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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Wilhelm Busch über Sokrates (1302 Aufrufe)
Γραικίσκος schrieb am 30.08.2009 um 21:37 Uhr (Zitieren)
Sokrates, der alte Greis,
Sagte oft in tiefen Sorgen:
"Ach, wie viel ist doch verborgen,
Was man immer noch nicht weiß."

Und so ist es. - Doch indessen
Darf man eines nicht vergessen:
Eines weiß man doch hienieden,
Nämlich, wenn man unzufrieden. -"
Re: Wilhelm Busch über Sokrates
Γραικίσκος schrieb am 30.08.2009 um 21:44 Uhr (Zitieren)
Dahinter steckt viel Schopenhauer: Als Erlebnisqualität gegeben ist nur das Leiden (die Unzufriedenheit); Glück ist lediglich beendetes (negiertes) Leiden und ohne eigene Empfindungsqualität.
[These von der Negativität des Glücks]
Deshalb nennt der Schopenhauerianer Busch nicht die Zufriedenheit; die hätte auch nicht so gut ins Versmaß gepaßt.
Re: Wilhelm Busch über Sokrates
Γραικίσκος schrieb am 30.08.2009 um 21:52 Uhr (Zitieren)
Hübsch, wie Wilhelm Busch hier den Schopenhauer mit Sokrates' "Ich weiß, daß ich nichts weiß" konfrontiert. Wenn man (z.B.) Zahnschmerzen hat, stellt sich die Frage nach dem (Nicht-)Wissen nicht mehr - Schmerzen sind unmittelbar gewiß.
Re: Wilhelm Busch über Sokrates
Γραικίσκος schrieb am 30.08.2009 um 21:56 Uhr (Zitieren)
Natürlich nicht nur Schmerzen, sondern alle Arten von Unglück, Unzufriedenheit usw.
Hingegen nicht - so die Schopenhauer-Orthodoxie - das Glück, welches nur durch den Vergleich entsteht und daher irrtumsanfällig ist.

Dazu gibt es einen feinen Comic von Charlie Brown. Er hat sich in seiner Drachenschnur verheddert, hängt mitsamt Drachen kopfüber im Baum und sagt: "Das Gute [!] daran ist, daß es nun nicht mehr schlimmer werden kann."
Im nächsten Bild schüttet es wie aus Kübeln.
Re: Wilhelm Busch über Sokrates
Γραικίσκος schrieb am 31.08.2009 um 17:21 Uhr (Zitieren)
Graeculus, der alte Greis,
Sagte oft in tiefen Sorgen:
"Ach, wie viel ist doch verborgen,
Was man immer noch nicht weiß."

Und so ist es. - Doch indessen
Darf man eines nicht vergessen:
Eines weiß man doch auf Erden,
Wenn Worte nicht erwidert werden. -
Re: Wilhelm Busch über Sokrates
ανδρέας schrieb am 31.08.2009 um 20:00 Uhr (Zitieren)

Charly Brown ist schon eine denkwürdige Figur.
Stets bemüht, immer scheiternd, rappelt er sich auf, die Widrigkeiten zu meistern, die das Leben so bietet. Ausgerechnet seine selbsternannte psychologische Beraterin Lucy spielt ihm die ärgsten Streiche und auch seine große Liebe, das kleine rothaarige Mädchen, bleibt für ihn unerreichbar. Dieses ernste und unglückliche Kind bündelt geradezu alles, was einem im Leben widerfahren kann - das Fleisch oder Farbe gewordenes Gesetz Murphy`s. Was schief gehen kann, geht auch schief. Aber trotzdem macht man einfach weiter. Wenn das nicht den griechischen Pessimismus trift - was hätten zu diesem Anti-Herakles gesagt?
Re: Wilhelm Busch über Sokrates
ανδρέας schrieb am 31.08.2009 um 20:46 Uhr (Zitieren)
Antwort

Nun ist geworden, was du wolltest;
Warum denn schweigest du jetztund?
- Berichten mag es die Geschichte,
Doch keines Dichters froher Mund.
(Theodor Storm)
Re: Wilhelm Busch über Sokrates
Γραικίσκος schrieb am 31.08.2009 um 22:05 Uhr (Zitieren)
Was schief gehen kann, geht auch schief. Aber trotzdem macht man einfach weiter.

Charlie Brown als jugendlicher Sisyphos?
(Das ist kein genialer Einfall, aber bei vergeblicher Unverdrossenheit muß ich immer an diesen Typus denken.)
Re: Wilhelm Busch über Sokrates
ανδρέας schrieb am 31.08.2009 um 23:03 Uhr (Zitieren)

Ich glaube nicht, dass in der Antike eine Figur zu finden ist, die den Peanuts entspricht.
Muss ja auch nicht sein. Bezüge kann man aber überall finden:
Der arme Charly bemerkt nie, wie sehr Marcie und Pepermint Patty in ihn verliebt sind. Unerwiderte Liebe - kein Hauptthema, eher eine Begleiterscheinung - ein wenig wie im Sommernachtstraum, obwohl die Verwicklungen bei den Peanuts ja nie aufgelöst werden. Schroeder bemerkt auch nie, welche Neigungen Lucy ihm gegenpber verspürt. Die Charaktere sind köstlich.
Jedenfalls einer der besten Comics die es gibt - finde ich.
Die Griechen hätten sicher auch gelacht.

Gute Nacht

Re: Wilhelm Busch über Sokrates
διψαλέος schrieb am 02.09.2009 um 00:14 Uhr (Zitieren)
Es gibt doch da die (Bilder-)Geschichte von Wilhelm Busch:
"Diogenes und die bösen Buben von Korinth"
(geht natürlich mal wieder "plattgewalzt" aus...)
Re: Wilhelm Busch über Sokrates
διψαλέος schrieb am 02.09.2009 um 00:16 Uhr (Zitieren)
 
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