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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Lesbische Liebe in der Antike #3 (85 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 04.08.2026 um 13:57 Uhr (Zitieren)
5. Platon: Gesetze

Und ob man nun solche Dinge von der scherzhaften (2) oder von der ernsten Seite zu betrachten hat, so muß man doch bedenken, daß dem weiblichen und dem männlichen Geschlecht, wenn sie sich zu gemeinsamer Zeugung vereinen, die damit verbundene Lust offensichtlich gemäß der Natur zugeteilt worden ist, während die Vereinigung von Männern mit Männern und von Frauen mit Frauen wider die Natur [παρὰ φύσιν] ist, und daß diese Frechheit zu den allerersten Vergehen gehört wegen der Unbeherrschtheit gegenüber der Lust.

[636 c]


6. Artemidoros: Das Traumbuch

Über den widernatürlichen Geschlechtsverkehr [Περὶ δὲ τῆς παρὰ φύσιν συνουσίας] kann man etwa folgendes sagen: [...] Wenn eine Frau eine andere gebraucht, wird sie ihre Geheim-nisse der Beischläferin mitteilen. Kennt sie aber diese nicht, wird sie nutzlose Handlungen in Angriff nehmen. Wird eine Frau von einer anderen in Anspruch genommen, wird sie sich von ihrem Ehemann trennen oder verwitwen; nichtsdestoweniger wird sie die Geheimnisse der Beischläferin kennenlernen.

[I 80]

(1) Scherzhaft hat dies Aristophanes in Platons „Symposion“ getan.

παρὰ φύσιν ...!
Re: Lesbische Liebe in der Antike #3
βροχή schrieb am 04.08.2026 um 17:44 Uhr (Zitieren)
Wird eine Frau von einer anderen in Anspruch genommen, wird sie sich von ihrem Ehemann trennen oder verwitwen ...


... sie wird verwitwen, dh. der Gemahl wird in den Orkus geschickt.

Re: Lesbische Liebe in der Antike #3
Γραικύλος schrieb am 04.08.2026 um 18:58 Uhr (Zitieren)
Hm. Es handelt sich bei Artemidor um Träume, Traumdeutung.
Sollte ein solcher Traum psychoanalytisch einen verdrängten Wunsch ausdrücken?
Was hätte Freud daraus gemacht?
Re: Lesbische Liebe in der Antike #3
βροχή schrieb am 04.08.2026 um 19:58 Uhr (Zitieren)
Achso, dass es den Traum deutet, habe ich verwechselt. Wenn sie von einer Frau träumt, stirbt der Mann von selber.

Re: Lesbische Liebe in der Antike #3
βροχή schrieb am 04.08.2026 um 20:00 Uhr (Zitieren)
Mit Freud kenne ich mich nicht so gut aus, bei dem bin ich bisschen skeptisch, was immer er draus gemacht hätte.



Re: Lesbische Liebe in der Antike #3
Γραικύλος schrieb am 04.08.2026 um 22:22 Uhr (Zitieren)
Artemidors Traumbuch macht ganz grundsätzlich das: es deutet Träume.
Ich halte das aus zwei Gründen für interessant:
1. Was haben die Menschen damals geträumt, im Vergleich zu heute?
2. Wie deutet Artemidor diese Träume, im Vergleich zu Freud? (als Omina, nicht als Botschaften des Unbewußten)

Ob Freud Artemidor gekannt und rezipiert hat, weiß ich nicht.

In Kürze kommt dazu noch mehr.
 
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