Andreas schrieb am 10.04.2026 um 13:18 Uhr (Zitieren)
Heute vor 71 Jahren verstarb der französische Jesuit, Paläontologe,
Anthropologe und Philosoph Teilhard de Chardin im Alter von 74
Jahren.
In diesem Zusammenhang möchte ich eine seiner Thesen
zur Diskussion stellen, die so lautet:
Wer Interesse und Lust hat, möge seine Meinung dazu sagen.
Besonders die unseren promovierten Philosophie-Experten
Graeculus würde mich sehr interessieren, insbesondere
seine Gegenargumente und seine Gesamtbewertung.
Ich bin auf jede Antwort gespannt und danke im
Voraus dafür.
Ich habe mir das o.g. Buch vor langem als TB-Ausgabe
bei DTV gekauft. Leider ist es mir abhanden gekommen.
Re: Teilhard de Chardin
info schrieb am 10.04.2026 um 13:49 Uhr (Zitieren)
Zusammenfassung der Philosophie von Pierre Teilhard de Chardin (1881–1955) und seiner Antwort auf die Frage nach dem Sinn der Materie:
Pierre Teilhard de Chardin: Materie, Geist und Ewigkeit
Das Grundkonzept: Evolution als Aufstieg
Teilhard sah die Evolution nicht als Zufall, sondern als zielgerichteten Prozess. Er postulierte das Gesetz von Komplexität und Bewusstsein: Je komplexer sich Materie organisiert, desto mehr „Innenseite“ (Geist/Bewusstsein) entwickelt sie.
Was hat die Materie von der Selbstbewusstwerdung?
Befreiung: Materie verwandelt sich vom passiven Objekt physikalischer Gesetze (Entropie) zum aktiven Subjekt, das Freiheit gewinnt.
Sinnstiftung: Durch den Menschen wird das Universum seiner selbst ansichtig. Die Materie „gewinnt“ eine Geschichte und einen Sinn, statt nur blind zu existieren.
Zentrierung: Der Kosmos zerfließt nicht im Unendlichen, sondern sammelt sich in der Erkenntnis und wird „personhaft“.
Der Gewinn der Ewigkeit (Der Omegapunkt)
Überwindung des Verfalls: Während die reine Materie dem Gesetz des Zerfalls (Entropie) unterliegt, ist der daraus entstandene Geist unvergänglich.
Vollendung im Omegapunkt: Am Ende der Evolution steht die Vereinigung von Materie, Geist und Gott. Die Materie erreicht hier ihre höchste Veredelung: Sie wird Teil des „Göttlichen Milieus“.
Identität durch Beziehung: In der Ewigkeit geht das Einzelne nicht verloren, sondern wird in einer totalen Gemeinschaft (Amorisierung) vollendet.
Zentrale These
„Die Welt ist geistwerdende Materie.“
Für Teilhard ist die Materie der „Weltenstoff“, dessen Bestimmung es ist, sich durch die Evolution zu läutern, im Menschen bewusst zu werden und schließlich im Omegapunkt (Gott) zeitlose Identität und Dauer zu erlangen.