Γραικύλος schrieb am 15.05.2026 um 13:52 Uhr (Zitieren)
Von ihr ist in chinesischen (!) Medien häufiger die Rede, und vor ihr hat Xi Jin-ping US-Präsdent Trump bei seinem aktuellen Besuch in China gewarnt.
Soviel Griechenland-Bewußtsein in China!
Hoffentlich erklärt ein Berater Trump, was gemeint ist mit dieser Thukydides-Falle.
Re: Die Thukydides-Falle
Patroklos schrieb am 15.05.2026 um 14:08 Uhr (Zitieren)
Γραικύλος schrieb am 15.05.2026 um 15:19 Uhr (Zitieren)
Wer übernähme dann, in einer möglichen Wiederholung des Szenarios, die Rolle von Korinth, das ja an der Entstehung des Peloponnesischen Krieges wesentlich beteiligt war?
Re: Die Thukydides-Falle
Bukolos schrieb am 16.05.2026 um 08:41 Uhr (Zitieren)
Tatsächlich beruft sich Allisons These ja nur auf einen Satz aus dem Proömium des Peloponnesischen Krieges:
Zum Verständnis ist also weder eine vertiefte Kenntnis des Werks noch der historischen Situation nötig. Aber wenn Xi den Namen Thukydides (bzw. Xiū xī dǐ dé) seit einigen Jahren immer wieder fallen lässt, darf das wohl auch als Signal in Richtung Westen dafür verstanden werden, dass in China eine zunehmende Beschäftigung mit der griechisch-römischen Antike begonnen hat.
Während sich im Westen die Institute für Klassische Philologie von Sparzwängen bedroht sehen, wird in China derzeit viel Geld zum Aufbau vergleichbarer Einrichtungen in die Hand genommen, und chinesische Studierende, die im Westen die Alten Sprachen belegen, haben gute Aussichten auf eine akademische Anstellung im eigenen Land.
Es darf allerdings bezweifelt werden, dass China zum Zufluchtsort für die Klassische Philologie, wie wir sie kennen, werden kann. Denn ein nicht unerheblicher Grund für die Beschäftigung mit griechischen und römischen Texten in China liegt wohl in der verstärkten Rezeption der antimodernistischen Philosophie Leo Strauss' unter den politischen Eliten des Landes. Und wenn die antiken Texte (v. a. Platon) im Sinne Strauss' studiert werden sollen, dann darf man eine deutlich affirmativere Wahrnehmung dieser Texte in der Philologie chinesischer Prägung als in der westlichen erwarten, wo man sich darum bemüht, sowohl die Bilder, die eine Jahrtausende lange Tradition von den Antiken entworfen hat, als auch deren Selbstbildnisse kritisch zu beleuchten.
Re: Die Thukydides-Falle
βροχή schrieb am 16.05.2026 um 09:30 Uhr (Zitieren)
Wahrscheinlich meint es XI das so. Es ist eine Drohung.
Re: Die Thukydides-Falle
βροχή schrieb am 16.05.2026 um 09:33 Uhr (Zitieren)
Warum sind chinesische Eliten fasziniert von der Antike? Sie sehen deren Macht als Vorbild. Warum sie nicht den alten Chinesen nacheifern, k. A. Wahrscheinlich wäre das langweilig für sie.