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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Sparta und die Perser (75 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.06.2026 um 11:13 Uhr (Zitieren)
Plutarch, Aussprüche von Spartanern (Moralia 222 B-C):

Kallikratidas, ein Gegner des Lysandros, war spartanischer Admiral während des Peloponnesischen Krieges, der die spartanische Flotte 406 v.u.Z. in der Schlacht bei den Arginusen gegen die Athener befehligte und dabei fiel.
When he [sc. Kallikratidas] came to Cyrus the Younger (1) at Sardis (who was allied with the Spartans) to get money for his fleet, on the first day he bade them send in word that he wished to have an audience with Cyrus. But when he was told that Cyrus was busy drinking, he said, “I will wait till he has finished drinking.” And at that time he withdrew, when he realized that it wad not possible to meet Cyrus on that day, thus creating the impression that he was somewhat lacking in manners. On the succeeding day, when he was again told that Cyrus was drinking and would not come forth, he said, “We must not be so eager to get money as to do anything unworthy of Sparta [οὐχ οὕτω σπουδαστέον χρήματα λαβεῖν ὡς μηδὲν ἀνάξιον τῆς Σπάρτης ποιεῖν],” and withdrew to Ephesus, invoking many evil curses on those who were wantonly treated by the barbarians and had taught the barbarians to be arrogant because of wealth. And he swore to the persons present that, just so soon as he should arrive at Sparta, he would do everything to bring about a reconcilia-tion among the Greeks, that they might become more formidable to the barbarians, and cease begging them for their resources to use against one another.

[Plutarch, Moralia III. Ed. by Frank Cole Babbitt. Cambridge (Mass.)/London 72004, pp. 330-333]
Vgl. Plutarch, Lysandros 6:

So blieb ihm [sc. Kallikratidas] denn nichts anderes übrig, als, wie Lysander, vor die Türen der Feldherren des Königs zu gehen und um Geld zu bitten. Dafür aber war kein Mensch weniger geschaffen als er, ein freiheitsliebender und hochgesinnter Mann, der jede von Griechen erlittene Niederlage für weniger schimpflich für Griechen ansah, als vor Barbaren zu liebedienern und zu antichambrieren, die nur viel Geld, aber sonst nichts Gutes hatten.
Schließlich aber reiste er doch, von der Not gedrängt, nach Lydien, begab sich sofort zum Hause des Kyros und sagte, man solle melden, Kallikratidas, der Flottenkommandant, sei da und wolle mit ihm sprechen. Als darauf einer der Türhüter sagte: „Aber Kyros hat jetzt keine Zeit, Fremdling; er ist beim Trinken“, erwiderte Kallikratidas in aller Einfalt: „Das macht nichts; dann werde ich hier stehen bleiben und warten, bis er getrunken hat.“ Daraufhin hielten ihn die Barbaren für einen Einfaltspinsel und lachten ihn aus, und er ging davon.
Als er aber ein zweites Mal vor die Türen der Residenz kam und nicht vorgelassen wurde, war er sehr empört und kehrte nach Ephesos zurück unter heftigen Verwünschungen gegen diejenigen, welche sich zuerst willfährig den Barbaren gefügt und sie gelehrt hätten, übermütig auf ihren Reichtum zu pochen, und er verschwor sich vor den Anwesenden, er werde, sobald er wieder nach Sparta komme, alles tun, damit die Griechen sich untereinander versöhnten, um so ihrerseits den Barbaren furchtbar zu werden und nicht länger ihre Macht zu brauchen, um sich untereinander zu bekriegen.


Vgl. Xenophon, Hellenika I 6, 6 f.:

Da nun niemand wagte, etwas anderes zu äußern als: er solle dem Befehl aus der Heimat folgen und ausführen, wozu er hergekommen, begab er [sc. Kallikratidas] sich zu Kyros und verlangte den Sold für die Matrosen. Kyros aber sagte ihm, er möge noch zwei Tage verziehen (2). Kallikratidas aber, verärgert über den Aufschub und empört über das Antichambrieren bei Hofe, meinte, die erbärmlichsten Menschen seien die Hellenen, daß sie den Barbaren um des Geldes willen den Hof machten, und erklärte obendrein, wenn er wohlbehalten nachhause käme, werde er nach besten Kräften versuchen, Athener und Lakedaimonier untereinander auszusöhnen, und so fuhr er ab nach Miletos.

(1) ca. 423-401 v.u.Z., Sohn Dareios‘ II. sowie jüngerer Bruder des Artaxerxes, im Gegensatz zu diesem „purpurgeboren“ und deshalb Ansprüche auf die Nachfolge des Vaters erhebend, jedoch in der entscheidenden Schlacht bei Kunaxa gefallen
(2) ἐπισχεῖν (abwarten)
Re: Sparta und die Perser
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 01.06.2026 um 11:37 Uhr (Zitieren)
(1) ca. 423-401 v.u.Z., Sohn Dareios‘ II. sowie jüngerer Bruder des Artaxerxes, im Gegensatz zu diesem „purpurgeboren“ und deshalb Ansprüche auf die Nachfolge des Vaters erhebend, jedoch in der entscheidenden Schlacht bei Kunaxa gefallen

Wie von Xenophon in der Anabasis (die ja mindestens genauso gut als Katabasis betitelt werden könnte) berichtet. Dazu brauchte es von Plutarch bis zu Altsprachlern der Boomergeneration keine gesonderte Erklärung 😉
 
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