Auf Niederländisch hat er es nicht versucht? Das hätte dann wohl nach Rudi Carrell geklungen ...
Re: Latein klingt ewiger
Patroklos schrieb am 20.03.2026 um 20:02 Uhr (Zitieren)
Ein Erzähler vermag doch alles.
Übrigens sprach Nooteboom ziemlich gut Deutsch.
Re: Latein klingt ewiger
Persephone schrieb am 20.03.2026 um 21:06 Uhr (Zitieren)
Was soll "die ganze Nullen" hier bedeuten?
Re: Latein klingt ewiger
Patroklos schrieb am 20.03.2026 um 21:18 Uhr (Zitieren)
KI
Der niederländische Nachname Nooteboom (auch Noteboom oder Notenboom) ist ein toponymischer Name, der wörtlich „Nussbaum“ bedeutet. Er setzt sich aus den niederländischen Wörtern noot (Nuss) und boom (Baum) zusammen.
So erklärte er den Namen selbst.
Re: Latein klingt ewiger
Patroklos schrieb am 20.03.2026 um 21:21 Uhr (Zitieren)
Cees von Cornelius.
Re: Latein klingt ewiger
Γραικύλος schrieb am 20.03.2026 um 22:45 Uhr (Zitieren)
"die ganzen Nullen" - da habe auch ich gestutzt. Meine Vermutung geht dahin, daß das Nicht-Vorhandene, die Zeitlosigkeit gemeint ist, auf die angespielt wird.
Re: Latein klingt ewiger
Bukolos schrieb am 21.03.2026 um 00:55 Uhr (Zitieren)
Het gereutel van de eeuwigkeit, das Geröchel der Ewigkeit, - das evozierziert ja auch die eeuwen, die verflossen sind, und damit die Doppelnullen, die jeden Jahrhundertwechsel markieren. Zusammengehen mag das mit dem optischen Eindruck des Notenbilds (auch wenn man bei gregorianischen Gesängen eher an quadratisch geformte Neumen denken mag).
Re: Latein klingt ewiger
Bukolos schrieb am 21.03.2026 um 00:57 Uhr (Zitieren)
eeuwigkeit -> eeuwigheid
Re: Latein klingt ewiger
Bukolos schrieb am 21.03.2026 um 00:58 Uhr (Zitieren)
evozierziert -> evoziert
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 07:06 Uhr (Zitieren)
Nooteboom beschrieb den Magome-Tsumsgo Pfad, wofuer ich ihm ewig dankbar bin, ich wanderte auf seinen Spuren.
Was ist das für ein Pfad und in welchem Buch beschrieb er ihn?
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 09:42 Uhr (Zitieren)
In welchem Buch, kann ich nicht mehr sagen, es war eine Lesung aus einer Reisebeschreibung.
Der Pfad ist ein wunderschöner Naturwanderweg zw. zwei Dörfern, mit Wald und Bambus.
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 09:55 Uhr (Zitieren)
Es ist in dem Buch
"Endlose Kreise. Reisen in Japan"
Re: Latein klingt ewiger
Γραικύλος schrieb am 21.03.2026 um 11:14 Uhr (Zitieren)
Möglich ist auch das, obwohl die Nullen dabei ja eher eine optisch als akustisch herausragende Rolle spielen.
Das Unendlichkeitszeichen ist ja sowas wie eine Doppelnull.
So ganz überzeugt mich auch das nicht.
Re: Latein klingt ewiger
Bukolos schrieb am 21.03.2026 um 11:34 Uhr (Zitieren)
Um es klarer zu formulieren: Beim niederländischen Wort eeuwigheid hört man auch das niederländische Wort für Jahrhundert (eeuwe) mit. Das ist, wenn dem Sprecher diese Assoziation durch die Sprach-Musik vermittelt wird, schon auch ein akustischer Eindruck. Die Übersetzungskunst kommt dabei natürlich an ihre Grenzen. Die englische Übertragung macht denn aus ik hoor altijd de nullen etwas freier I always hear the aeons.
Re: Latein klingt ewiger
Bukolos schrieb am 21.03.2026 um 11:41 Uhr (Zitieren)
eeuwe -> eeuw
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 12:12 Uhr (Zitieren)
Er meint sicher nicht die beiden Doppelnullen in seinem Namen.
Hörbare ganze Nullen das sind natürlich ganze Noten, die wie die Null kreisförmig sind. Sie sind sehr lang.
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 12:17 Uhr (Zitieren)
Persephone schrieb am 21.03.2026 um 12:39 Uhr (Zitieren)
Mich hat besonders „immer die ganzen Nullen” irritiert, aber das geht offenbar auf den Übersetzer zurück: altijd de nullen. Die englische Übertragung ist vllt. auch an der phonetischen Nähe im Niederländischen von eeuw und eon orientiert. Aber ist es nicht zunächst ein numerisches Bild für lange Dauer, das er zu hören behauptet? In 100 oder 1000 oder 1000000 Jahren sind die Nullen ja eine Kette von Stellenwerten, die der Eins erst ihre Position geben und damit erst die große Zahl.
