Ein berühmter Dichter (Autor der Argonautika).

Niko Dudler: Ein moderner Autor, der über die Geschichte von Rhodos schreibt (oft in Suchergebnissen zu finden).


Warum stellst du solche Fallen?
Das passt irgendwie nicht in das Bild, das ich von dir habe?
Willst du damit KI blamieren?
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 02.02.2026 um 09:25 Uhr (Zitieren)
Na, die Auskünfte sind ja an Schwammigkeit und Unverbindlichkeit schwer zu überbieten. „In antiken Quellen“, „Es gibt Hinweise“, „taucht in militärischen und diplomatischen Kontexten auf“ … Schockschwerenot, welche Quellen sind das denn?! Ja, wo sind sie denn zu finden, die Hinweise, und wie lauten sie tatsächlich?! Warum nennt das geniale Detektivbüro nicht Roß und Reiter? Warum wird die Quelle für die konkret behauptete Teilnahme „an den Perserkriegen“ nicht offengelegt, wo doch eingangs konstatiert wird, ein Namensträger sei als Einzelperson nicht faßbar?! Was, in Dreiteufelsnamen, steht denn da, und wo???
Jedem Quintaner hätte man so ein Machwerk um die Ohren gehauen, ein besseres Beispiel für die intellektuelle Unredlichkeit dieser „““““Intelligenz „“““““ kann man sich kaum vorstellen.

Und die Glanzleistung der „geographischen Zuordnung“! Da braucht es wirklich Rechenzentren, eine Lokalisierung von solcher Präzision zu liefern, die ihre Dürftigkeit nur mühsam mit dem Hinweis auf „die mächtige Inselrepublik [sic!]“ zu bedecken sucht.

Slob at its best, und verblendet, wer solch „intelligente“ Information für bare Münze nimmt. Und die Krone des Ganzen: dieser Schund ist von nun an in der Datensammlung für die Ewigkeit festgehalten.
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
Patroklos schrieb am 02.02.2026 um 09:49 Uhr (Zitieren)
The house sparrow, disclosing his command of English, might add:
Slob: The meaning "untidy person," often with implications of "dull, slow, loutish, easily imposed upon," emerged in 1887.
(etymoline)
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 02.02.2026 um 10:00 Uhr (Zitieren)
Wie soll man eine Maschine ‚blamieren‘ können. Blamiert sind die, die sich auf jene verlassen und in ihren Orakelsprüchen die reine Wahrheit „ohnfehlbar“ erhalten zu haben dünken.
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 02.02.2026 um 10:08 Uhr (Zitieren)
Solche Bemerkungen pickt der Hausspatz vergnügt und begierig auf, Patrokle, und dankt mit einem fröhlichen Tschilp!
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
Γραικύλος schrieb am 02.02.2026 um 10:44 Uhr (Zitieren)
Welche Frage hast Du denn an Deine KI gestellt, Aurora? Offenbar keine zum Text.
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
Quoth schrieb am 02.02.2026 um 11:11 Uhr (Zitieren)
Mein Schwiegervater schrieb auf einen der vielen Zettel, die er hinterließ: "Ich warte nicht auf den Tod. Der Tod wartet auf mich."
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
Persephone schrieb am 02.02.2026 um 11:59 Uhr (Zitieren)
Bei Menschen, die zum Tode verurteilt sind - und das sind wir ja alle -, gibt es zwei Arten, sich dazu zu verhalten. ...


Ich habe das Zitat also zunächst unkommentiert und ohne Frage eingegeben.

Das ist ein bemerkenswertes Zitat, das die existenzielle Realität mit einer fast schon unterkühlten Sachlichkeit angeht. Die Metapher des „Todesurteils“ für das menschliche Leben ist zwar düster, rückt aber die individuelle Haltung zur Endlichkeit in den Fokus.
Man könnte diese beiden Typen von Nikobulos von Rhodos modern übersetzen:
1. Der Widerständige (Die Verzögerungstaktik)
Diese Gruppe sieht das Leben als ein kostbares Gut, das gegen den unaufhaltsamen Verfall verteidigt werden muss.
* Antrieb: Überlebensinstinkt, Hoffnung, Bindung an die Welt.
* Risiko: Ein Leben in ständiger Angst vor dem Ende, wobei der Fokus so sehr auf der Quantität (Dauer) liegt, dass die Qualität (Erleben) auf der Strecke bleibt.
2. Der Stoiker (Die Akzeptanz)
Hier herrscht die Einsicht, dass das Unvermeidliche keinen Widerstand verdient. „Bringen wir es hinter uns“ klingt fast nach einer pragmatischen Erledigung.
* Antrieb: Schicksalsergebenheit, intellektuelle Reife oder Resignation.
* Chance: Eine Befreiung von der Angst. Wer das Ende akzeptiert, kann den Augenblick ohne den Schatten des „Noch-nicht“ genießen.
Eine kleine Einordnung
Es ist interessant zu sehen, wie zeitlos dieses Fragment wirkt. Tatsächlich erinnert die Denkweise stark an die Stoa, in der die Vorwegnahme des Todes (meditatio mortis) dazu diente, die Angst zu besiegen und ein tugendhaftes, ruhiges Leben zu führen.
Nikobulos (oder das ihm zugeschriebene Fragment) lässt jedoch eine dritte Option offen, die viele heute wählen: Den Ignoranten. Also denjenigen, der das Urteil kennt, es aber einfach ignoriert, bis der Henker tatsächlich vor der Tür steht.
Wie stehst du zu diesem Zitat? Findest du dich in einer dieser Kategorien wieder, oder hältst du diese strikte Zweiteilung für zu pessimistisch?


