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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
SATOR-Quadrat, Lösungsversuch (3202 Aufrufe)
ανδρέας schrieb am 09.02.2013 um 13:52 Uhr (Zitieren)
Bis heute scheint die Bedeutung des SATOR-Quadrates rätselhaft.
Ich habe da eine Lösungs- Interpretation.
Das Sator-Quadrat, ist ein Satzpalindrom (früheste Überlieferung aus dem 1. Jhdt.), das man als Magisches Quadrat horizontal und vertikal, vorwärts und rückwärts lesen kann:

SATOR
AREPO
TENET
OPERA
ROTAS

Manche denken, dass der Text keine Bedeutung hat. Arepo sei ein Nichtwort, das lediglich die vier lexikalischen Wörter zum Quadrat vervollständigen soll.

Fasst man arepo als Namen auf, so wäre die Bedeutung „Der Sämann Arepo hält mit Mühe die Räder“ möglich. Auch andere Theorien lösen das Rätsel aber nicht.

Sator wird insbesondere in christlichen Interpretationen als Metapher für den Schöpfergott verstanden.

Ausgehend von der christlichen Interpretation könnte man „AREPO“ umformen und als Verkürzung für den verschlüsselten Ausdruck „A PER O“ auffassen, wobei „REP“ umgekehrt zu lesen ist und Alpha (A) und Omega (O) trennt (quasi ein Hyperbaton).

Schon seit der Antike glaubte man, dass derjenige, der sowohl den Anfang als auch das Ende einer Sache im Blick hätte, das Ganze beherrsche. Entsprechend steht in der Offenbarung des Johannes: „Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“ (Offenbarung 1,8)
vgl.
Ἐγώ εἰμι τὸ Ἄλφα καὶ τὸ ω, λέγει κύριος ὁ θεός, ὁ ὢν καὶ ὁ ἦν καὶ ὁ ἐρχόμενος, ὁ παντοκράτωρ.

Dann könnte dieses Palindrom folgende Bedeutung haben (opera = Abl. Sg. von operae f.):

Der Schöpfer (Sämann) hält durch Anfang und Ende (oder: für alle Zeit, ewig) mit (seinem) Dienst /(seiner) Hilfe/Arbeit die Räder.

Die Räder könnten eine Metapher (in der verkürzten Form) für das Leben sein:

Rota nativitatis = Lebensrad.
Vgl.
Et lingua ignis est, universitas iniquitatis; lingua constituitur in membris nostris, quae maculat totum corpus et inflammat rotam nativitatis et inflammatur a gehenna. (Jacobus 3.6)

Tenere heißt auch: halten, aufrechterhalten, steuern, lenken

Dann hieße der Satz sinngemäß:
„Der Schöpfer steuert mit seiner Arbeit für alle Zeit das Leben.“


