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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Texte zum Inzest-Tabu in der Antike #3 (228 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 28.07.2021 um 00:01 Uhr (Zitieren)
7. M. Minucius Felix: Octavia

Bei den Persern ist es erlaubt, sich mit der Mutter zu vereinigen; bei den Ägyptern und in Athen gibt es legitime Geschwisterehen [Aegyptiis et Athenis cum sororibus legitima conubia].

Eure Geschichte und eure Tragödien prunken mit Inzesten – und ihr lest und hört das mit Vergnügen! Ihr verehrt ja auch blutschänderische Gottheiten [sic et deos colitis incestos], die sich mit ihrer Mutter oder Tochter oder Schwester vergangen haben.

Die natürliche Folge ist, daß bei euch selbst Blutschande [incestum] oft genug an den Tag kommt und auch immer geduldet wird. Ihr könnt sogar vollkommen ahnungslos in verbotene Verbindungen geraten, ihr Armen! Denn da ihr blindlings der Liebeslust frönt [dum Venerem promisce spargitis], da ihr allenthalben Kinder in die Welt setzt und oft sogar die in eurem eigenen Haus Geborenen im Vertrauen auf fremde Barmherzigkeit aussetzt, so müßt ihr notwendigerweise irgendwann wieder auf euer eigenes Fleisch und Blut stoßen, müßt euch zu euren leiblichen Kindern verirren. So spielt ihr selbst die Rollen in einer Tragödie der Blutschande, ohne euch dessen bewußt zu sein [sic incesti fabulam nectitis, etiam cum conscientiam non habetis].

[31, 3 f.]

 
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