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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Ein Bacchanalien-Skandal in Rom #6 (511 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.07.2020 um 16:01 Uhr (Zitieren)
Jetzt gelangen wir zu den Detail-Schilderungen der Bacchanalien.
13 Die Frau glaubte, wie es auch war, daß zweifellos Aebutius das Geheimnis verraten habe, warf sich Sulpicia zu Füßen und begann sie zuerst zu bitten, sie solle das Gespräch einer freigelassenen Frau mit ihrem Liebhaber doch nicht zu einer ernsten Angelegenheit und sogar zu einer Sache auf Tod und Leben machen. Sie habe das gesagt, um ihn abzuschrecken, nicht weil sie etwas wisse.

Da sagte Postumius zornentbrannt, auch jetzt glaube sie wohl noch mit ihrem Liebhaber Aebutius zu scherzen, nicht im Haus einer sehr würdevollen Frau und mit dem Konsul zu spre-chen. Und Sulpicia hob die Zitternde auf und sprach ihr Mut zu und besänftigte zugleich den Zorn ihres Schwiegersohnes.

Endlich faßte sich Hispala, erhob heftige Vorwürfe gegen die Treulosigkeit des Aebutius, der ihr, die sich um ihn sehr verdient gemacht habe, solchen Dank erwiesen habe, und sagte, sie habe große Furcht vor den Göttern, deren geheime Weihen sie verrate, aber noch viel größere vor den Menschen, die sie als Verräterin mit ihren Händen zerreißen würden [magnum sibi metum deorum, quorum occulta initia enuntiaret, maiorem multo dixit hominum esse, qui se indicem manibus suis discerpturi essent]. Deshalb bitte sie Sulpicia und den Konsul darum, sie sollten sie an einen Ort außerhalb Italiens schicken, wo sie den Rest ihres Lebens in Sicherheit verbringen könne.

Der Konsul forderte sie auf, guten Muts zu sein, und sagte, er werde dafür sorgen, daß sie in Rom in Sicherheit wohnen könne. Da berichtete Hispala über den Ursprung der Mysterien [originem sacrorum]: Es sei zuerst eine Kultstätte für Frauen gewesen, und man habe keinen Mann dort zuzulassen gepflegt [primo sacrarium id feminarum fuisse, nec quemquam eo virum admitti solitum]. Sie hätten drei feste Tage im Jahr gehabt, an denen man am Tage in die Bacchusmysterien eingeweiht habe, und man habe als Priesterinnen im Wechsel verheiratete Frauen zu wählen gepflegt. Die Kampanerin Paculla Annia habe als Priesterin wie auf Geheiß der Götter alles geändert; denn sie habe als erste auch Männer eingeweiht, ihre Söhne Minius und Herennius Cerrinius, und sie habe aus der Kulthandlung bei Tage eine bei Nacht gemacht, und anstelle von drei Tagen im Jahr habe sie fünf Tage in jedem Monat für die Kultfeiern festgesetzt.

Seitdem die Mysterien gemeinschaftlich seien und das Miteinander von Männern und Frauen und die Ungebundenheit der Nacht dazugekommen sei, sei keine Untat und keine Schandtat dort unterblieben. Es gebe mehr Unzucht von Männern untereinander als mit Frauen [plura virorum inter sese quam feminarum esse stupra]. Wenn welche die Schande nicht über sich ergehen lassen wollten und weniger Bereitschaft zu einer Untat zeigten, würden sie wie Opfertiere geschlachtet [pro victimis immolari]. Nichts für unerlaubt zu halten, das sei das höchste Gebot unter ihnen [nihil nefas ducere, hanc summam inter eos religionem esse].

Männer weissagten, als wenn sie von Sinnen wären, unter ekstatischen Hin- und Herwerfen ihres Körpers; verheiratete Frauen liefen im Aufzug von Bacchantinnen mit aufgelöstem Haar und mit brennenden Fackeln ins Wasser und zögen sie mit unversehrter Flamme wieder heraus, da reiner Schwefel mit Kalk darin sei. Man sage, von den Göttern seien die Menschen geraubt worden, die sie an eine Maschine bänden und in verborgenen Höhlen verschwinden ließen; das seien die, die sich entweder geweigert hätten, den Eid zu leisten[,] oder die Schandtaten mitzumachen oder Unzucht mit sich treiben zu lassen. Es sei eine gewaltige Menge, fast schon ein zweites Volk [alterum iam prope populum esse], darunter auch einige Männer und Frauen aus bekannten Familien.

In den letzten beiden Jahren sei der Brauch aufgekommen, daß keiner eingeweiht werde, der älter sei als zwanzig Jahre. Man suche die Altersstufe einzufangen, die für Aberglauben und Unzucht empfänglich sei.

 
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