Γραικίσκος schrieb am 11.11.2019 um 13:25 Uhr (Zitieren)
Noch kürzer ist die Variante der Goldenen Regel bei Aischylos, und zwar als deskriptives Gesetz:
(Χοηφόροι Vers 313)
Allerdings wird die Regel in dieser Form empirisch und logisch falsch, meine ich, denn sie mutiert nun zum Gesetz der Vergeltung, die eben (1) nicht immer stattfindet ("Die Nürnberger hängen niemanden, sie hätten ihn denn zuvor") und (2) nach dem eigentlichen Sinn der Goldenen Regel auch nicht stattfinden soll, denn ihr zufolge soll man andere Menschen so behandeln, wie man von ihnen behandelt werden will, nicht wie sie einen tatsächlich behandeln.
Re: Die Goldene Regel bei Aischylos
Γραικίσκος schrieb am 11.11.2019 um 13:27 Uhr (Zitieren)
Dieser fragwürdige Sinn entsteht freilich durch die interpretierende Übersetzung des παθεῖν.
Re: Die Goldene Regel bei Aischylos
Γραικίσκος schrieb am 11.11.2019 um 13:41 Uhr (Zitieren)
Die Oxford-Ausgabe korrigiert das δράσαντι der Codices in δράσαντα.
In welcher Weise ändert das den Sinn?
Re: Die Goldene Regel bei Aischylos
Γραικίσκος schrieb am 11.11.2019 um 13:46 Uhr (Zitieren)