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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Aurelian und Zenobia in Briefen (53 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 19.02.2021 um 00:03 Uhr (Zitieren)
Was für eine hartnäckige, stolze Gegnerin Zenobia dem Aurelian war, wird aus einigen Briefen deutlich, die Flavius Vopiscus in seiner Aurelian-Biographie im Rahmen der Scriptores Historiae Augustae (SSHA) überliefert:
Es gibt einen Brief von ihm, den er an Mucapor gerichtet hat und in dem er über die Schwierigkeiten dieses Krieges ein Geständnis ablegt, das über die einem Kaiser gebotene Zurückhaltung hinausgeht:

„Die Römer behaupten, ich führe nur gegen ein Weib Krieg, als ob Zenobia allein und nur mit ihrer eigenen Streitmacht mit mir kämpfe; dabei ist die Zahl der Feinde <ebenso groß>, als gälte es, einen Mann niederzuringen; wobei jedoch diese Feinde <unter dem Befehl einer Frau> stehen, die infolge ihres schlechten Gewissens und ihrer Furcht ein weit schlimmerer Gegner ist [in conscientia et timore longe deteriore].
Unbeschreiblich ist die Menge der Pfeile, das Kriegsgerät, die Fülle der Waffen und Steine; jeder Fleck der Mauer ist mit zwei bis drei Geschützen bestückt; Feuerbrände werden sogar aus Wurfmaschinen geschleudert.
Kurz, sie bangt wie ein Weib, sie kämpft wie <ein Mann>, der sich vor Strafe fürchtet [timet quasi femina, pugnat quasi poenam timens]. Doch ich glaube zuversichtlich, daß die Götter, die noch nie sich unseren Bemühungen versagt haben, den römischen Staat unterstützen werden.“

Schließlich sandte Aurelian im Zustand der Erschöpfung und, infolge der ausgestandenen Leiden ermattet, ein Schreiben an Zenobia, in dem er sie zur Übergabe aufforderte und ihr das Leben zusicherte; ich habe es im Wortlaut eingeschaltet:

„Aurelian, Kaiser des römischen Reiches und Wiedereroberer des Ostens [Aurelianus imperator Romani orbis et receptor orientis], an Zenobia und ihre ihr verbündeten Kriegsgefährten.
Aus eigenem Antrieb hättet Ihr tun sollen, was Euch nunmehr durch mein Schreiben anbefohlen wird. Ich befehle nämlich die Übergabe unter Zusicherung von Leib und Leben mit der Maßgabe, daß Du, Zenobia, mit den Deinen dort Dich aufzuhalten hast, wohin ich Dich nach dem Beschluß des erlauchten Senats weisen werde.
Ihr habt Edelsteine, Gold, Silber, Seide, Pferde und Kamele dem römischen Staatsschatz zu überlassen. Den Einwohnern von Palmyra wird ihre Rechtsstellung gewahrt bleiben.“

Auf dieses Schreiben antwortete Zenobia stolzer und überheblicher [superbius insolentiusque], als es ihrer Lage entsprach – ich glaube, um einzuschüchtern. Denn auch ihr Schreiben habe ich im Wortlaut eingeschaltet:

„Zenobia, die Königin des Ostens [regina orientis], an Kaiser Aurelian. Noch nie hat bisher jemand außer Dir ein derartiges Ansinnen schriftlich gestellt. Einzig und allein auf Tapferkeit kommt es bei kriegerischen Auseinandersetzungen an.
Du forderst von mir die Übergabe, als ob Du nicht wüßtest, daß Kleopatra lieber als Königin untergehen, als ihr Leben in irgendeiner anderen Stellung fristen wollte.
Uns fehlt es nicht an persischen Hilfstruppen, deren Eintreffen wir bereits erwarten , auf unserer Seite stehen Sarazenen und Armenier.
Die syrischen Räuber haben Dein Heer, Aurelian, geschlagen. Nun, wenn erst jene Truppen, die aus allen Himmelsrichtungen erwartet werden, eingetroffen sind, dann wirst Du sicherlich auf die großartige Geste verzichten, mit der Du zur Stunde mir die Übergabe gebietest, als wärest Du der Sieger auf der ganzen Linie.“

- Mucapor: ein General Aurelians (der Aurelian später ermordete)
 
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