Es bleibt für mich unverständlich, warum man Sappho zur 10. Muse machen wollte. Keine Muse hat selbst Zitierfähiges hervorgebracht, sie brauchten als Medium für Kreativität immer männliche Künstler, Sappho brauchte sie nicht, sie war Muse und Künstler in einem ... In dieser patriarchalen Welt war ein künstlerisch kreative Frau wahrscheinlich ein solcher Verstoß gegen die Norm, dass man sie vergöttlichen musste.
Re: Lesbische Liebe in der Antike #1
Γραικύλος schrieb am 03.08.2026 um 10:14 Uhr (Zitieren)
So ganz und gar gegen die Norm, so völlig ungewöhnlich war Sappho als künstlerisch kreative Frau nun nicht:
(Antipatros von Thessalonike; Anthologia Graeca IX 26)
Immerhin wird hier in Deinem Sinne zwischen den Musen und den irdischen Frauen unterschieden.
Trübe sieht es allerdings in allen Fällen mit der Überlieferung der Texte aus, und ich frage mich, ob an dieser Stelle nicht die Ideologie von Männern resp. Mönchen eine Rolle gespielt hat.
Welche Texte werden kopiert und auf diese Weise tradiert, welche nicht?
Re: Lesbische Liebe in der Antike #1
info schrieb am 03.08.2026 um 11:32 Uhr (Zitieren)
Catull:
Ille mi par esse deo videtur,
ille, si fas est, superare divos,
qui sedens adversus identidem te
spectat et audit
dulce ridentem, misero quod omnis
eripit sensus mihi: nam simul te,
Lesbia, aspexi, nihil est super mi
lingua sed torpet, tenuis sub artus
flamma demanat, sonitu suopte
tintinnant aures, gemina teguntur
lumina nocte.
Re: Lesbische Liebe in der Antike #1
Patroklos schrieb am 03.08.2026 um 11:54 Uhr (Zitieren)