Re: Latein klingt ewiger
Persephone schrieb am 21.03.2026 um 12:41 Uhr (Zitieren)
… die große Zahl erzeugen.
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 12:51 Uhr (Zitieren)
was spricht denn gegen die nullförmmigen ganzen Noten, welche er tatsaechlich hoert?
Re: Latein klingt ewiger
info schrieb am 21.03.2026 um 13:09 Uhr (Zitieren)
Persephone schrieb am 21.03.2026 um 13:12 Uhr (Zitieren)
Der Anspruch, durch seine Kunst etwas hörbar zu machen, was sich anderen entzieht: die Ewigkeit im Flüchtigen der Töne. Dass er ganze Noten hört, wäre daran gemessen banal.
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 13:56 Uhr (Zitieren)
... die Nullen sind banaler als die Noten.
Re: Latein klingt ewiger
Bukolos schrieb am 21.03.2026 um 14:44 Uhr (Zitieren)
Dass auch ein assoziatives Spiel mit dem Notenbild intendiert sein mag, hatte ich oben, 0:55, ja bereits angemerkt, allerdings auch den Einwand erhoben, dass Neumen, in denen gregorianische Gesänge ursprünglich notiert wurden, nicht an Nullen erinnern.
Re: Latein klingt ewiger
Γραικύλος schrieb am 21.03.2026 um 15:00 Uhr (Zitieren)
Bukolos und Persephone haben natürlich in dem Punkte recht, daß man sich auf das niederländische Original beziehen muß, das mir nicht zur Verfügung stand.
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 15:27 Uhr (Zitieren)
Dann sind die Nullen nur noch seltsam wie die Steigerungsform von ewig.
N∞teb∞m macht es uns nicht leicht.
Re: Latein klingt ewiger
Persephone schrieb am 21.03.2026 um 17:27 Uhr (Zitieren)
Als ehemalige Chorsängerin kann ich Noten lesen und weiß, wie sie klingen, wie sie singen, bei Nullen, noch dazu als Ausdruck von Jahrhunderten oder sogar des Röchelns der Ewigkeit, jedoch nicht. Das scheint mir keineswegs banaler. Auch das Gegenübers Bertrands hat offenbar Schwierigkeiten damit, denn er verwechselt das aus dessen Sicht mit Präzision.
Re: Latein klingt ewiger
Γραικύλος schrieb am 21.03.2026 um 17:34 Uhr (Zitieren)
Interessant, dieser Diskussionsverlauf! Ich kenne Leute, die stattdessen bei der Aussage, die französische Version klinge "viel zu tuntenhaft", auf die Palme gingen.
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 17:47 Uhr (Zitieren)
Es bezieht sich nicht auf den Gesang, sondern auf die Aufnahme, welche abgehoert wird.
Daher das Röcheln, die Stimmen sind schon etwas verblasst, die Aufnahme wird eben nicht ewig halten. Diese ominösen Nullen bedeuten viell. irgendwas die Aufnahme betreffend.
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 17:50 Uhr (Zitieren)
Das koennte gemeint sein
Re: Latein klingt ewiger
Persephone schrieb am 21.03.2026 um 18:06 Uhr (Zitieren)
Im niederländischen Text steht: In het Frans klinkt het allemaal veel te verwijfd. Also viel zu weibisch oder verweichlicht. Man könnte noch über die unterschiedlichen Bezugspunkte der Abwertung zwischen Original und Übersetzung diskutieren. :)
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 20:50 Uhr (Zitieren)
Der Nulltest, wenn die Aufnahme hohe Qualität hat, hört man beim Nulltest nichts.
Er hört trotzdem etwas: die Musik von Jahrhunderten in den Mauern.
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 21.03.2026 um 21:38 Uhr (Zitieren)
Die Nullen durchziehen den Roman, allein aus dem Ausschnitt erschliesst sich die Symbolik nicht.
Re: Latein klingt ewiger
Bukolos schrieb am 22.03.2026 um 03:59 Uhr (Zitieren)
Du zitierst da jetzt hoffentlich keine KI (die ja vor allem daraufhin trainiert ist, eine der Fragestellerin gefällige Antwort zu liefern, es aber mit der Wahrheit nicht allzu genau nimmt).
Re: Latein klingt ewiger
Persephone schrieb am 22.03.2026 um 05:24 Uhr (Zitieren)
Drei Fundstellen für Nullen im niederländischen Original von Allerseelen ist ein bisschen dürftig für die Behauptung der KI, sie durchzögen den Roman.
Aber man findet Zitate aus anderen Werken mit Nullen, die nahelegen, dass es tatsächlich um ein numerisches Bild der langen Dauer bzw. der Ewigkeit geht, das Bertrand zu hören und in Musik zu verwandeln behauptet. Z.B.
(Venedig. Der Löwe, die Stadt und das Wasser. S. 18)
Re: Latein klingt ewiger
βροχή schrieb am 22.03.2026 um 06:21 Uhr (Zitieren)
Diese Nullen im Plural gibt es noch in weiteren Romanen Nootebooms, die sind seine persönliche Ewigkeitsmetapher.
Es stimmt leider KI mischte sich ein, ungefragt, ich vergass sie auszuschliessen.