Ist das eine denkbare Interpretation? Kennt jemand eine zufriedenstellendere Erklärung?
Ist das zu weit hergeholt?
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
Γραικίσκος schrieb am 09.02.2013 um 16:58 Uhr (Zitieren)
Ich erinnere mich:
www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=56
Aber ich weiß nicht, ob das hilft.
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
ανδρέας schrieb am 09.02.2013 um 21:31 Uhr (Zitieren)
Tja, es bleibt Spekulation.
Nach meiner Interpretation eventuell eine Art ρkryptisches frühchristliches Glaubensbekenntnis.
Aber es bleibt so rätselhaft wie das berühmte A.E.I.O.U. der Habsburger.
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
filix schrieb am 10.02.2013 um 11:35 Uhr (Zitieren)
Dieser Versuch überzeugt mich schon vor allen Einwänden gegen den historischen Synkretismus auf der Ebene der Eleganz, die solcher Wortmagie eignet, nicht - denn für die jähe Schubumkehr, das Bustrophedon en miniature zwischen A und O in Verbindung mit einem 'Hyperbaton', sehe ich vom Willen, das ominöse AREPO so zu verbiegen, bis irgendein zur Auffassung vom christlichen Ursprung passender Sinn entsteht, keinen Anlass. Der christl. Ursprung ist indes zweifelhaft, das erste Beispiel, das übrigens - wie zehn weitere - mit "ROTAS OPERA" beginnt, stammt aus Pompeji und datiert zwischen 62 und 79 u.Z. Du müsstest also zunächst belegen, dass es dort zu der Zeit eine nennenswerte christliche Gemeinschaft gegeben hat, die zudem sprachlich schon so sehr im Lat. verankert war, dass sie solche Wortspiele pflegte. Die Offenbarung des Johannes ist sehr wahrscheinlich später verfasst, dass - dessen ungeachtet - die Rede vom "A und Ω" zu dieser Zeit mit jener Selbstverständlichkeit im Umlauf war, die das Funktionieren der Anspielung im krummen AREPO voraussetzt, bis auf Weiteres unbegründet. "sator" ist auch kein genuin jüd.-christl. Epitheton - es findet sich im Lat. als Antonomasie für Jupiter schon bei Pacuvius (220 - 130 v.u.Z.): "regnum imperator, aeternum morum sator" oder später bei Vergil, Aen. 1. 254.
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
ανδρέας schrieb am 10.02.2013 um 13:01 Uhr (Zitieren)
Danke für diese Ewände, filix.
Die Johannesstelle sollte lediglich auf den Sprachgebrauch in dieser Zeit hinweisen.
Eine christliche Interpretation ist nicht zwingend. Mit Sator könnte auch ein römischer Gott o.ä gemeint sein. AREPO ergibt allerdings keinerlei Sinn, falls es kein Eigenname ist. Sinnvoll wäre allerdings eine doppelte Verschlüsselung, wenn es sich um eine Sekte oder geheime Gemeinde gehandelt haben sollte. Deshalb habe ich ja auch um weitere Ideen gebeten.
Hoffentlich greift ein durchgeknallter Autor dies nicht auf, um einen weiteren Spinnerroman daraus zu stricken. Ich finde es allerdings spannend. Die Literatur löst das Rätsel leider nicht.
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
filix schrieb am 10.02.2013 um 13:42 Uhr (Zitieren)
Bitte. Miroslav Marković bietet eine interessante Aufschlüsselung, die sich mit Argumenten nicht nur gegen die Auffassung, es handle sich um ein Bustrophedon, wendet, sondern auch gegen die ihm (und anderen) zu Verbreitung und magischer Dimension nicht recht passende Annahme auftritt, dass AREPO eine sonst bedeutungslose Zeichenkette, eine Sprachspielerei sei, die sich dem Wunsch ein Palindrom zu erzwingen, verdanke. Seine Lösung lautet in aller Kürze: AREPO ist, mit Beispielen dort belegte anaptyxis inklusive, ein lat. Kurzname für Harpon/Harpokrates, einer von Horus sich ableitende Glücksgottheit des gr.-röm. Ägyptens, die tlw. mit Eros, Priapiscus vel Carporactes verschmilzt. Er liest letztlich "The Sower Harpocrates keeps in check tortures and toils". Für die nähere Begründung: books.google.at/books?id=nh8VAAAAIAAJ&pg=PA28
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
ανδρέας schrieb am 10.02.2013 um 13:55 Uhr (Zitieren)
Na super, das ist zumindest mal eine nachvollziehbare Variante.
Und ohne Griechisch nicht zu lösen ...
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
David schrieb am 26.03.2014 um 20:29 Uhr (Zitieren)
man kann auch aus den wörtern das wort paternoster, ebenfalls so ähnlich wie das paternosterquadrat aufbauen. die buchstaben die übrig bleiben sind 2x a und 2x o für anfang und ende...
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
hpj schrieb am 09.11.2015 um 13:31 Uhr (Zitieren)
Man lese: Catrum peregrini, 38. Jg. 1989, Heft 189/190, Seite 101 ff
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
michanya schrieb am 01.09.2016 um 20:29 Uhr (Zitieren)
... also wenn ich die Buchstaben - AREPO - nehme und noch die Buchstaben - TM - einfüge - erhalte ich als Lateiner das Wort - TEMPORA - also in Deutsch übersetzt - ZEIT.

Irgendwie vom Sinn als Sprichwort -

Alle Räder der Zeit stehen still - wenn es der HERRGOTT so will ... ENDZEIT eben ...

oder im Buch - Kohelet - T der Bibel - Es gibt eine ZEIT für ... etc.

Gruss biotec4u
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
Γραικίσκος schrieb am 02.09.2016 um 10:33 Uhr (Zitieren)
Was soll denn das für ein Quadrat sein, wenn man noch Buchstaben einfügen muß, die dort nicht stehen, damit es einen Sinn ergibt?
Re: SATOR-Quadrat, Lösungsversuch
Jochen schrieb am 18.06.2018 um 13:59 Uhr (Zitieren)
Ich fand folgende Ausarbeitung dazu:

www.forum.causa-nostra.com/phpbb/viewtopic.php?t=5...

Jedenfalls:
S ator A repo T enet O pera R otas, Anfangsbuchstaben: SATOR rückwärts ROTAS, ist ein Anagramm TORAS, jidd. Stier.

Der phönizische Buchstabe Aleph beruht auf der stilisierten Darstellung eines Stierkopfes (alef = Rind). Lateinische Entsprechung: A. Das Aleph ist in Bezug auf die Althebräische Aussprache als Knacklaut gleich dem Buchstaben Ajin oder Ayn, was das lat. O ist.

Das Alef bezieht sich auf einen Stier (auch genannt Lamm (als Buchstabe ergibt das arab. das Lam) plus dem O, ergibt den Namen Olam, was im Hebräischen der Name des Königs der Welt "El Olam" ist. El = [K]Alef Olam, rückwärts Malokalef.

Was das nun mit dem SATOR-Quadrat zu tun hat?

Der "El Olam" ist der Mittelpunkt allen Seins, er ist der Hammer Gottes. Er ist der Baumeister (engl. craftsman, Handwerker aka Zimmermann, "Jesus" als der ERSTGEBORENE) des Universums. Wer damit gemeint ist, das steht z.B. hier: en.wiktionary.org/wiki/Cain. Er ist das "T" (was visuell einen Hammer darstellt) in der Mitte (Tenet, die Hütte, das Zelt Gottes), um den alles übrige kreist.

Noch ein Tipp. Man sehe sich dazu auch mal das Bild zum Weltfrieden an, was zu den Gemälden auf dem Flughafen in Denver/USA gehört, auf dem in der Mitte ein kleiner, blonder, deutscher Junge mit einem Hammer dargestellt ist.
 
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