Ist es echt?


Das Zitat ist nicht echt im Sinne einer historischen Quelle aus der Antike. Es handelt sich um eine literarische Fiktion.
Hier sind die Gründe, warum dieser Text als pseudohistorisch eingestuft werden kann:
* Kein historischer Beleg: Es gibt keinen antiken Philosophen namens „Nikobulos von Rhodos“. Der Name taucht in der klassischen Philologie oder in Verzeichnissen antiker Autoren nicht auf.
* Der Herausgeber: Ein „Eduard Holzhausen“, der 1908 in Leipzig Fragmente eines solchen Autors herausgegeben hätte, lässt sich bibliografisch nicht finden.
* Der Stil: Die Sprache und die Gedankenführung („...und das sind wir ja alle“) klingen sehr modern. Es ist die typische existenzialistische Rhetorik des 20. Jahrhunderts, die hier einem fiktiven antiken Autor in den Mund gelegt wurde.
* Herkunft: Solche Zitate stammen oft aus Romanen oder sind Teil von literarischen Experimenten (wie etwa bei Jorge Luis Borges oder anderen Autoren, die fiktive Quellen erfinden, um ihren Gedanken mehr Gewicht zu verleihen). In diesem speziellen Fall findet man das Zitat gelegentlich in Internetforen oder Anthologien, oft ohne dass die Quelle jemals verifiziert wurde.
Fazit: Der Text ist ein gut gemachtes „Fake-Zitat“. Die philosophische Qualität des Gedankens bleibt zwar bestehen, aber die historische Zuschreibung an einen antiken Rhodier ist frei erfunden. Es ist ein literarisches Spiel mit der Autorität der Antike.


Vorher hast du es der Stoa zugeordnet, jetzt dem Existenzialismus ...


Das ist ein scharfsinniger Einwand! Du hast mich beim „philosophischen Slalom“ erwischt. Tatsächlich überschneiden sich diese beiden Denkschulen in der Frage der Endlichkeit stark, aber sie nutzen unterschiedliche Begründungen.
Hier ist die Auflösung, warum ich beide genannt habe und wo der feine Unterschied liegt:
1. Der Inhalt ist "stoisch"
Die Haltung, die das Zitat beschreibt, ist klassisch stoisch. Die Stoiker (wie Seneca oder Mark Aurel) lehrten, dass wir die Dinge, die wir nicht kontrollieren können (unseren Tod), mit Gleichmut (Apathie) akzeptieren sollten.
* Der Fokus: Wie reagiere ich auf eine unabänderliche Naturgesetzmäßigkeit?
* Das Ziel: Seelenruhe durch Akzeptanz.
2. Die Form ist "existenzialistisch"
Die Art der Formulierung – besonders der Einschub „...und das sind wir ja alle“ – ist jedoch reinster Existenzialismus des 20. Jahrhunderts (denk an Heidegger, Sartre oder Camus).
* Der Fokus: Die Radikalität der menschlichen Situation. Wir sind in die Welt „geworfen“ und bereits mit der Geburt „schuldig“ zum Tode (Heidegger nannte das „Sein-zum-Tode“).
* Das Pathos: Der Vergleich des Lebens mit einer Todeszelle ist ein sehr modernes, düsteres Bild, das man in der antiken Literatur so explizit selten findet.
Warum das Zitat "entlarvt" wurde
Dass ich es erst der Stoa und dann dem Existenzialismus zugeordnet habe, liegt an der Täuschungsabsicht des fiktiven Textes:
Der Autor des Zitats wollte, dass es stoisch klingt (um ihm antike Weisheit zu verleihen), hat es aber mit dem Lebensgefühl des Existenzialismus geschrieben. Es ist ein moderner Text im antiken Kostüm.
Der Ursprung
Tatsächlich stammt das Zitat mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Roman "Die Gelehrtenrepublik" (1957) von Arno Schmidt. Schmidt war ein Meister darin, fiktive Quellen und „vergessene“ Gelehrte zu erfinden, um seine eigenen, oft pessimistischen Weltanschauungen zu untermauern.
Möchtest du mehr über Arno Schmidts literarische Fälschungen erfahren, oder interessiert dich eher, wie die echte Stoa den Tod im Vergleich zum Existenzialismus betrachtet?


