Γραικύλος schrieb am 28.08.2026 um 14:24 Uhr (Zitieren)
Die FAZ vom 28. August 2026 bringt einen längeren Artikel über den derzeit bekanntesten und hinsichtlich der Buchauflagen erfolgreichsten deutschen Althistoriker (auch wenn er nicht das Format von Christian Meier und Karl Christ hat).
Re: Dirty Rome
Γραικύλος schrieb am 28.08.2026 um 14:32 Uhr (Zitieren)
Sommer baut gerne den Winckelmann-Popanz auf, um vor dieser Folie ein realistisches Bild der Antike zu zeichnen - obgleich der Mythos von "edler Einfalt und stiller Größe" ja längst mausetot ist.
Re: Dirty Rome
βροχή schrieb am 28.08.2026 um 17:13 Uhr (Zitieren)
... wo waren denn die edlen Realisten, als Winckelmann den Popanz entdeckte? Wo wären sie heute ohne ihn?
Re: Dirty Rome
Γραικύλος schrieb am 28.08.2026 um 17:32 Uhr (Zitieren)
An βροχή:
(aus dem erwähnten FAZ-Artikel vom 28.8.2026)
Re: Dirty Rome
Γραικύλος schrieb am 28.08.2026 um 17:47 Uhr (Zitieren)
Athen und Rom aus der Sicht der Abwasser- und Müllbeseitigung zu beschreiben, mag eine reizvolle Aufgabe sein; aber man sollte nicht so tun, als existierten noch heute namhafte Leute, die behaupten, es habe dergleichen damals keine Rolle gespielt.
Übrigens erwähnt nicht nur die antike, sondern auch die sonstige Literatur sehr selten bestimmte Dinge, die wir alltäglich tun (müssen).
Erst der "Ulysses" von Joyce beginnt mit einem Gang zur Toilette.
Re: Dirty Rome
Quoth schrieb am 28.08.2026 um 19:09 Uhr (Zitieren)
Der mag in dieser Formulierung tot sein, aber absolut untot ist der winckelmannsche weiße Klassizismus, der in Trumps Neubauplänen fröhlich wieder auflebt. Es ist die Ästhetik der Rassisten und weißen Diktatoren.
Re: Dirty Rome
Patroklos schrieb am 28.08.2026 um 19:31 Uhr (Zitieren)
Kleiner Hinweis: Der „Ulysses“ beginnt mit einer Parodie der Hl. Wandlung. Blooms „Stuhlgang“ ereignet sich im 4. Kapitel.
Re: Dirty Rome
Γραικύλος schrieb am 28.08.2026 um 20:22 Uhr (Zitieren)
Hm. Der Roman beginnt mit "Introibo ad altare Dei", was die Anfangsworte der Hl. Messe sind.
Das habe ich via Blasphemie mit dem Toilettenbesuch assoziiert.
Re: Dirty Rome
βροχή schrieb am 28.08.2026 um 20:45 Uhr (Zitieren)
Immerhin wurden die entdeckten antiken Kunstwerke geschätzt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht im Westen.
Anschließend lassen nichtweisse Herrscher zurückgegebene Kunstwerke spurlos verschwinden. Beninbronzen! Welch großartige nichtweiße Vorbilder.
Re: Dirty Rome
βροχή schrieb am 28.08.2026 um 20:49 Uhr (Zitieren)
Da ist was dran, der Ikonoklasmus ist ein totes Pferd, es ist lächerlich dieses anzuspornen. Die Ikonen sind bereits seit langem geklastet.
Korrigierend füge ich an, dass der architektonische weiße Klassizismus schon auf Palladio zurückgeht, auf Winckelmann lässt sich eher der figürliche zurückführen.
Das lässt sich auch als ein In-Sicherheit-Bringen vor dem mit seiner Kapitalmacht gefräßigen Neokolonialismus.
Re: Dirty Rome
Telramund schrieb am 29.08.2026 um 12:35 Uhr (Zitieren)
Der skatologische Humor in den Komödien, insbesondere bei Aristophanes zählt nicht? Martial? Petronius, der Trimalchio beim Ballspiel in einen vom Eunuchen gereichten silbernen Nachttopf pissen und beim Gastmahl eine Rede über Verdauungsprobleme und Flatulenzen halten lässt?
Um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Re: Dirty Rome
βροχή schrieb am 29.08.2026 um 13:13 Uhr (Zitieren)
"in Sicherheit gebracht" ungefähr so wie das Bernsteinzimmer.
Wer ist denn der "sichernde"?
Eine mit dem Kapitalmarkt gar nicht verbandelte Kaste?
Etwas verschwu
Re: Dirty Rome
βροχή schrieb am 29.08.2026 um 13:19 Uhr (Zitieren)
... ndenen Kunstwerke wurden möglicherweise an die ach so edlen gutbetuchten "Antikolonialisten" verscherbelt.
Diese Vermutung zu entkräften macht sich keiner die Mühe.