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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der innere Feind (87 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.04.2026 um 11:39 Uhr (Zitieren)
Publilius Syrus, Sententiae G 7:
Gravis est inimicus is, qui latet in pectore.

Bös ist der stille Feind in unserm Busen.

(Publilius Syrus: Sprüche. Hrsg. v. Hermann Beckby. München 1969, S. 30 f.)
Re: Der innere Feind
Quoth schrieb am 08.04.2026 um 11:56 Uhr (Zitieren)
Das schlechte Gewissen, das Überich, die Versuchung zur Selbstzensur ... Inimicus ist ja eigentlich der Unfreund, also gleichsam ein "gefallener Engel".
Re: Der innere Feind
info schrieb am 08.04.2026 um 14:48 Uhr (Zitieren)
Ursprung des schlechten Gewissens

Evolution: Ein biologisches Warnsystem, das kooperatives Verhalten sichert. Da der Mensch als soziales Wesen auf die Gruppe angewiesen ist, dient das Gewissen dazu, Ausgrenzung durch egoistisches Handeln zu verhindern.

Psychoanalyse (Freud): Das sogenannte Über-Ich. Es entsteht durch die Verinnerlichung elterlicher Verbote und gesellschaftlicher Normen in der frühen Kindheit.

Psychologie: Die Fähigkeit zur Empathie. Wir fühlen uns schlecht, weil wir den Schmerz oder den Nachteil nachempfinden können, den wir einem anderen zugefügt haben.

Philosophie: Der „innere Richter“ (Kant), der prüft, ob unser Handeln mit unseren eigenen moralischen Werten und Prinzipien übereinstimmt.

Bei Friedrich Nietzsche dagegen entsteht das schlechte Gewissen aus:
unterdrückten Trieben
nach innen gewendeter Aggression

Religion:
In vielen Religionen ist das Gewissen:
eine Art innere Stimme Gottes
Schuldgefühl = Hinweis auf moralisches Fehlverhalten

Funktion: Es wirkt als innerer Korrekturmechanismus,
um soziale Bindungen zu schützen und die persönliche Integrität zu wahren.
Re: Der innere Feind
info schrieb am 08.04.2026 um 14:54 Uhr (Zitieren)
PS:
Christentum:
Urform (Synderesis): Die christliche Scholastik unterscheidet
zwischen dem grundsätzlichen Wissen um das Gute (Synderesis) und
der Anwendung dieses Wissens im Einzelfall (Conscientia).

Grundgedanke:
Das Gewissen ist die innere Stimme, durch die der Mensch erkennt,
was gut und böse ist und ob er im Einklang mit Gottes Willen lebt.
Ein schlechtes Gewissen entsteht, wenn man gegen dieses Gute handelt.

Biblische Grundlage
In der Bibel (z. B. bei Paulus) wird das Gewissen als etwas verstanden,
das im Herzen des Menschen wirkt und ihn auch ohne äußeres
Gesetz anklagt oder entschuldigt.

Schuld und Sünde
Ein schlechtes Gewissen bedeutet, dass man gesündigt hat,
also gegen Gott oder den Nächsten gehandelt hat.
Man spürt eine Trennung von Gott.

Positive Funktion
Das schlechte Gewissen ist nicht nur negativ.
Es soll zur Einsicht führen, zur Reue bewegen und eine Umkehr anstoßen.

Vergebung
Gott vergibt Schuld durch Reue und Vertrauen in Jesus Christus.
Das Ziel ist Befreiung vom schlechten Gewissen und innerer Frieden.

Unterschiedliche Betonungen
Katholisch: stärkere Verbindung mit Beichte und kirchlicher Lehre.
Protestantisch: stärkere Betonung von persönlichem Glauben und Gnade.

Kurz gesagt
Das schlechte Gewissen ist ein inneres Warnsignal, das auf Schuld hinweist
und zugleich den Weg zur Umkehr und Vergebung zeigt.
 
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