α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Judenverfolgung in der Antike #7 (56 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 04.05.2026 um 15:47 Uhr (Zitieren)
(Fortsetzung Antiochos Epiphanes:)
4.
Antiochus, called Epiphanes, on defeating the Jews had entered the innermost sanctuary of the god’s temple, where it was lawful for the priest alone to enter. Finding there a marble statue of a heavily bearded man seated on an ass, with a book in his hands, he supposed it to be an image of Moses, the founder of Jerusalem and organizer of the nation, the man, who had ordained for the Jews their misanthropic and lawless customs. And since Epiphanes was shocked by such hatred directed against all mankind, he had set himself to break down their traditional practices. Accordingly, he sacrificed before the image of the founder and the open-air altar of the god a great sow, and poured its blood over them. Then, having prepared its flesh, he ordered that their holy books, containing the xenophobic laws, should be sprinkled with the broth of the meat; that the lamp, which they call undying and which burns continually in the temple, should be extinguished; and that the high priest and the rest of the Jews should be compelled to partake of the meat.

[Diodorus Siculus XXXIV/XXXV 1, 3 f.]

Re: Judenverfolgung in der Antike #7
info schrieb am 04.05.2026 um 15:56 Uhr (Zitieren)
Der wahre Kern: Die Tempelschändung

Es ist eine gesicherte historische Tatsache, dass Antiochus IV. Epiphanes um 167 v. Chr. den Jerusalemer Tempel plünderte und entweihte.
Das Verbot: Er untersagte die jüdischen Riten (Sabbat, Beschneidung) und die Tora-Lesung.

Das Schweineopfer: Es ist sehr wahrscheinlich, dass er im Tempel Schweine opfern ließ, um das Heiligtum rituell zu verunreinigen (da Schweine im Judentum als unrein gelten). Dies war der Auslöser für den Makkabäeraufstand, an den heute das Hanukkah-Fest erinnert.

2. Die Fiktion: Die Moses-Statue auf dem Esel
Die Behauptung, Antiochus habe im Allerheiligsten eine Statue von Moses auf einem Esel gefunden, ist historisch falsch und war Teil einer gezielten Verleumdungskampagne griechischer Autoren gegen die Juden.

Bilderverbot: Das Judentum war bereits damals streng anikonisch. Im Allerheiligsten des Zweiten Tempels gab es keine Statuen, es war ein leerer Raum.
Der „Esel-Mythos“ (Onolatrie): In der Antike kursierte das Gerücht, die Juden würden heimlich einen Goldesel anbeten. Dies war ein gängiges antisemitisches Klischee (ähnliche Vorwürfe trafen später auch die frühen Christen). Diodor gibt hier lediglich die judenfeindliche Propaganda seiner Zeit wieder.
Zweck der Erzählung: Die Geschichte diente dazu, Antiochus’ grausames Vorgehen zu rechtfertigen. Indem man behauptete, die jüdischen Gesetze seien „misanthropisch“ (menschenfeindlich) und ihr Gründer Moses werde auf einem Esel dargestellt, rückte man das Judentum in die Nähe von Barbarei und Aberglaube.

3. Die Motivation des Berichts
Diodors Bericht spiegelt die Sichtweise der Berater des Königs wider. Sie wollten die Auslöschung der jüdischen Traditionen als eine Art „Zivilisierungsmission“ darstellen. Der Text ist also weniger ein objektiver Bericht über das, was Antiochus sah, sondern eher darüber, wie die hellenistische Welt das Judentum sehen wollte.
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Pfau

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.