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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Kuh & Krieg (4409 Aufrufe)
Γραικίσκος schrieb am 26.08.2009 um 15:59 Uhr (Zitieren)
Ich glaube, es war ανδρέας, der hier mal die Vermutung geäußert hat, das Sanskrit-Wort für Kuh bedeute "Verlangen nach mehr Kühen".
Danach habe ich nun eine indische Schülerin gefragt, die, weil selber des Sanskrit nicht mächtig, bei ihrem Großvater Erkundigungen eingezogen hat. Ich gebe nun die erhaltene Auskunft wieder:

- Krieg in Sanskrit: yudh oder yuddh
- Eine Verbindung dieses Wortes mit dem Verlangen nach mehr Kühen ist nicht bekannt, d.h. existiert wohl nicht.
- Allerdings benutzten Moslems in Kriegen gegen Inder Kühe als Schutzschilde - wissend, daß Hindus niemals Kühe angreifen.

(Ich selbst erinnere mich, daß Mahatma Gandhi einmal gesagt hat, all die vielen und verschiedenen Hindus hätten nur einen einzigen allen gemeinsamen Glaubenssatz: die Heiligkeit der Kuh.)
Re: Kuh & Krieg
διψαλέος schrieb am 26.08.2009 um 16:07 Uhr (Zitieren)
das Sanskrit-Wort für Kuh bedeute "Verlangen nach mehr Kühen".

???
Du meintest wohl "Krieg" ?

Sanskrit ist sozusagen das Altgriechische des Hinduismus', bzw. das Hebräische (allerdings ist Hebräisch etwas modernisiert ja wiederbelebt worden.)

Kaum ein Hindu spricht noch Sanskrit.
Es hat eine sehr komplizierte Grammatik.
Es war wohl auch niemals "Umgangssprache" gewesen,
sondern wurde in einem strengen Formalismus für religiöse Texte verwendet, in denen wohl noch ältere,
mündlich überlieferte religiöse Formeln aufgezeichnet wurden, die eh auch kein Mensch mehr verstand.
Jedenfalls eine komplizierte Sache...
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 26.08.2009 um 16:12 Uhr (Zitieren)
O ja - ein Versehen: das Wort für "Krieg ...
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 26.08.2009 um 16:13 Uhr (Zitieren)
Natürlich, das Wort für "Krieg"! Wie dumm von mir!
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 26.08.2009 um 16:18 Uhr (Zitieren)
Es gibt ja auch noch Pali - die Sprache, in welcher die kanonischen Texte zu Buddha verfaßt sind. Aber Andreas hat sich ausdrücklich auf Sanskrit bezogen.
Ich hoffe, der Großvater weiß, was er sagt.
Re: Kuh & Krieg
διψαλέος schrieb am 26.08.2009 um 16:31 Uhr (Zitieren)
unser Wort für "Krieg" ist relativ jung.
Die niederlandische Sprache hat noch das alte Wort bewahrt:"oorlog", bzw. "orlog"
Als Niederrheiner kannst du bestimmt ein wenig nederlands
http://nl.wikipedia.org/wiki/Oorlog#Etymologie
Re: Kuh & Krieg
διψαλέος schrieb am 26.08.2009 um 16:46 Uhr (Zitieren)
oh!
Die Vǫluspá erzählt, dass die Götter Odin, Hœnir und Loðurr am Strand Askr und Embla fanden, die kaum Kraft hatten und noch ohne Schicksal (ørlǫg) waren. Sie schufen daraus die Menschen, in dem sie sie mit Atem, Geist, Lebenswärme oder Blut (lá) und göttlichem oder gutem Aussehen versahen.

aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Sch%C3%B6pfungsgeschichte
Abschnitt
Der Schöpfungsmythos von Askr und Embla
Re: Kuh & Krieg
διψαλέος schrieb am 26.08.2009 um 16:55 Uhr (Zitieren)
tja...
ὁ ρόλεμος
von da unser "polemisch",
Ich denke, viele Leute, die "du bist polemisch" sagen, wissen nicht, was es eigentlich bedeutet...
;-)
Re: Kuh & Krieg
John schrieb am 26.08.2009 um 17:24 Uhr (Zitieren)
ὁ ρόλεμος

Daher kommt höchstens das deutsche "Rollmops"...
Den konnte ich mir nicht verkneifen, sorry.:D
Re: Kuh & Krieg
διψαλέος schrieb am 26.08.2009 um 17:35 Uhr (Zitieren)
ups...
wieso steht denn da nicht das "π"?????
dumm guck....
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 26.08.2009 um 21:40 Uhr (Zitieren)
Das hat zwar nichts mehr mit dem Sanskrit zu tun, aber der Hofmann ("Etymologisches Wörterbuch des Griechischen") führt ὁ πόλεμος auf das Verb πελεμίζω zurück.
Re: Kuh & Krieg
διψαλέος schrieb am 27.08.2009 um 00:06 Uhr (Zitieren)
Γραικίσκος schrieb am 26.08.2009 um 21:40 Uhr:
Das hat zwar nichts mehr mit dem Sanskrit zu tun, aber der Hofmann ("Etymologisches Wörterbuch des Griechischen") führt ὁ πόλεμος auf das Verb πελεμίζω zurück.


Das habe ich auch irgendwo mal gelesen, ohne mich an den Autor erinnern zu können (nein, nicht Hofmann).

