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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Judenverfolgung in der Antike #6 (18 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 03.05.2026 um 11:49 Uhr (Zitieren)
(Fortsetzung 3.)

Zwei Jahre später jedoch, im hundertfünfundvierzigsten Jahre der Seleukiden, am fünfundzwanzigsten Tage des Monats, der bei uns Chaslev, bei den Macedoniern (11) aber Apellaios heißt, in der hundertdreiundfünfzigsten Olympiade, kehrte der König mit großer Heeresmacht nach Jerusalem zurück und nahm, indem er eine friedlicher Gesinnung heuchelte, die Stadt mit List ein. Diesmal schonte er aber nicht einmal diejenigen, die ihn in die Stadt eingelassen hatten, denn es war ihm in seiner Habgier nur um die Schätze des Heiligtums zu tun. Hatte er doch eine große Menge Gold und die prachtvollen Weihgeschenke im Tempel gesehen.

Um das alles rauben zu können, verletzte er selbst den Vertrag, den er mit seinen Anhängern geschlossen hatte. Er plünderte also den Tempel völlig, sodaß er die heiligen Gefäße, die goldenen Leuchter, den goldenen Altar, den Tisch und die Weihrauchfässer fortschleppte und nicht einmal die aus Byssus und Scharlach verfertigten Vorhänge zurückließ. Desgleichen leerte er die verborgene Schatzkammer und ließ überhaupt nichts Wertvolles an Ort und Stelle, sodaß er die Juden in den tiefsten Gram versetzte. Ja, er verbot ihnen sogar die Darbringung der täglichen Opfer, plünderte die ganze Stadt, tötete einen Teil der Bürger und schleppte den anderen samt Weib und Kind in die Gefangenschaft, im ganzen gegen zehntausend Menschen. Die schönsten Stadtteile ließ er in Brand stecken und die Mauern schleifen, und in der Unterstadt errichtete er seine Burg, welche sehr hoch war und den Tempel beherrschte. Diese Burg befestigte er mit hohen Mauern und legte eine macedonische Besatzung hinein; auch hielten sich in ihr die Gottlosen und Verruchten aus dem Volke auf, die ihren Mitbürgern viel Leid antaten. An der Stelle des Altars ließ der König einen anderen errichten, schlachtete Schweine auf demselben und brachte so Opfer dar, die weder gesetzmäßig noch beim Gottesdienst erlaubt waren.

Dann zwang er die Juden, die Verehrung ihres Gottes aufzugeben, seine eigenen Götter anzubeten, ihnen in jeder Stadt und in jedem Dorfe Altäre zu erbauen und täglich Schweine zu opfern. Weiterhin verbot er ihnen, ihre Söhne zu beschneiden, und bedrohte die Zuwiderhandelnden mit Strafe. Um aber das Volk zur Befolgung seiner Befehle zu zwingen, stellte er besondere Beamte an.

Leider kamen denn auch teils freiwillig, teils aus Furcht vor der angedrohten Strafe viele Juden den Geboten des Königs nach. Die Vornehmsten und Edelmütigsten jedoch kümmerten sich nicht um ihn und hielten ihre väterlichen Gesetze höher als die Strafen, welche den Widerspenstigen angedroht waren. Deshalb wurde tagtäglich eine Anzahl von ihnen unter grausamen Matern hingerichtet: man geißelte und verstümmelte sie und schlug sie dann noch lebend ans Kreuz. Die Weiber aber und die beschnittenen Knaben wurden auf Geheiß des Königs erwürgt, und die letzteren am Halse ihrer gekreuzigten Eltern aufgehängt. Fand sich ein heiliges Buch oder eine Gesetzesrolle, so wurden sie verbrannt, und diejenigen, bei denen sie gefunden worden waren, wie Übeltäter hingerichtet.
[Es folgt ein Bericht über die Distanzierung der Samariter von den Juden sowie über den HasmonäerAufstand gegen Antiochos.]

[Flavius Josephus: Antiquitates Judaicae XII 1-4]


(11) Die Seleukiden stammten, wie auch Alexander der Große und die Ptolemäer, aus Makedonien.
 
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