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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Pythagoras als Schüler und Lehrer #1 (184 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 04.04.2021 um 17:26 Uhr (Zitieren)
Apuleius: Florida 15, 8-18:
[...] dieser war wohl ein Samier von Geburt und von besonders auffallender Schönheit, auch äußerst kundig des Kitharaspiels und jeder Musik, und gehörte ungefähr der Zeit an, in welcher Polykrates über Samos die Macht hatte*), aber der Philosoph war keineswegs ein Liebling des Tyrannen. Denn als dieser eben zu herrschen begann, flüchtete Pythagoras heimlich von der Insel; er hatte eben erst seinen Vater Mnesarchos verloren, der, wie ich höre, unter den Handwerkern sich durch kunstvolles Schneiden von Gemmen mehr Ruhm als Gut [laudem magis quam opem] erworben hat.

Manche sagen auch, Pythagoras sei zu der Zeit unter den Kriegsgefangenen des Königs Kambyses gewesen, als dieser nach Ägypten fuhr, und habe dort die persischen Magier zu Lehrern gehabt und vornehmlich den Zoroaster, den Priester aller göttlichen Geheimwissenschaft [omnis divini arcani antistitem], und später sei er von einem gewissen Sylos, einem vornehmen Mann aus Kroton, wieder befreit worden.

Indessen eine weiter verbreitete Tradition besagt, er habe von sich aus Unterweisung in den Wissenschaften Ägyptens gesucht und dort bei den Priestern die unglaublichen Wirkungen ihrer religiösen Bräuche, die wunderbaren Verhältnisse der Zahlen [numerorum admirandas vices] und die kunstvollen Formeln der Geometrie kennengelernt; da er aber von diesen Kenntnissen im Herzen noch nicht befriedigt war, so habe er sich darauf zu den Chaldäern und von dort zu den Brahmanen – das sind weise Männer, es handelt sich um eine Kaste Indiens [hi sapientes viri sunt, Indiae gens est] –, zu einer Gruppe dieser Brahmanen also, zu den Gymnosophisten [gymnosophistae] begeben.

Die Chaldäer haben ihm die Kenntnis der Gestirne, den festgelegten Umlauf der schweifenden Himmelsgottheiten, den mannigfachen Einfluß beider auf die Nativität der Menschen [utrorumque varios effectus in genituris hominum] offenbart, aber auch die Hilfsmittel zum Heilen, die mit großem Geldaufwand für die Sterblichen aus Erde, Himmel und Meer zusammengesucht worden sind.

[Apuleius, Verteidigungsrede – Blütenlese. Hrsg. v. Rudolf Helm. Berlin (Ost) 1977, S. 186-191]

*) Polykrates herrschte etwa 540 bis 522 v.u.Z.; für Pythagoras wird eine Geburt um 570 v.u.Z. angenommen.
 
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