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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Verwendung von Mythen in Gottesdiensten (60 Aufrufe)
info schrieb am 05.04.2026 um 15:47 Uhr (Zitieren)
Gründe für die Verwendung von Mythen in der Predigt
1. Kirchliche Lehrfreiheit
Pfarrer sind bei der Auslegung der Bibel an ihr Ordinationsgelübde (Verpflichtung auf die Schrift) gebunden. Innerhalb dieses Rahmens genießen sie eine Lehrfreiheit, die es ihnen erlaubt, Texte nach eigenem Gewissen und theologischer Überzeugung auszulegen, ohne strikt an den aktuellen Forschungsstand der Universität gebunden zu sein
.
2. Kerygma vs. Historie
In der Theologie wird unterschieden zwischen der Historie (was faktisch geschah) und dem Kerygma (der Botschaft).
Die Predigt ist keine Geschichtsvorlesung, sondern eine Verkündigung.
Der religiöse Sinn (z. B. "Gott rettet") wird oft durch die bildhafte Erzählung (z. B. die Arche Noah) stärker transportiert als durch eine rein wissenschaftliche Analyse.

3. Die Sprache des Glaubens
Mythen sind die Muttersprache der Religion. Sie drücken Wahrheiten aus, die sich rein rationalen oder naturwissenschaftlichen Beschreibungen entziehen. Viele Pfarrer nutzen diese Bilder bewusst, um die emotionale und spirituelle Ebene der Zuhörer zu erreichen.

4. Pastorale Rücksichtnahme
In einer Kirchengemeinde treffen verschiedene Formen des Glaubens aufeinander.
Ein Pfarrer fungiert als Seelsorger. Er vermeidet oft eine rein historisch-kritische Demontage von Erzählungen, um den "einfachen Glauben" von Gemeindemitgliedern nicht zu erschüttern, für die diese Geschichten ein Fundament ihrer Identität sind.

5. Hermeneutik (Auslegungskunst)
Viele Theologen folgen der Auffassung, dass die biblischen Berichte "wahre Geschichten" sind, auch wenn sie nicht "historisch" im modernen Sinne sind. Sie beschreiben eine Wirklichkeit des Verhältnisses zwischen Gott und Mensch, die über die bloße Faktizität hinausgeht.

Fazit: Es gibt kein juristisches "Recht" auf Unwahrheit, aber ein theologisches Recht auf die Vielschichtigkeit der Wahrheit. Die Predigt bewegt sich im Raum der Symbole, in dem der Mythos oft als das geeignetere Werkzeug angesehen wird, um existenzielle Fragen zu beantworten.
 
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