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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Steuern in Athen #1 (179 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 18.04.2026 um 14:06 Uhr (Zitieren)
Aristoteles, Der Staat der Athener 47 f.:
47. [...] Dann gibt es die zehn staatlichen Verkäufer (Poleten); je einer wird aus jeder Phyle durchs Los bestimmt. Sie schließen alle öffentlichen Pachtverträge und vermieten die (Staats)minen und (das Recht), die Steuern (einzutreiben); (sie tun dies nach Beratung) mit dem Schatzmeister der Kriegskasse und den für den Schauspielfonds gewählten (Beamten) in Anwesenheit des Rates. Sie bestätigen auch denjenigen, welchen der Rat durch Handzeichen wählt, die Pachtverträge für die (Staats)minen, sowohl die für die auf drei Jahre verpachteten in Betrieb befindlichen (Minen) als auch die für die auf sieben (?) Jahre verpachteten bewilligten (Minen).

Sie bieten ferner den Besitz derjenigen, die vom Areopag verbannt worden sind, sowie (den beschlagnahmten Besitz) der anderen in Anwesenheit des Rates zum Verkauf an; aber (den Verkauf) bestätigen die neun Archonten. Außerdem geben sie dem Rate (ein Verzeichnis) der für ein Jahr verpachteten Steuern, wobei sie auf geweißte Tafeln den (Namen des) Pächter(s) sowie den Preis, den er bezahlt hat, schreiben. Sie schreiben getrennt auf zehn Tafeln diejenigen auf, die in jeder einzelnen Prytanie (1) (jeweils) eine Zahlung leisten müssen, getrennt auch diejenigen, welche dreimal im Jahre zahlen müssen, wobei sie für jede Zahlung eine Tafel anfertigen, und getrennt diejenigen, welche in der neunten Prytanie zahlen müssen.

Sie registrieren auch die Grundstücke und Häuser, die beim Gericht zur Konfiszierung eingetragen und verkauft worden sind; denn auch diese verkaufen sie. (Die Käufer) müssen den Kaufpreis der Häuser binnen fünf Jahren, den der Grundstücke binnen zehn Jahren ganz abzahlen; diese Abzahlungen leisten sie in der neunten Prytanie.

Außerdem legt der Basileus (dem Rate) die Pachtverträge für die Heiligtümer vor, die er auf geweißte Tafeln geschrieben hat. Auch für diese gilt die Pacht zehn Jahre, und die Zahlung wird (jeweils) in der neunten Prytanie geleistet, weshalb auch die größte Geldsumme in dieser Prytanie eingenommen wird. Die gemäß den (zu leistenden) Zahlungen beschrifteten Tafeln werden also dem Rate vorgelegt, und der Staatssklave [δημόσιος] überwacht (sie). Wenn eine Zahlung fällig ist, nimmt er nur diejenigen (Tafeln) vom Repositorium herab und übergibt sie den Einnehmern (Apodekten), deren Beträge an diesem Tage bezahlt und abgewischt werden müssen; die übrigen (Tafeln) liegen getrennt, damit sie nicht vorzeitig ausgewischt werden.

(Aristoteles: Staat der Athener. Herausgegeben von Mortimer Chambers. Darmstadt 1990, S. 50 f.)

(1) Der Rat der 500 teilte sich in zehn Gruppen von je 50 Prytanen einer Phyle, die für 36 bzw. 35 Tage eine Art Exekutivausschuß bildeten; deren Amtsdauer machte eine Prytanie aus, also ein Zehntel des Jahres.
Re: Steuern in Athen #1
info schrieb am 18.04.2026 um 14:26 Uhr (Zitieren)
Mir fallen dazu Xenophons Πόροι ἢ περὶ προσόδων ein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Poroi
Re: Steuern in Athen #1
Γραικύλος schrieb am 18.04.2026 um 14:48 Uhr (Zitieren)
Beide Schriften des Xenophon - auch der Oikonomikos, ein sokratischer Dialog - befassen sich mit Überlegungen, was geschehen sollte; Aristoteles hingegen informiert uns über das tatsächliche System in Athen.
Re: Steuern in Athen #1
Γραικύλος schrieb am 18.04.2026 um 14:54 Uhr (Zitieren)
Was nixcht heißen soll, daß nicht auch bei Xenophon Informationen über das reale System zu finden sind - aber es geht um dessen Berurteilung und Reform.
 
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