Γραικύλος schrieb am 24.02.2026 um 01:23 Uhr (Zitieren)
- von der Erschaffung Adams bis zur Sintflut 2262 Jahre
- von der Sintflut bis zum Auszug der Söhne Israels 1632 Jahre
- vom Auszug bis zum Bau des Tempels zur Zeit Salomons 601 Jahre
- von der Errichtung des Tempels bis zur Versklavung Jerusalems 424 Jahre
- von der Versklavung bis zu Geburt unseres Herrn Jesus Christus 589 Jahre
(Entnommen aus: Mircea Cărtărescu, Theodoros. Wien 2024, S. 144 f.; ich hoffe, er hat sich nicht verrechnet.)
βροχή schrieb am 24.02.2026 um 10:16 Uhr (Zitieren)
@Quoth
... ob klüger, das werden nachfolgende beurteilen. Wir besitzen mehr Informationen. Werden die klug angewendet?
Der Planet, ob Land ob Meer, wurde seit jener Zeitrechnung massiv heruntergewirtschaftet.
Re: Die christliche Zeitrechnung
info schrieb am 24.02.2026 um 11:26 Uhr (Zitieren)
Auch mit aufgrund eines schweren Übersetzungsfehlers.
Das oft mit "Untertan machen" übersetzte Wort
bedeutet das Gegenteil im Kontext von Gen 1,28.
Ich finde das sehr bedenkenswert.
Für die fatalen Konsequenzen von Übersetzungsfehlern gibt es in der Bibel
zahlreiche weitere Beispiele, darunter den
Fall des "gehörnten Moses", den man heute noch
in der Kirche San Pietro in Vincoli anschauen kann.
Re: Die christliche Zeitrechnung
Γραικύλος schrieb am 24.02.2026 um 12:13 Uhr (Zitieren)
Es ist hier schon mehrfach gesagt worden, daß Gen 1, 28-30 für die Zeit des Paradieses gilt, nicht für die Zeit danach. Ab dem Neustart nach der Sintflut gilt:
[Genesis 9, 1-7]
Das gibt Naturfreunden doch etwas zu schlucken, oder? Und denen, die sich aus der Bibel bestimmte Stellen raussuchen, die anderen hingegen verdrängen, ebenso.
"Auch mit auf Grund eines schweren Übersetzungsfehlers" ...
In erster Linie wohl auf Grund des instinktiven Vorteilsdenkens, um nicht zu sagen der Profitgier des Menschen, der sich nur allzu gern der alten (womöglich falsch übersetzten) Texte zur Rechtfertigung seines Handelns bedient ... Wobei Vorteilsdenken und Fürsorge (Hirt und Herde) untrennbar miteinander verquickt sein können.
Re: Die christliche Zeitrechnung
Γραικύλος schrieb am 24.02.2026 um 12:20 Uhr (Zitieren)
Natürlich ist dies alles von Menschen mit bestimmten Interessen geschrieben. Diese Menschen hatten aber für die Zeit des Paradieses ein anderes Konzept als für die Zeit danach.
Der paradiesische Zustand wird demnach erst durch den Messias wiederhergestellt werden, nicht durch menschliches Tun.
Re: Die christliche Zeitrechnung
Γραικύλος schrieb am 24.02.2026 um 12:24 Uhr (Zitieren)
Die Festlegung der Zeitabschnitte hat Cărtărescu, so habe ich ihn verstanden, aus der jüdischen Tradition übernommen, die ja "seit Erschaffung der Welt" zählt.
Re: Die christliche Zeitrechnung
info schrieb am 24.02.2026 um 12:42 Uhr (Zitieren)
Sind die Gebote Gottes nicht zeitlos und damit für
immer gültig? Gilt nicht auch die Goldene Regel immer,
die einzuhalten unsäglich viel Leid verhindern hätte
können und könnte es immer noch?
PS:
"immer" bezieht sich natürlich auf zivilisierte
Gesellschaft mit Unrechtsbewusstsein und
der Fähigkeit zum Mitgefühl und zur Empathie.
PPS:
Das Fass über die Herkunft der 10 Gebote möchte ich hier nicht aufmachen.
Dass es sich dabei um kulturelle Errungenschaften nicht ohne Nutzendenken
handelt, ist bekannt, genauso wie die Tatsache,
dass die diesbezüglichen bibl. Berichte jeder
Historizität entbehren.
Moses ist eine literarische Verdichtung und damit Fiktion.
(vgl. S. Freud, Der Mann Moses und die monotheistische Religion, 1939)
Re: Die christliche Zeitrechnung
Γραικύλος schrieb am 24.02.2026 um 15:20 Uhr (Zitieren)
Diese Frage wird im vorliegenden Fall doch offenkundig durch Genesis 9, 1-7 beantwortet.
P.S.: Auch für den Dekalog gibt es zwei zeitlich aufeinanderfolgende Versionen.
