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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
ὥρα ἡμῖν ζητεῖν τι καὶ περὶ γρίφων #4 (178 Aufrufe)
Γραικίσκος schrieb am 29.12.2018 um 15:23 Uhr (Zitieren)
Hier bie der Sphinx ist die Lösung zu bekannt, als daß man für uns noch von einem Rätsel sprechen könnte:
τί ἐστιν ὃ μίαν ἔχον φωνὴν τετράπουν καὶ δίπουν καὶ τρίπουν γίνεται;

[Quelle: Apollodoros, Götter und Helden der Griechen III 53]

ἔστι δίπουν ἐπὶ γῆς καὶ τετράπον, οὗ μία φωνή,
καὶ τρίπον, ἀλλάσσει δὲ φύσιν μόνον ὅσσ' ἐπὶ γαῖαν
ἑρπετὰ γίνονται καὶ ἀν‘ αἰθέρα καὶ κατὰ πόντον.
ἀλλ‘ ὁπόταν πλείστοισιν ἐρειδόμενον ποσὶ βαίνῃ,
ἔνθα τάχος γυίοισιν ἀφαυρότατον πέλει αὐτοῦ.

[Quelle: Athenaios, Das Gelehrtenmahl 456b]

τί ἐστι τὸ αὐτὸ δίπουν, τρίπουν, τετράπουν;

[Quelle: Diodorus Siculus, Bücher der Geschichte IV 64,4]

Aber woher stammt die berühmte Metapher bzw. Analogie mit den Tageszeiten (morgens - mittags - abends)?

Bei Sophokles ist der Wortlaut des Rätsels nicht überliefert - er setzt es als bekannt voraus.
Re: ὥρα ἡμῖν ζητεῖν τι καὶ περὶ γρίφων #4
Γραικίσκος schrieb am 05.01.2019 um 20:02 Uhr (Zitieren)
Ich wäre immer noch dankbar, wenn jemand erklären könnte, woher die Analogie mit den Tageszeiten stammt; in antiken Quellen kann ich sie nicht finden.
Re: ὥρα ἡμῖν ζητεῖν τι καὶ περὶ γρίφων #4
Φιλομαθής schrieb am 06.01.2019 um 20:13 Uhr (Zitieren)
Allen bei Konrad Ohlert (Rätsel und Rätselspiele der alten Griechen*, Berlin ²1912, S. 24 ff.) erwähnten antiken, griechischen Varianten des Sphinxrätsels fehlt diese Verbindung von Lebensalter und Tageszeit. Die Metapher selbst (ohne Sphinxrätsel) findet man freilich. So wird Empedokles von Aristoteles mit den Worten τὸ γῆρας ἑσπέραν βίου ἢ δυσμὰς βίου zitiert (Poetik 21, 1457b 24 f.).

Zumindest kann man sagen, dass nicht erst Gustav Schwab die Tageszeiten-Metapher in das Rätsel gebracht hat. Ohlert (a. O., S. 27) führt eine frühneuhochdeutsche Fassung aus dem 15. Jh. an. Daneben findet man aus allen über die Google-Books-Suche zugänglichen Epochen (also seit der Zeit um 1500) lateinische Fassungen wie Quod animal est mane quadrupes, meridie bipes, vespere tripes?**

Die antiken Ursprünge, sollte es sie geben, liegen aber, wie es aussieht, im Dunkeln.

* online: archive.org/details/rtselundrtse00ohleuoft
** books.google.de/books?id=6P1RAAAAcAAJ&pg=PA12-IA9 (s. v. Sphinx)
Re: ὥρα ἡμῖν ζητεῖν τι καὶ περὶ γρίφων #4
Γραικίσκος schrieb am 07.01.2019 um 11:51 Uhr (Zitieren)
Oh, herzlichen Dank. Wir werden es dann wohl von Gustav Schwab haben.
 
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