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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Platons Sonnengleichnis (97 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 02.03.2026 um 00:23 Uhr (Zitieren)
[...]

SOKRATES: Wir behaupten, daß es eine Vielheit von schönen Dingen und von guten Dingen und so von jeder Art von Dingen gibt, wie wir sie auch im Sprechen unterscheiden.

GLAUKON: Ja.

SOKRATES: Und auch, daß es ein Schönes an sich und ein Gutes an sich gebe und so bei allem, was wir eben als Vielheit angenommen haben; und indem wir nun umgekehrt das viele Einzelne einer Idee als der Einheit für jede Klasse des Vielen unterordnen, benennen wir es nach seiner wirklichen Natur als das Wesen einer Sache.

GLAUKON: So ist es.

SOKRATES: Und von den ersteren Dingen sagen wir, daß sie wahrgenommen, aber nicht gedacht werden, von den Ideen aber, daß sie gedacht, aber nicht wahrgenommen werden.

GLAUKON: Gewiß.

SOKRATES: Womit aber sehen wir nun das Gesehene?

GLAUKON: Mit dem Gesichtssinn.

SOKRATES: Und mit dem Gehör nicht auch das Gehörte und mit den übrigen Sinnen alles sinnlich Wahrnehmbare?

GLAUKON: Ohne Zweifel.

[...]

SOKRATES: Du weißt doch: wenn man die Augen nicht mehr auf solche Dinge richtet, auf deren Farben das Tageslicht fällt, sondern auf solche, über die sich nächtliche Dämmerung breitet, so werden sie blöde und scheinen beinahe blind, als ob keine eigentliche Sehkraft mehr in ihnen wäre.

GLAUKON: Gewiß.

SOKRATES: Wenn aber auf solche, die von der Sonne beleuchtet werden, dann, denke ich, sehen sie deutlich, und diesen selben Augen wohnt jetzt offenbar Sehkraft inne.

GLAUKON: Ohne Zweifel.

SOKRATES: So denke dir denn auch das Verhältnis des Bewußtseins (1) folgendermaßen: wenn es fest gerichtet ist auf das, worauf das Licht der Wahrheit und des Seienden fällt, dann erfaßt und erkennt das Bewußtsein es und scheint im Besitz der Vernunft zu sein; wenn aber auf das mit Finsternis Gemischte, das Entstehende und Vergehende, dann verfällt das Bewußtsein dem bloßen Meinen, wird stumpfsichtig, wirft die Meinungen hin und her und macht nunmehr den Eindruck, als fehle ihm alle Vernunft.

GLAUKON: Ja, so ist es.

[...]

(Πολιτεία 507b-508d)

(1) Platon verwendet hier den Begriff ψυχή, was meist mit „Seele“ übersetzt wird, aber nicht identisch ist mit der Bedeutung dieses Begriffs im Christentum. Um Mißverständnisse zu vermeiden, habe ich deshalb die Übersetzung mit „Bewußtsein“ gewählt.
Re: Platons Sonnengleichnis
Γραικύλος schrieb am 02.03.2026 um 00:34 Uhr (Zitieren)
An βροχή:
Er erkennt, dass wir die Welt nur gefiltert wahrnehmen können, dass ein Teil, wahrscheinlich ein für weltdurchdringende Erkenntnis entscheidender, aussen vor bleibt.

Diesem Standpunkt kommt bei Platon, so habe ich mir überlegt, am ehesten die Passage des Höhlengleichnisses nahe, in welcher der Mensch (Philosoph) aus der Höhle nach draußen kommt und, von der Sonne beleuchtet, die wahren Dinge erkennt, jedoch erfahren muß, daß er nicht in die Sonne direkt schauen kann. Es gibt etwas, das zu hell für unsere Augen ist, das uns blendet.
Re: Platons Sonnengleichnis
βροχή schrieb am 02.03.2026 um 05:01 Uhr (Zitieren)
Die Deutung zum Höhlengleichnis passt gut.

Das Sonnengleichnis ist auch demütig, in den Sinne, dass das Bewusstsein allein die Wahrheit nicht erfassen kann, sie muss im rechten Licht erscheinen, beleuchtet werden.


Solange Fragen mit Fragen beantwortet werden, dh. Hypothesen mit Hyypothesen untermauert, ist die Wahrheit/Realitaet noch im Daemmerlicht.


Bsp. Kosmologie. Was ist dunkle Materie, was ist dunkle Energie? Gibt es die wirklich oder ist es etwas anderes, woran die Modelle hapern?






 
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