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Aussprüche von Kyros II. (143 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 09.08.2026 um 16:58 Uhr (
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Plutarch, Aussprüche von Königen und Feldherren (Moralia 172 E-F):
Kyros II. (reg. 559-530
v.u.Z.) gilt als der Begründer des Persischen Reiches.
2.
Cyrus said that those who are unwilling to procure good things for themselves must of necessity procure them for others. [Ἔλεγε δὲ Κῦρος ἑτέροις ἀναγκάζεσθαι τἀγαθὰ πορίζειν τοὺς αὑτοῖς μὴ θέλοντας]. He also said that no man has any right to rule who is not better than the people over whom he rules [ἄρχειν δὲ μηδενὶ προσήκειν, ὃς οὐ κρεὶττων ἐστὶ τῶν ἀρχομέμων].
Vgl. Xenophon, Kyrupaedie I 6, 8:
[...] Man ist allgemein der Ansicht, der Herrscher müsse sich von den Beherrschten dadurch unterscheiden, daß er reichlicher ißt, mehr Geld zu Hause hat, länger schläft und in jeder Hinsicht bequemer lebt als die Beherrschten. Ich aber glaube, daß sich der Herrscher von den Beherrschten nicht durch Weichlichkeit und Untätigkeit, sondern durch Fürsorge und Bereitschaft zur Anstrengung und Entbehrung un-terscheiden muß.
3.
When the Persians wished to acquire a level and tractable land in place of their own, which was mountainous and rugged, Cyrus would not allow them to do so, saying that both the seeds of plants and the lives of men are bound to be like the land of their origin [εἰπὼν ὅτι καὶ τῶν φυτῶν τὰ σπέρματα καὶ τῶν ἀνθρώπων οἱ βίοι ταῖς χώραις συνεξομοιοῦνται].
Vgl. Herodot IX 122:
Ein Vorfahr dieses gekreuzigten Artaӱktes war jener Artembares, der den Persern einen Rat gab, den sie annahmen und vor Kyros brachten. Dieser Ratschlag besagte folgendes: „Da Zeus den Persern die Herrschaft gegeben hat, von den Männern aber dir, Kyros, nachdem er Astyages stürzte, wohlan, so wollen wir unser Land verlassen, weil es klein und rauh ist, und in ein besseres auswandern. Viele Länder liegen in unserer Nachbarschaft, viele aber auch in größerer Ferne. Wenn wir eins von diesen erobern, werden wir in noch weiterer Hinsicht als jetzt bewundernswert sein; so ziemt es sich für ein Herrenvolk [ἄνδρας ἄρχοντας]. Wann werden wir dazu eine bessere Gelegenheit finden als jetzt, wo wir über viele Völker und ganz Asien herrschen?“
Als Kyros diesen Vorschlag hörte, darüber aber nicht sehr entzückt war, meinte er, sie sollten ihren Plan nur ausführen, riet ihnen aber, sich darauf gefaßt zu machen, aus Herren zu Knechten zu werden. Weichliche Länder pflegten auch weichliche Männer hervorzubringen; denn es liege keineswegs in der Art desselben Landes, herrliche Früchte und zugleich tapfere Krieger zu erzeugen. Die Perser sahen das ein; sie nahmen von ihrem Plan Abstand und gingen heim; denn Kyros hatte sie überzeugt. Sie zogen es doch vor, lieber ein mageres Land zu bewohnen als auf fruchtbarer Ebene säend anderen Knecht zu sein.
[Plutarch: Moralia III. Ed. by Frank Cole Babbitt. Cambridge (Mass.)/London7 2004, pp. 12 sq.]
Re: Aussprüche von Kyros II.
Zitat von Γραικύλος am 9.8.26, 16:58 Man ist allgemein der Ansicht, der Herrscher müsse sich von den Beherrschten dadurch unterscheiden, daß er reichlicher ißt, mehr Geld zu Hause hat, länger schläft und in jeder Hinsicht bequemer lebt als die Beherrschten. Ich aber glaube, daß sich der Herrscher von den Beherrschten nicht durch Weichlichkeit und Untätigkeit, sondern durch Fürsorge und Bereitschaft zur Anstrengung und Entbehrung un-terscheiden muß.
Hierzu sehe ich eine Parallele bei Max Weber. Die Linken verteufelten vielfach die Kapitalisten als Zigarre rauchende faule und fette Fresssäcke und Schürzenjäger, Max Weber aber charakterisierte sie als fleißige Asketen, die sich nichts gönnten und jeden Dollar Profit wieder investierten, statt ihn für Genuss auszugeben. Weber sah die Grundlage hierfür im Calvinismus.
Re: Aussprüche von Kyros II.
Γραικύλος schrieb am 09.08.2026 um 23:16 Uhr (
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Was mag für Kyros der Hintergrund gewesen sein? Der Calvinismus war es ja nicht. Zarathustra, Ahura Mazda und Mithras haben einen anderen Charakter. Dennoch mag es religiös konnotiert sein.