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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Steinzeit-Massaker? (110 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 10.06.2026 um 15:50 Uhr (Zitieren)
Re: Steinzeit-Massaker?
info schrieb am 10.06.2026 um 17:12 Uhr (Zitieren)
In der Steinzeit gab es Massaker, und die archäologischen Funde dazu sind überaus deutlich.

Lange Zeit hielt sich in der Forschung der Mythos vom friedlichen Urzeitmenschen. Doch Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte zeigen, dass insbesondere mit dem Beginn der Jungsteinzeit (Neolithikum) – also als die Menschen sesshaft wurden und Ackerbau betrieben – die kollektive Gewalt massiv zunahm. Wenn ganze Dörfer oder Gemeinschaften aufeinandertrafen, artete dies oft in extreme Brutalität aus.

Hier sind einige der bekanntesten archäologischen „Tatorte“ aus Europa und Afrika:

Bekannte Fundorte von Steinzeit-Massakern

Das Massaker von Talheim (Deutschland, ca. 5100 v. Chr.)
Bei Heilbronn wurde ein Massengrab mit 34 Skeletten entdeckt, darunter 16 Kinder und Jugendliche sowie 18 Erwachsene. Die Untersuchungen zeigten, dass die Opfer von hinten attackiert und mit Steinbeilen (Schuhleistenkeilen) erschlagen wurden. Da unter den Toten kaum junge Frauen im gebärfähigen Alter waren, vermuten Forscher, dass diese von den Angreifern entführt wurden.

Das Massaker von Schöneck-Kilianstädten (Deutschland, ca. 5000 v. Chr.)
In Hessen stießen Archäologen auf die Überreste von 26 Menschen. Neben tödlichen Schädeltraumata durch Steinäxte und Pfeilschüsse fiel hier eine grausame Besonderheit auf: Den Opfern wurden systematisch die Unterschenkel zertrümmert – entweder als schwere Folter vor dem Tod oder zur rituellen Verstümmelung direkt danach.

Das Massaker von Schletz (Österreich, ca. 5000 v. Chr.)
In einer befestigten Siedlung der sogenannten Linearbandkeramiker wurden die Knochen von mindestens 67 Menschen in den Verteidigungsgräben gefunden. Viele Schädel wiesen tödliche Hiebe auf. Weil die Leichen nicht bestattet, sondern tagelang liegengelassen wurden (nachgewiesen durch Tierfraßspuren an den Knochen), geht man von der kompletten Vernichtung des Dorfes aus.

Das Massaker von Nataruk (Kenia, ca. 8000 v. Chr.)
Dass extreme Gewalt nicht erst mit dem Ackerbau begann, zeigt dieser Fund aus der Zeit der Jäger und Sammler. An einer ehemaligen Lagune wurden die Skelette von 27 Menschen entdeckt. Viele zeigten Spuren schwerer, stumpfer Gewalt, und in zwei Schädeln steckten noch die Spitzen von Obsidian-Klingen. Unter den Opfern war auch eine hochschwangere Frau, deren Hände offenbar gefesselt waren.

Warum kam es zu diesen Massakern?

Die Wissenschaft führt den Ausbruch dieser extremen Gewalt meist auf eine Kombination aus sozialem und ökologischem Druck zurück:

Ressourcenknappheit und Klimawandel: Dürreperioden oder Missernten führten zu Nahrungsmangel. Wer fruchtbares Land, Vorratslager oder Vieh besaß, wurde zum Ziel von Nachbargruppen.

Sesshaftigkeit: Jäger und Sammler konnten bei Konflikten noch ausweichen und weiterziehen. Sesshafte Bauern hingegen mussten ihre Felder, Häuser und Investitionen verteidigen, was zu einer Eskalation der Gewalt führte.

Frauenraub: Wie die Verteilung der Geschlechter in den Massengräbern vermuten lässt, war der Raub von Frauen zur Sicherung des eigenen Stammesfortbestehens ein häufiges Motiv für Angriffe auf Nachbardörfer.

