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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Cato Censor entfernt einen Consularen aus dem Senat (36 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 23.05.2020 um 12:06 Uhr (Zitieren)
Livius (XXXIX 42, 5 – 43, 5) berichtet über einen von M. Porcius Cato Censor geahndeten Skandal:
Die Censoren M. Porcius und L. Valerius musterten den Senat, wobei sich Furcht und Erwartung mischten [metu mixta expectatione]. Sieben Männer stießen sie aus dem Senat aus, darunter einen, der sich durch vornehme Herkunft und Ehren auszeichnete, den gewesenen Consul L. Quinctius Flaminius. Zur Zeit der Väter wird als Einrichtung überliefert, daß die Censoren einen rügenden Satz zum Namen derer beischrieben, die aus dem Senat entfernt wurden. Von Cato sind auch andere scharfe Reden erhalten gegen solche, die er entweder aus dem Senat entfernte oder denen er das Reitpferd nahm; die bei weitem härteste ist die Rede gegen Lucius Quinctius. [...]

Unter anderem wirft er ihm vor, daß er den Punier Philippus, einen teuren und bekannten Lustknaben [scortum], von Rom in die Provinz Gallien durch die Aussicht auf ungeheure Geschenke gebracht habe. Dieser Knabe [puer] habe im Übermut dem Consul scherzend immer wieder vorgehalten, daß er mitten aus einem Gladiatorenspiel von Rom weggeholt worden sei [quod sub ipsum spectaculum gladiatorium abductus ab Roma esset]; das tat er, um seinem Liebhaber [amator] gegenüber mit seiner Bereitwilligkeit zu prahlen.

Als sie nun gerade einmal zechten und vom Wein schon warm geworden waren, sei beim Symposion gemeldet worden, ein vornehmer Boier sei als Überläufer mit seinen Kindern gekommen; er wolle den Consul sprechen, um persönlich von ihm sicheres Geleit zu erhalten. Er sei dann in das Zelt hereingeführt worden und habe den Consul durch einen Dolmetscher anzusprechen begonnen.

Während seiner Rede habe Quinctius zu dem Lustknaben gesagt: „Willst du, da du schon das Gladiatorenspiel verlassen mußtest, dafür jetzt diesen Gallier sterben sehen? [vis tu, inquit, quoniam gladiatorium spectaculum reliquisti, iam hunc Gallum morientem videre?]” Und als dieser – kaum im Ernst – „Ja” gesagt hatte, habe der Consul auf den Wink seines Lustknaben hin das Schwert herausgerissen, das über ihm an der Wand hing, den noch sprechenden Gallier zuerst an den Kopf damit geschlagen und dann, als dieser floh und das römische Volk und die Anwesenden flehend an ihre Treuepflicht [fides populi Romani] erinnerte, ihm das Schwert durch den Leib gestoßen. [...]

Am Ende der Rede des Cato wird dem Quinctius der Vorschlag gemacht, er solle, wenn er leugne, dies und das andere Vorgeworfene entspreche den Tatsachen, sich doch durch ein Sponsionsangebot verteidigen; wenn er es aber zugebe, ob er sich dann einbilde, jemand werde über seine Schande Schmerz empfinden, da er doch selbst, durch Wein und Liebe [vino et venere] außer sich, das Blut eines Menschen beim Gastmahl zur Kurzweil vergossen habe.

(Marcus Porcius Cato: Vom Landbau – Fragmente. Herausgegeben von Otto Schönberger. München 1980, S. 228-231)

- Boii: keltischer (gallischer) Stamm aus der Gallia cisalpina
- sponsio: feierliches Versprechen, Eid
 
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