Den Gott der Juden reut zuweilen, was er getan hat.
Re: Die christliche Zeitrechnung
Γραικύλος schrieb am 24.02.2026 um 15:41 Uhr (Zitieren)
Manche Gespräche hier kommen mir vor wie ein Alptraum von Karl Popper, der naiverweise geglaubt hat, Ansichten ließen sich durch Argumente widerlegen.
Re: Die christliche Zeitrechnung
info schrieb am 24.02.2026 um 16:29 Uhr (Zitieren)
Ich würde genauer sagen:
Das (oft selsame) Gotteskonstrukt der Juden reute es ..
βροχή schrieb am 24.02.2026 um 16:30 Uhr (Zitieren)
Das sieht man schon daran, dass es in nichtchristl. Gesellschaften ebenso ist.
Re: Die christliche Zeitrechnung
Γραικύλος schrieb am 24.02.2026 um 17:02 Uhr (Zitieren)
In diesem Falle wäre eine Bemerkung schön wie etwa diese:
"Oh, das tut mir leid, von Genesis 9, 1-7 wußte ich nichts; das hat mir meine KI nicht gesagt."
Dann könnte Popper sich noch im Grabe freuen.
Re: Die christliche Zeitrechnung
βροχή schrieb am 24.02.2026 um 20:27 Uhr (Zitieren)
bevölkert, nicht übervölkert. Der Planet ist nicht vergrößerbar. Gott versprach nicht, den Planeten zu vergrössern für beliebig viele Menschen.
Dass Bevölkern Selbstkontrolle verlangt, und wie das im kleinen mgl. ist, dafür ist die Insel Vanuatu, wo eine Kultur der Geburtenkontrolle schon in der Frühzeit entwickelt wurde, ein Bsp.
Re: Die christliche Zeitrechnung
Γραικύλος schrieb am 24.02.2026 um 20:53 Uhr (Zitieren)
Nicht der erste Satz der zitierten Stelle ist es, der Naturfreunden (Biophilen) sauer aufstoßen dürfte, sondern der zweite.
Re: Die christliche Zeitrechnung
βροχή schrieb am 24.02.2026 um 21:26 Uhr (Zitieren)
Achso
Ein Wunsch, geboren in einer Welt, in der es andersherum war. Die Natur war noch übermaechtig. Die Prognose hat sich bewahrheitet, wurde masslos übertrieben.
... Jesaja 24,4 greift vielerorts schon
Mensch, denke zurück an 1. Mose 2,15
das waere besser.
Re: Die christliche Zeitrechnung
Γραικύλος schrieb am 24.02.2026 um 23:50 Uhr (Zitieren)
Das Projekt 1 Moses 2, 15 ist ja wohl gescheitert - den Garten Eden gibt es nicht mehr, da die Löwen sich noch von Stroh ernährt haben, und jetzt müssen wir mit einer rauheren Natur klarkommen.
Die Wiederkehr des Paradieses erwarten die Juden, wie gesagt, vom Messias, nicht von menschlicher Leistung.
Re: Die christliche Zeitrechnung
Γραικύλος schrieb am 24.02.2026 um 23:52 Uhr (Zitieren)
Übrigens handelt es sich bei der Erzählung vom Paradies um einen Mythos. Schon lange, bevor diese Geschichte entstanden ist, hatte der Homo sapiens den Großteil der Megafauna (mit Ausnahme derjenigen Afrikas) ausgerottet. Und offenbar war selbst die Erinnerung daran verlorengegangen, denn wir erfahren in antiken Texten, inkl. der jüdischen, nichts von Mammuts, Höhlenbären und Säbelzahntigern.
Dass es im AT nur so von naiven Anthropomorphismen wimmelt, so längst klar sein.
Mit den Maßstäben moderner Raionalität kam
man ihm nicht beikommen oder gar gerecht werden.
Man landet von einem Dilemma im nächsten.
Man kann alles nur zu erklären versuchen und
dazu gibt es die Fachwissenschaften.
Re: Die christliche Zeitrechnung
βροχή schrieb am 25.02.2026 um 07:29 Uhr (Zitieren)
Genau, er hat eine wichtige Erfahrung gespeichert:
Ein Garten, in welchem die Pflanzen misshandelt werden und giganische Mengen Müll verteilt werden, ist ernsthaft ruiniert. Man muss ihn sorgsam pflegen, wenn man auf Dauer das lebensnotwendige ernten will.
Niemand als der Mensch ist für das Desaster dann verantwortlich.
Re: Die christliche Zeitrechnung
βροχή schrieb am 25.02.2026 um 07:39 Uhr (Zitieren)
... warum gibt es Interpretationsprobleme?
Mythen sind Abstraktionen. Sie sind aus vielen konkreten Erfahrungen hervorgegangen.