Die Steinzeit war also keineswegs eine Ära friedlicher Harmonie, sondern ein Zeitalter, in dem menschliche Konflikte bereits mit strategischer Brutalität und dem Ziel der vollständigen Vernichtung des Gegners ausgetragen wurden.
Re: Steinzeit-Massaker?
Γραικύλος schrieb am 10.06.2026 um 18:15 Uhr (Zitieren)
Hier freilich handelte es sich, wenn man den Artikel liest, höchstwahrscheinlich nicht um ein Massaker, sondern ein Ritual.
Re: Steinzeit-Massaker?
βροχή schrieb am 10.06.2026 um 18:26 Uhr (Zitieren)
Dass der friedliche Steinzeitmensch ein Mythos ist, konnte man schon ahnen an den Stämmen, die im Steinzeitmodus noch erforscht wurden. Die verhalten sich z,T, sehr aggressiv untereinander.
Re: Steinzeit-Massaker?
Quoth schrieb am 10.06.2026 um 19:25 Uhr (Zitieren)
Gibt es nicht bis in die Neuzeit hinein separierte Herzbestattungen?
Re: Steinzeit-Massaker?
info schrieb am 11.06.2026 um 09:53 Uhr (Zitieren)
Die wichtigsten Fakten zur Herzbestattung in der Neuzeit:

Bedeutung im Barock & 19. Jahrhundert: Keine bloße Transportnotwendigkeit mehr (wie im Mittelalter), sondern ein hochritualisiertes Symbol für dynastische Identität, Heimattreue und religiöse Verehrung.

Die Habsburger (Österreich): Traditionelle Dreiteilung des Körpers. Bis in die jüngste Gegenwart praktiziert: Das Herz der letzten Kaiserin Zita († 1989) ruht in der Schweiz (Kloster Muri), das Herz von Otto von Habsburg († 2011) in Ungarn (Kloster Pannonhalma).

Die Wittelsbacher (Bayern): Verwahrung der Herzen in silbernen Urnen in der Gnadenkapelle Altötting, während die Körper in München liegen. Prominente Beispiele: König Ludwig II. († 1886) und Kronprinz Rupprecht († 1955).
Prominente Künstler & Denker:
Frédéric Chopin († 1849): Körper in Paris, das Herz auf eigenen Wunsch in Warschau (Heilig-Kreuz-Kirche).

Pierre de Coubertin († 1937): Olympia-Gründer; Körper in Lausanne, das Herz im antiken Olympia (Griechenland).

Päpste: Vom 16. Jahrhundert bis zu Papst Pius X. (Anfang 20. Jahrhundert) wurden die entnommenen Herzen und Organe der Päpste in der römischen Kirche Santi Vincenzo e Anastasio bestattet.
Re: Steinzeit-Massaker?
βροχή schrieb am 11.06.2026 um 10:29 Uhr (Zitieren)
... viell. wurden sämtliche Köpfe abgemacht, weil sie krank waren, eine Seuche? Die Köpfe wurden nicht gefunden. Bei einem Ritual wären die wohl besonders aufbewahrt worden?

Re: Steinzeit-Massaker?
Patroklos schrieb am 11.06.2026 um 12:26 Uhr (Zitieren)
Oberbegriff: getrennte Bestattung.
Re: Steinzeit-Massaker?
βροχή schrieb am 11.06.2026 um 13:17 Uhr (Zitieren)


... was haben die mit den Köpfen gemacht?

verehrt, verkauft, verwertet, vernichtet?
Wurden die gestohlen?
Wenn es ein Massaker war, wurden die aufgespießt zur Abschreckung?





Re: Steinzeit-Massaker?
βροχή schrieb am 11.06.2026 um 13:19 Uhr (Zitieren)

... es fehlen 77 Köpfe

nur 1 einziges Kind durfte seinen Kopf behalten








 
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