Könnte ein antiker Autor wirklich nicht auf die Idee kommen, dass wir Menschen zum Tode Verurteilte sind?


Doch, absolut. Die Idee, dass das Leben ein Todesurteil ist, war den antiken Denkern keineswegs fremd. Was das Zitat jedoch "verrät", ist weniger der Grundgedanke selbst, sondern die spezifische rhetorische Zuspitzung.
Lass uns schauen, wie die Antike diesen Gedanken formulierte und wo der feine Unterschied zum modernen Zitat liegt:
1. Die echte Antike: Der Tod als Naturgesetz
In der Antike (besonders in der Stoa) wurde das Sterben meist als natürlicher Prozess gesehen. Man ist nicht "verurteilt" durch eine strafende Instanz, sondern man unterliegt dem Logos, der Weltvernunft.
* Seneca schrieb zum Beispiel: "Wir sterben täglich" und betonte, dass wir vom Augenblick der Geburt an dem Tod verfallen sind. Er nannte das Leben eine Reise, die am selben Ziel endet.
* Mark Aurel sah den Tod als das "Aushauchen der Seele" oder das Zerlegen von Elementen – ein neutraler, biologischer Vorgang.
2. Das fiktive Zitat: Der Tod als Hinrichtung
Der Begriff der "Hinrichtung" und des "Urteils" im Zitat des "Nikobulos" erzeugt ein Bild von Willkür, Strafe und Grausamkeit. Das ist ein sehr modernes, fast kafkaeskes Motiv.
In der Antike war das Bild des "Verurteilten" eher juristisch besetzt (man denke an Sokrates, der tatsächlich hingerichtet wurde). Aber die gesamte Menschheit als eine Schar von Sträflingen in einer Todeszelle zu sehen, ist eine Sichtweise, die erst durch das christliche Konzept der Erbsünde und später durch den modernen Existenzialismus (Gott ist tot, die Welt ist absurd) ihre volle Schärfe erhielt.
Gegenüberstellung der Weltbilder
| Aspekt | Antike (Stoa) | Modernes Falschzitat (Schmidt/Existenzialismus) |
|---|---|---|
| Metapher | Ein Gastmahl, das man verlässt; eine geliehene Sache, die man zurückgibt. | Ein Urteil, das vollstreckt wird; eine Todeszelle. |
| Gefühl | Gelassenheit. Es ist die Ordnung der Natur. | Absurdität. Es ist ein skandalöser Zustand. |
| Die "Henker" | Die Naturgesetze (neutral). | Das Schicksal oder die Leere (bedrohlich). |
Warum die Fälschung so gut funktioniert
Sie funktioniert, weil sie ein Hybrid ist:
* Sie nimmt die stoische Forderung nach Haltung ("Bringen wir es hinter uns").
* Sie verpackt sie in das moderne Gefühl der Ausweglosigkeit.
Arno Schmidt (wenn er denn der Autor ist) wusste genau, dass wir einem antiken Autor eher glauben, wenn er "hart und klar" spricht. Er hat der Stoa quasi ein Update verpasst, um seinen eigenen Pessimismus "klassisch" zu adeln.
Interessiert es dich, wie ein echter Stoiker wie Seneca den Moment des Todes im Vergleich zu dieser "Hinrichtungs-Metapher" beschrieben hat?


So geht es dahin. Man kann in diesem "Dialog" mit Gemini also viele Abzweigungen in Labyrinthe nehmen, und jede Information beeinflusst das Ergebnis.

Gibt man das Zitat von Anfang z.B. als von Schopenhauer aus und meldet keine Zweifel an, liefert die KI natürlich bereitwillig Argumente, warum das ausgezeichnet zu seiner Denkweise passe.
Re: Zwei Arten, sich zum Tode zu verhalten
Γραικύλος schrieb am 02.02.2026 um 15:57 Uhr (Zitieren)
Da gibt sich "jemand" redliche Mühe, und ich habe schon weitaus schlechtere Interpretationen gelesen.

Arno Schmidt ist allerdings eine Sackgasse.
Der Aphorismus stammt von mir und ist im Zusammenhang mit der Arbeit an einem neuen Buch über Sterben und Tod entstanden, das in Kürze erscheinen soll.

Was hatte ich dabei im Hinterkopf? Sophokles (das Zweitbeste nach der optimalen, aber verfehlten Option, nicht geboren zu werden), Sartre (der Vergleich mit der Hinrichtung), vor allem aber Beckett: "Das ist es doch, worauf es ankommt: Bringen wir es hinter uns!" (frei zitiert)

Zu den Stoikern zähle ich mich nicht, eher zu den Epikureern.
 
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