Es ist superschwer bis unmgl. von der Abstraktion auf verlorengegange konkrete Ereignisse zurück zu schliessen. Man kann sie aber auf aktuelle Situationen anwenden, allerdings nicht 1:1 am Buchstaben klebend.
Re: Die christliche Zeitrechnung
βροχή schrieb am 25.02.2026 um 07:59 Uhr (Zitieren)
... btw. das ist ein guter Moment, den Atheisten als 4. Mann in illustre Runde von Lessings Ringparabel aufzunehmen. Ist sein Garten besser bestellt?
Re: Die christliche Zeitrechnung
info schrieb am 25.02.2026 um 11:10 Uhr (Zitieren)
βροχή schrieb am 25.02.2026 um 11:15 Uhr (Zitieren)
Die Betonung liegt auf "mutmasslich".
Aber ich meinte etwas anderes, nicht d. Bibel, sondern Mythen. Es ein paar Schnittmengen, mehr nicht.
Re: Die christliche Zeitrechnung
Persephone schrieb am 26.02.2026 um 01:29 Uhr (Zitieren)
Das Paradies des Alten Testaments ist kulturgeschichtlich voragrarisch, aber naturgeschichtlich blind für das Paläolithikum, weil es eine anthropozentrische Erzählung ist, die nicht allzu weit hinter die neolithischen Revolution zurückreicht, die hinter der Sündenfallerzählung steht.
Es ist der Versuch des sesshaften Bauern, sich eine Welt vorzustellen, in der er zwar schon Herr über die Natur ist, aber noch nicht für diesen Status arbeiten muss. Die echte, gefährliche Wildnis des Paläolithikums mit ihrer Megafauna ist in diesem Weltbild bereits ausgelöscht und sozusagen befriedet.
Die Abwesenheit von Mammuts und Säbelzahntigern in der Genesis ist der Normalzustand einer Welt, die der Homo sapiens bereits nach seinen Bedürfnissen bereinigt hat. Ihn als geschichtslosen Urzustand, der einem Schöpfer sich verdankt, auszugeben, ist aus wissenschaftlicher Sicht der Mythos, aber an sich kein Einwand gegen diesen historischen Zwischenzustand, der seine keineswegs auf Religion beschränkte paradiesische Faszinationskraft nie eingebüßt hat.
Man sollte auch nicht vergessen, dass all dies nicht einfach nur Erzählungen sind, sondern wir tatsächlich in unserer physischen Existenz diese Geschichte sind. Unsere Körper reichen tiefer in sie hinab als alles, was wir an kultureller Deutung dieser Vorgänge hervorgebracht haben. Seit der neolithischen Revolution leben wir in einer Umwelt, die sich schneller verändert als unsere evolutionär träge Biologie. Und es sieht nicht danach aus, als würden wir das diese Diskrepanz verschärfende Tempo der Umweltveränderung drosseln.
Re: Die christliche Zeitrechnung
βροχή schrieb am 26.02.2026 um 02:07 Uhr (Zitieren)
Die Welt nach der Megafauna war keinesfalls "befriedet und... bereingt"
Sie war immer noch voller Gefahren.
Dass der Mennsch die Megafauna ausgerottet hätte, ist auch nicht erwiesen.
Re: Die christliche Zeitrechnung
Persephone schrieb am 26.02.2026 um 02:09 Uhr (Zitieren)
Darum steht da auch in diesem Weltbild.
Re: Die christliche Zeitrechnung
βροχή schrieb am 26.02.2026 um 03:05 Uhr (Zitieren)
Die Welt wurde nicht von Megafauna "durch den homo sapiens nach seinen Bedürfnissen bereinigt"
Γραικύλος schrieb am 26.02.2026 um 10:08 Uhr (Zitieren)
Das ist ja toll!
Ich hatte Afrika ausdrücklich ausgenommen von der These:
Man kann ja schwer übersehen, daß es den Elephanten nicht ganz so ergangen ist wie den Mammuts.
Wie auch immer - die idyllische Zeit des Goldenen Zeitalters bzw. des Paradieses hat es im Umgang des Menschen mit den Tieren nie gegeben, und unter Menschen ist es zumindest fragwürdig.
Re: Die christliche Zeitrechnung
βροχή schrieb am 26.02.2026 um 10:23 Uhr (Zitieren)
Bei Afrika geht es nicht darum, dass dort Megafauna überlebte, sondern dass dort, wie auch in Südostasien, ein Großteil der Megafauna ohne Nachhilfe des Menschen durch Umweltfaktoren ausgestorben ist.
Es ist ein Sehnsuchtsmythos.
Dem "Paradiesgarten" kann sich nähern, oder sich davon entfernen, erhaschen kann man ihn nicht.
Es geht darum, zu erkennen auf welche weise man sich nähern kann.
Re: Die christliche Zeitrechnung
info schrieb am 26.02.2026 um 12:21 Uhr (Zitieren)