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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Gyges von Lydien #1 (56 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 09.03.2026 um 15:15 Uhr (Zitieren)
Nikolaos von Damaskus, Universalgeschichte (ἱστορία καθολική) (F 47):
[S]adyattes (1), der letzte Lyderkönig (2), ist auf folgende Weise gestürzt worden. Daskylos, der nach Pontos ausgewandert war, hatte in Sardeis einen Onkel namens Ardys, der ein Sohn des Gyges war. Weil Ardys seine Kinderlosigkeit bedrückte, bat er König [S]adyattes um die Erlaubnis, Daskylos aus Pontos zu sich rufen zu lassen und ihn zu adoptieren, damit ihr Haus nicht verwaise. Er habe keine Kinder, denn sie seien fortgegangen. Es sei nunmehr angebracht, mit den Daskyliden durch ein Trankopfer Frieden zu schließen. Auch die Vorfahren des Königs, sagte er, hätten sie aus dem Exil nach Lydien zurückgerufen.

Der König erlaubte, worum Ardys bat. Er sandte eine Botschaft zu Daskylos und rief ihn nach Lydien. Weil Daskylos aber gerne bleiben wollte, willigte er nicht ein. Er entsandte allerdings seinen Sohn Gyges, der etwa 18 Jahre alt war. Als dieser ankam, nahm Ardys ihn auf und erklärte ihn zu seinem Sohn.

Gyges, der sich durch seine Schönheit und Größe auszeichnete, war in Kriegsangelegenheiten vortrefflich und unter seinen Altersgenossen bei weitem der beste. Er übte den Gebrauch von Pferden und Waffen. Häufig war beim König die Rede von ihm, wie er hinsichtlich seiner Taten und seiner Erscheinung sei, sei es, weil der Redner ihn wirklich lobte, oder sei es aus Neid, damit ihm etwas Schlimmes widerfahre.

Erfreut ließ der König Gyges zu sich rufen und bewunderte seine Gestalt und Größe, als er ihn erblickte. Er befahl, daß er unter seine Lanzenträger komme. Weil er aber nach kurzer Zeit den Edelsinn des jungen Mannes mit Argwohn betrachtete, wie man erzählt, wollte er ihn zwar nicht öffentlich töten, denn es lag keinerlei Schuld vor, doch er wollte ihn auf eine andere Weise umbringen und gab ihm schwierige und gewaltige Arbeiten, indem er ihn gegen Eber und andere wilde Tiere aussandte. Gyges vollbrachte aber alles mit seine Stärke. Infolge dieser Taten von Gyges änderte Sadyattes seine Gesinnung und hatte ihn wieder gern, weil er seine Tatkraft bewunderte. Nachdem er von seinem früheren Argwohn abgelassen hatte, übertrug er ihm ein großes Stück Land. In dieser Zeit erging es Gyges ausgezeichnet.

Weil er (der König) ihn sehr gern hatte und ihn von allen am meisten schätzte, waren viele aus Neid erbittert[,] und sie beklagten sich beim König, darunter auch Lixos aus dem Geschlecht der Tyloniden. Dieser warf [S]adyattes vor, dass er Gyges in hohem Maße schätze und zum Befehlshaber aller erkläre, obwohl er ein Erbfeind sei. Der König schenkte dem aber keine Aufmerksamkeit, sondern er meinte, dass er diese Dinge nur aus Neid sage. Obwohl Lixos diese Anklagen vielfach vorbrachte, überzeugte er ihn nicht. Er gab vor, wahnsinnig zu sein, und schrie bei seinem Gang durch die Stadt Sardeis, dass Gyges, der Sohn des Daskylos, König Sadyattes töten wolle.

(Fragmente der Historiker, Nikolaos von Damaskus. Hrsg. v. Tino Shahin. Stuttgart 2018, S. 47-51)

(1) Namensschreibung ein Fehler der konstantinischen Exzerptoren; in F 44 hieß er noch Adyattes.
(2) Nach Herodot I 7 hieß er Kandaules und wurde von den Griechen Myrsilos genannt.


[Vgl. Herodot I 8-14]


 
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