Warum überhaupt Sanskrit ?
Indoeuropäische Wurzeln....
Falls alle diese Theorien zutreffen sollten
-----
mal eine nicht ernstzunehmende Theorie:
lat. "bellum", es gibt ein Adjektiv "bellus" -> "hübsch"

Die ersten "Römer" unter Romulus klauten die "Hübschen" des Nachbarvolkes der Sabiner......
:o)
also, für die Römer ist Krieg,
das Klauen der hübschen Nachbarinnen....
:o)
Re: Kuh & Krieg
ανδρέας schrieb am 27.08.2009 um 20:27 Uhr (Zitieren)
Gar nicht mal abwegig:

>>> Die ersten "Römer" unter Romulus klauten die "Hübschen" des Nachbarvolkes der Sabiner...... <<<

Es wird wohl früher allgemein Usus gewesen sein, dass die "einfallenden Horden" die besiegten Stämme unterjocht oder vertrieben haben. Dabei dürften die Frauen im richtigen Alter und von angemessener Gestalt sicher einer anderen Bestimmung zugeführt worden sein, als die renitenten Krieger, alte Leute usw. . Die besiegten Männer wurden von der Vermehrung weitgehend ausgeschlossen.
Nach wenigen Generationen war das Gebiet automatisch befriedet.

Eine Ausnahme waren da die Basken, die sich hartnäckig allen Eroberern widersetzen konnten:

http://www.welt.de/print-welt/article664566/Ihre_Herkunft_steckt_den_Basken_im_Blut.html

Wer in seiner Jugend mal die Scheunenfete im Nachbardorf besucht hat, weiß, dass auch das ruppigste Fußballspiel nichts im Vergleich zu Hordenkriegen ist , wenns um die Sabinerinnen geht ...
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 27.08.2009 um 20:36 Uhr (Zitieren)
Im Unterricht bespreche ich gerade Alexanders des Großen Massenhochzeit zu Susa. Man beachte: Griechische (makedonische) Männer mit persischen Frauen. Die persischen Männer ...
Re: Kuh & Krieg
ανδρέας schrieb am 27.08.2009 um 21:00 Uhr (Zitieren)

Da bekommt der Satz "Krieg ist der VATER aller Dinge" (Heraklit) gleich eine merkwürdige Beimischung ...
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 27.08.2009 um 21:03 Uhr (Zitieren)
Ob Krieg nicht in der Tat eine Männersache ist?
Lassen wir die Amazonen (als einen von Männern erfundenen Mythos) einmal beiseite ...
Welchen Krieg hätte eine Frau begonnen?
Re: Kuh & Krieg
ανδρέας schrieb am 27.08.2009 um 21:25 Uhr (Zitieren)

Elisabeth I. von England , Seekrieg gegen Spanien, Freibeuter ...
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 27.08.2009 um 21:30 Uhr (Zitieren)
Angegriffen von Philipp II. von Spanien?

Margaret Thatcher gegen Argentinien, aber nach dessen Besetzung der Falkland-Inseln?

Golda Meir den Jom-Kippur-Krieg, aber herausgefordert durch die Araber?
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 27.08.2009 um 21:37 Uhr (Zitieren)
Zarin Katharina II. und Maria Theresia im Siebenjährigen Krieg - dessen Feindseligkeiten Friedrich II. eröffnete? Der zudem 1740 Schlesien geraubt hatte ...
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 27.08.2009 um 21:39 Uhr (Zitieren)
Inzwischen kommt das Leitthema "Kuh & Krieg" ein bißchen ungalant rüber ...
Re: Kuh & Krieg
ανδρέας schrieb am 27.08.2009 um 21:39 Uhr (Zitieren)

Margarete I. von Dänemark hat den Kalmarer Frieden nicht durch "Diplomatie" erzwungen und Kriege geführt.
Frauen haben sich der Machtpolitik aus Notwendigkeit selten entzogen.
Macchiavelli ist zeitlos und ohne Geschlechtsunterschiede immer wieder aktuel.
Re: Kuh & Krieg
ανδρέας schrieb am 27.08.2009 um 21:39 Uhr (Zitieren)
aktuell ...
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 27.08.2009 um 21:44 Uhr (Zitieren)
Margarethe I. von Dänemark - der Punkt geht an Dich.
Aber daß den "Principe" auch eine Frau hätte schreiben können, das geht über meinen Glauben ... an das Gute in den Frauen.
Re: Kuh & Krieg
ανδρέας schrieb am 27.08.2009 um 21:58 Uhr (Zitieren)

Ich habe die Discorsi und den Principe gelesen. M. hat ja nur die Mächtigen beschrieben und ihre Handlungsweise. Da kommen die Frauen (L. Borgia)
auch nicht gut weg.
Es gelten eben fortina, virtu und necessita ...

Auch der Antimacchiavell vom AltenFritz unterscheidet sich von seiner spärteren Polituk. Ist man den Umständen unterworfen, handelt jeder , der erfolgreich sein will, nach der Notwendigkeit - auch Frauen.

Aber ich gebe zu: es sind in dieser Dimension eher Ausnahmen.
Re: Kuh & Krieg
διψαλέος schrieb am 27.08.2009 um 23:41 Uhr (Zitieren)
Frauen handeln stets nach der Notwendigkeit,
Männer nach Trieben:
In den nneun Monaten, die eine Frau braucht,
um ein Kind auszutragen, kann ein Mann
hunderte Kinder zeugen, so denn er dei Gelegenheit hat.
Beides (Verhalten von Mann und Frau) war oder ist
eine Notwendigkeit, um die Art zu erhalten.
Oder die Diktatur der Gene...

Die Kuh als notwendige Grundlage des Wirtschaftens...
weia..
Ich glaube, ich nähere mich dem griechischen Pessimismus...
oder soll ich doch ausgeprägter Epikuräer bleiben?
Re: Kuh & Krieg
Γραικίσκος schrieb am 28.08.2009 um 20:27 Uhr (Zitieren)
Ich glaube, ich nähere mich dem griechischen Pessimismus ...

Nur zu! Tritt herbei.
 
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