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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Zenon beißt den Tyrannen (66 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 09.01.2021 um 15:12 Uhr (Zitieren)
Über Zenon, den Eleaten und Parmenides-Schüler (ca. 490-430 v.u.Z.), heißt es bei Diogenes Laertios IX 26-28:
[...] Er war ein Mann, der die höchste Achtung verdient, sowohl als Philosoph wie auch als Staatsmann [καὶ ἐν φιλοσοφίᾳ καὶ ἐν πολιτείᾳ], und es gibt noch Bücher von ihm, die ein hohes Maß an Einsicht bekunden. Als er den Tyrannen Nearchos (nach anderen Diomedon) stürzen wollte, ward er ergriffen, wie Herakleides in dem Auszug aus Satyros berichtet. Als man ihn nach den Mitwissern fragte sowie nach dem Waffentransport nach Lipara, gab er sämtliche Freunde des Tyrannen als Mitschuldige an in der Absicht, ihn als völlig verlassen hinzustellen; dann bemerkte er, über einige könne er ihm vertrauliche Mitteilungen ins Ohr machen; dabei faßte er ihn mit den Zähnen und ließ nicht los, bis er niedergestochen war, von dem nämlichen Schicksal betroffen wie Aristogeiton.

Demetrios berichtet in den Homonymen, er habe ihm die Nase abgebissen. Antisthenes aber erzählt in den Philosophenfolgen, nach Nennung der Freunde als Mitschuldiger sei er von dem Tyrannen befragt worden, ob noch irgendein anderer mit im Spiele wäre. Da habe er geantwortet: „Ja, du selbst, du Fluch des Staates [σὺ ὁ τῆς πόλεως ἀλιτήριος]“[,] und zu den Umstehenden habe er gesagt: „Ich bin verwundert über eure Feigheit, wenn ihr um solcher Dinge willen, wie ich sie jetzt über mich ergehen lasse, dem Tyrannen weiter dient“; schließlich habe er sich die Zunge abgebissen und sie dem Tyrannen ins Gesicht gespien; da hätten die Bürger in höchster Erregung den Tyrannen auf der Stelle gesteinigt. Und damit stimmt die Mehrzahl der Berichterstatter überein. Hermippos dagegen sagt, er sei in einen Trog geworfen und zerstoßen worden.

Unser Epigramm auf ihn lautet:

ἤθελες, ὦ Ζήνων, καλὸν ἤθελες ἄνδρα τύραννον
κτείνας ἐκλῦσαι δουλοσύνης Ἐλέαν.
ἀλλ‘ ἐδάμης. δὴ γάρ σε λαβὼν ὁ τύραννος ἐν ὅλμῳ
κόψε. τί τοῦτο λέγω; σῶμα γάρ, οὐχὶ δὲ σέ.

Zenon, ein herrliches Ziel verfolgtest du, wolltest den Herrscher
Töten und so dein Land von der Versklavung befrein.
Doch du erlagst: es ließ dich der Herrscher im Troge zermürben.
Doch was sage ich? Nein, nur deinen Leib, nicht dich selbst. [= Anth. pal. VII 129]

- Herakleides Lembos, Beamter im Dienste des Ptolemaios IX. (2. Jhdt. v.u.Z.), der sich privat als Sammler, Autor und Herausgeber betätigte
- Aristogeiton: zusammen mit Harmodios der Mörder des Tyrannen Hipparchos in Athen (514 v.u.Z.)
- Demetrios von Magnesia (1. Jhdt. v.u.Z.)
- Antisthenes von Rhodos (ca. 200 v.u.Z.)
- Hermippos von Smyrna (Ende des 3. Jhdts. v.u.Z.)
 
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