J. H. Voß: Epigramme mit Bezug zur Antike #6 (89 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 09.05.2026 um 12:44 Uhr (Zitieren)
[Sämtliche Gedichte von Johann Heinrich Voß. Sechster Theil: Oden und Lieder, VII. Buch: Vermischte Gedichte, Fabeln und Epigramme. Königsberg 1802; Nachdruck Bern 1969, S. 255 ff.]
(5) Vgl.: Nicht um Möwen zu scheuchen, ward hier ich, der kleine Priapos,
auf die Mole im Meer als meine Hausung gesetzt,
ich, der fußlose Wicht, der Spitzkopf, den Söhne von armen
Fischern am öden Gestad kunstlos dereinst wohl geschnitzt.
Wenn mich ein Fischer jedoch oder Angler zur Hilfe herbeiruft,
wahrlich, dann schwinge ich mich rascher als Sturmwind ihm zu.
Aber ich seh auch im Meer die schwimmenden Tiere; durch Taten,
nicht durch äußere Form werden die Götter bestimmt.
[Aulus Licinius Archias; Anthologia Graeca X 8]
(6) Vgl.: Schließ die gewaltigen Tore, o Gott, im großen Olympos,
schirm die heilige Burg droben im Äther, o Zeus.
Meer und Erde schon sind gebändigt vom römischen Speere,
unbetreten allein bleibt noch zum Himmel der Weg.
[Alpheios von Mytilene; Anthologia Graeca IX 526]
Re: J. H. Voß: Epigramme mit Bezug zur Antike #6
Bukolos schrieb am 09.05.2026 um 19:51 Uhr (Zitieren)
Auch 126 ist eine Übersetzung aus der AG (9, 72 von Antipatros von Thessalonike). Der Topos des unersättlichen Herakles ist aus der Komödie bekannt, aber auch Kallimachos bedient sich seiner im Artemis-Hymnos (142 ff.):
Re: J. H. Voß: Epigramme mit Bezug zur Antike #6
Γραικύλος schrieb am 09.05.2026 um 22:23 Uhr (Zitieren)
Danke für den Hinweis. In diesem Falle war mir die Originalstelle in der A.G. entgangen.